Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    aktueller presseblog

    Mi

    20

    Jul

    2022

    Keine Deponie im Laubenheimer Steinbruch

     

    Der Mainzer Stadtrat hat das Ende des Projekts beschlossen. Laut Verwaltung gibt es auch keinen Alternativstandort. Wohin nun in Zukunft mit dem Bauschutt in Mainz?

     

    Von Carina Schmidt

    Lokalredakteurin Mainz

     

    Der Steinbruch bei Mainz-Laubenheim wird weiter verfüllt, aber – wie bisher – nur mit unbelastetem Bauschutt. (Foto: Sascha Kopp)
    Der Steinbruch bei Mainz-Laubenheim wird weiter verfüllt, aber – wie bisher – nur mit unbelastetem Bauschutt. (Foto: Sascha Kopp)
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    Mi

    20

    Jul

    2022

    Stadtratssitzung - Abstimmung

     

    Antrag Top 61: Planfeststellungsverfahren für die Deponie Mainz-Laubenheim

    hier: Beendigung des Deponie-Vorhabens

     

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    Mi

    20

    Jul

    2022

    Deponie-Aus im Laubenheimer Steinbruch sehr wahrscheinlich

     

    Am Mittwoch tag der Mainzer Stadtrat. Die Ampel-Koalition und CDU-Fraktion stimmen für das Projektende. Von der Baubranche wird appelliert, am Vorhaben festzuhalten.

     

    Von Carina Schmidt und Elena Joser

     

    Die in einem Steinbruch gelegene Bauschutt-Deponie grenzt an die Stadtteile Laubenheim und Weisenau; in der oberen Bildhälfte die Autobahn. (Archivfoto: Alfons Rath)
    Die in einem Steinbruch gelegene Bauschutt-Deponie grenzt an die Stadtteile Laubenheim und Weisenau; in der oberen Bildhälfte die Autobahn. (Archivfoto: Alfons Rath)
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    Fr

    15

    Jul

    2022

    Keine Deponie im Steinbruch

     

    PLANUNG >> SAP Weisenau begrüßt städtische Entscheidung

    Quelle: Die Lokale - Ausgabe Mainz-Ost / Juli
    Quelle: Die Lokale - Ausgabe Mainz-Ost / Juli
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    Mi

    13

    Jul

    2022

    Deponie-Wende: Aufatmen, aber Kritik an Mainzer Info-Politik

     

    Dezernentin Steinkrüger rechtfertigt in den Ortsbeiräten Laubenheim und Weisenau die Deponie-Wende vor der Stadtratssitzung am 20. Juli – und erläutert, wie es weitergehen soll.

     

    Von Michael Heinze und Paul Birkner

     

    Der Steinbruch soll laut Beschlussvorlage nicht zur Deponie für belastete mineralische Abfälle werden. Das Thema hat viele Jahre für Diskussionsstoff gesorgt. (Archivfoto: Sascha Kopp)
    Der Steinbruch soll laut Beschlussvorlage nicht zur Deponie für belastete mineralische Abfälle werden. Das Thema hat viele Jahre für Diskussionsstoff gesorgt. (Archivfoto: Sascha Kopp)
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    Mo

    11

    Jul

    2022

    Stadtspaziergang durch Mainz: Die Portland

     

    Fast 150 Jahre wird in Weisenau Kalkstein abgebaut und Zement produziert. In kaum einem Mainzer Unternehmen spiegeln sich so intensiv 170 Jahre Industriegeschichte wider.

     

    Von Michael Bermeitinger 
    Lokalredakteur Mainz

     

    Ansichtskarte des Werks um 1905. (Foto: Sammlung Michael Bermeitinger)
    Ansichtskarte des Werks um 1905. (Foto: Sammlung Michael Bermeitinger)
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    Mi

    29

    Jun

    2022

    Beschlussvorlage: Beendigung des Deponie-Vorhabens

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    Mi

    22

    Jun

    2022

    Wohin mit dem Hochstraßen-Schutt?

    Auflagen zur Renaturierung: Das Aus für die geplante Deponie im Laubenheimer Steinbruch war Thema im Werksausschuss. Der Stadtrat entscheidet darüber am 20. Juli.  /  Foto: Sascha Kopp
    Auflagen zur Renaturierung: Das Aus für die geplante Deponie im Laubenheimer Steinbruch war Thema im Werksausschuss. Der Stadtrat entscheidet darüber am 20. Juli. / Foto: Sascha Kopp
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    Di

    21

    Jun

    2022

    Zukunft des Steinbruchs im Fokus

     

    Quelle: Journal Lokale Ausgabe Ost 06/2022 / 20.06.2022

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    Di

    21

    Jun

    2022

    Ortsbeirat begrüßt Aus für Mülldeponie

     

    Quelle: Journal Lokale Ausgabe Ost 06/2022 / 20.06.2022

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    Mo

    20

    Jun

    2022

    Steinbruch Mainz-Laubenheim: Trendwende oder Entwicklung?

     

    Das Ende der geplanten Bauschuttdeponie war Thema im Werkausschuss des Entsorgungsbetriebes. Wie dies zu beurteilen ist, wird unterschiedlich bewertet.

     

    Von Alexander Schlögel

     

    Der Laubenheimer Steinbruch und die nun nicht entstehende Bauschuttdeponie waren Thema im Werkausschuss des Entsorgungsbetriebs. Foto: Sascha Kopp
    Der Laubenheimer Steinbruch und die nun nicht entstehende Bauschuttdeponie waren Thema im Werkausschuss des Entsorgungsbetriebs. Foto: Sascha Kopp
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    Do

    02

    Jun

    2022

    Zur Sache Rheinlad-Pfalz vom 02.06.2022

    Beitrag über die Deponie im Laubenheimer Steinbruch ab 05:53
    Beitrag über die Deponie im Laubenheimer Steinbruch ab 05:53

     

    Bauindustrie und Handwerkskammer machen in Mainz Druck. Sie benötigen dringend eine Deponie für Bauschutt. Muss der Laubenheimer Steinbruch, den sich viele als Naherholungsgebiet oder sogar Baggersee wünschen, doch dafür herhalten?

     

    Quelle: SWR Aktuell Mediathekt / 02.06.2022

     

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    Mi

    01

    Jun

    2022

    Ist nach der Deponie vor der Deponie ? – Bauwirtschaft stellt Aus für Bauschutt im Mainzer Steinbruch infrage

     

    Von Gisela Kirschstein

     

    Das geplante Aus für die Bauschuttdeponie im Mainzer Steinbruch ließ Anwohner und Gegner des Projektes jubeln – aber bleibt es tatsächlich dabei? Die Bauwirtschaft läuft massiv Sturm gegen die Absage: Man sehe weiterhin “dringenden Bedarf für den Bau der Laubenheimer Deponie”, denn der Bauboom gerade in Mainz gehe keineswegs zurück. Und die Herren der Bauwirtschaft lassen kein gutes Haar an den Argumenten der neuen Mainzer Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne). Im Juli soll der Mainzer Stadtrat über das Projekt abstimmen, die Bürgerinitiative Mainz21 schlägt Alarm.

     

    Das Aus für die Pläne kam völlig überraschend: Mitte April hatte die neue Mainzer Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) verkündet, sie werde das Projekt nicht weiterverfolgen und dem Stadtrat die Aufhebung seines Beschlusses vorschlagen. Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, argumentierte Steinkrüger: Es gebe inzwischen Deponiekapazitäten in Wiesbaden und in Framersheim bei Alzey, dazu drohten hohe Investitionskosten wegen einer Hangsicherung – das Projekt Deponie rechne sich nicht mehr.

     

    Als ein wichtiges Argument nannte Steinkrüger zudem die Entsorgung der inzwischen stillgelegten Mombacher Hochbrücke: In dem Beton aus den 1960er Jahren sei inzwischen Asbest nachgewiesen worden, doch gerade die Lagerung von Asbest hatte der Stadtrat auf öffentlichen Druck hin ausgeschlossen. Die geplante Deponie soll im alten Steinbruch der Portland AG zwischen Weisenau und Laubenheim entstehen, die Bürgerinitiative Mainz21 läuft dagegen seit 2015 Sturm: Zu nah an der Wohnbebauung, zu gefährlich für Mensch und Umwelt.

     

    Dazu hatte Steinkrüger argumentiert, es gebe schlicht nicht mehr genügend Bauschutt aus der Region für die neue Deponie: “Die privaten Bauträger entsorgen seit 2010 sowieso woanders”, sagte die Dezernentin, “ein wirtschaftlicher Betrieb wäre voraussichtlich nicht gegeben.” Dem widerspricht nun genau diese Bauwirtschaft – und macht massiv Druck auf die Mainzer Stadtspitze. Die für die Rücknahme des Antrags angeführten Gründe seien “nach der Einschätzung der Fachleute nicht zutreffend”, betont man bei der Handwerkskammer Rheinhessen.

     

    Front gegen die Entscheidung machen wichtige Bauträger der Region, allen voran die Bauunternehmer Tim Gemünden und Peter Karrié, dazu der Hauptgeschäftsführer Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz Thomas Weiler. Der Bauboom gehe mitnichten zurück, diese Aussage passe “mit den aktuellen Entwicklungen in der Landeshauptstadt Mainz” nicht zusammen, betonten die Bauunternehmer auf einer Pressekonferenz Ende Mai – und verwiesen auf aktuelle Baugebiete wie den Mainzer Zollhafen, das Heilig-Kreuz-Areal, aber auch die neuen Pläne der Stadt Mainz für einen Biotechnologie-Standort.

     

    Wenn die Stadt Mainz rund 5.000 neue Jobs in Mainz schaffen wolle, sei “eine verstärkte Bautätigkeit im gewerblichen Bereich” aber auch für Privatwohnungen zu erwarten,. betont die Branche. Das Problem sei dabei aber nicht der “normale” Bauschutt, der schon jetzt umfangreich recycelt werde. “Das eigentliche Entsorgungsproblem hat die Baubranche mit belasteten Böden, die aufgrund ihrer geologischen Beschaffenheit nicht tragfähig sind und somit nicht wieder eingebaut werden können”, so die Experten weiter.

     

    Der Anteil der nicht wieder einbaubaren Böden mache beispielsweise bei der Firma Gemünden aktuell etwa zwei Drittel des anfallenden Erdmaterials aus, rechnete Gemünden vor. Solche “belasteten Böden müssen auf einer Deponie entsorgt werden”, und dieses Material entstehe vor allem da, wo zum Beispiel im Mainzer Stadtgebiet im großen Umfang gebaut werde und viel Erdaushub anfalle. Als Beispiel nannten Gemünden und Karrié etwa den Mainzer Zollhafen, wo allein ein Aushub von rund 660.000 Kubikmetern zu anfalle, sowie das Heilig-kreuz-Areal mit mehr als einer Million Kubikmeter Aushub.

     

    Reichen Deponiekapazitäten in der Region aus?

     

    Und dafür reichten die Kapazitäten in der Region eben nicht aus, betonten die Bauunternehmer. So solle auf der Deponie in Framersheim bei Alzey rund eine Million Kubikmeter Kapazität zur Verfügung stehen. “Allein die Bauunternehmungen Gemünden und Karrié hatten im Jahr 2021 rund 270.000 Kubikmeter mineralische Abfälle zu entsorgen”, betonen die beiden Unternehmen: “Wenn nur diese beiden Firmen ihren Erdaushub nach Framersheim fahren würden, wären diese Kapazitäten bereits innerhalb von 3,5 Jahren erschöpft.”

     

    Ob man die ab 2024 geplante Deponie in Wiesbaden nutzen könne, sei zudem unklar, denn Entsorgung sei Ländersache: “Es ist nicht davon auszugehen ist, dass bei Deponieknappheit in Hessen rheinland-pfälzische mineralische Abfälle in den nächsten zwei Jahrzehnten sicher nach Wiesbaden gefahren werden können”, warnt die Branche. Es stelle sich deshalb “die Frage, ob die Stadt von den richtigen Mengengerüsten und von belastbaren Angaben zur Wirtschaftlichkeit der Deponie ausgeht.”

     

    Auch die Aussage Steinkrügers, die Deponie könne die Stabilität des Hangs zur Laubenheimer Höhe hin gefährden, stellt man bei der Bauwirtschaft in Frage: Das Argument “erschließt sich aus erster Sicht, ohne Kenntnis des entsprechenden Gutachtens, nicht”, kritisieren die Bauunternehmer: “In der Regel stabilisiert man einen Hang am besten dadurch, dass man ihn vom Fuße her anschüttet und somit die freie Hangfläche immer weiter reduziert. Genau dies würde durch die Verfüllung des Steinbruchs passieren.”

     

    Doch Steinkrüger hatte auf hydrologische Gutachten verwiesen, nach denen offenbar die für eine Deponie notwendige Entwässerung die Stabilität des Hangs gefährden könnten – das entsprechende Gutachten dazu ist bisher nicht öffentlich gemacht worden. Dazu würden aktuell weitere Untersuchungen durchgeführt, hatte Steinkrüger im April gesagt. Technische Lösungen für eine zusätzliche Stabilisierung gebe es zwar – doch die könnten teuer werden und würden das Projekt Deponie womöglich auf Jahre hinaus verzögern.

     

    Die Bauwirtschaft beruft sich bei ihrer Forderung nach der Deponie außerdem auf einen Brief der damalige Umweltdezernentin und heutigen Klimaschutzministerin Katrin Eder (Grüne): Die habe noch im Oktober 2020 in einem Brief an die Bauwirtschaft eine solche Deponie quasi zugesichert.

     

    Das bringt nun die Bürgerinitiative Mainz21 auf den Plan: “Wie kann es denn sein, dass solche Briefe an die lokale Bauwirtschaft bzw. die Handwerkskammer rausgehen, obwohl noch nicht mal ansatzweise klar ist, ob die Deponie überhaupt genehmigt wird”, fragt BI-Sprecher Antonio Sommese. Denn schon im Dezember 2019 habe sich im Zuge des Erörterungstermins zum Planfeststellungsvorhaben für die Deponie herausgestellt, dass noch mehrere Gutachten nachgebessert oder sogar komplett überarbeitet werden müssten. “Warum ist man knapp ein Jahr später so überzeugt davon, dass die Deponie genehmigt wird?”, fragt Sommese.

     

    BI Mainz21 fordert Einsicht in Schreiben an Bauwirtschaft

     

    Die BI fordert nun Einsicht in die Schreiben von Katrin Eder und Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) an die lokale Bauindustrie und die Handwerkskammer Rheinhessen. “Wir fordern komplette Transparenz, was hinter den Kulissen mit der SGD Süd verhandelt und beredet wurde, und welche Zusagen in diesem Brief von Katrin Eder und dem Schreiben des OB an die lokale Bauindustrie gemacht wurden”, sagte Sommese.

     

    Aus Sicht der BI stellen sich neue Fragen: Wieso habe sich auch OB Ebling damals von der wirtschaftlichen Bedeutung des Projektes überzeugt gezeigt – und wieso habe Eder in ihrem Brief geschrieben: “Ich freue mich sehr über Ihre kompetente Unterstützung und hoffe, dass Ihre eindringlichen, in allen Punkten absolut zutreffenden Ausführungen mithelfen werden, Zweifler von der Bedeutung des Deponie-Projektes für die gesamte Stadt Mainz und die Wirtschaft im Mainzer Raum zu überzeugen.”

     

    Die BI lehne die geplante Deponie weiterhin strikt ab, machte Sommese zudem klar: “Wir möchten die dort lebenden Menschen und die dortige Umwelt keinen zusätzlichen, nicht kalkulierbaren Risiken ausgesetzt wissen.” Daher bestehe die BI auf einer Verfüllung des Steinbruchs mit unbelastetem Erdaushub wie ursprünglich von der Stadt gegenüber der HeidelbergCement gefordert und genehmigt. Besser noch wäre, “den Steinbruch direkt in ein Naherholungsgebiet zu verwandeln”, fügte Sommese hinzu.

     

    Info& auf Mainz&: Die gesamte Stellungnahme von Handwerkskammer und Bauwirtschaft könnt Ihr hier im Internet nachlesen. Mehr zum Thema Bauschuttdeponie und Baggersee im Steinbruch findet Ihr hier auf Mainz&. Die Ankündigung der Stadt Mainz zum Aus für die Deponie lest Ihr noch einmal ausführlich hier auf Mainz&

     

     

    Quelle: Mainz& / 01.06.2022

     

     

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    Mo

    30

    Mai

    2022

    Wieso Mainz nun doch keine Bauschuttdeponie mehr plant

     

    Von Markus Schug | Aktualisiert am 30.05.2022 | 05:29

     

    Laut Ankündigung aus dem Rathaus will die Stadt Mainz die Pläne für eine eigene Bauschuttdeponie im alten Laubenheimer Steinbruch aufgeben. Das hat die Baubranche überrascht.
    Laut Ankündigung aus dem Rathaus will die Stadt Mainz die Pläne für eine eigene Bauschuttdeponie im alten Laubenheimer Steinbruch aufgeben. Das hat die Baubranche überrascht.
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    Fr

    27

    Mai

    2022

    Wohin mit dem Mainzer Bauschutt?

    Das Aus der Bauschutt-Deponie im Mainzer Steinbruch löst bei den Kommunalpolitikern in Laubenheim nicht nur Zustimmung aus. Sie fordern standortnahe Lösungen.

     

    Von Paul Birkner

    Im Mainzer Steinbruch soll kein asbestverseuchter Bauschutt gelagert werden. Das hat die Stadt angekündigt. Doch wohin kommt der Mainzer „Wohlstandsmüll“?. (Archivfoto: Sascha Kopp)
    Im Mainzer Steinbruch soll kein asbestverseuchter Bauschutt gelagert werden. Das hat die Stadt angekündigt. Doch wohin kommt der Mainzer „Wohlstandsmüll“?. (Archivfoto: Sascha Kopp)
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    Fr

    27

    Mai

    2022

    Trotz Wohnraummangel: Stillstand auf der Hechtsheimer Höhe

     

    420 Wohneinheiten sollen im Quartier „Hechtsheimer Höhe“ entstehen. Seit 2016 laufen die Planungen der Stadt Mainz, doch zu sehen ist bisher nichts. Das hat Gründe.

     

    Von Julia Sloboda

    Stellvertretende Redaktionsleiterin Mainz

     

    Schon 2017 wurde der Siegerentwurf für die „Hechtsheimer Höhe“ vorgestellt. Dort sollte eigentlich ein neues Quartier mit 420 Wohneinheiten entstehen. (Archivfoto: hbz/Stefan Sämmer)
    Schon 2017 wurde der Siegerentwurf für die „Hechtsheimer Höhe“ vorgestellt. Dort sollte eigentlich ein neues Quartier mit 420 Wohneinheiten entstehen. (Archivfoto: hbz/Stefan Sämmer)
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    Di

    24

    Mai

    2022

    Bauwirtschaft sieht weiterhin dringenden Bedarf für den Bau der Laubenheimer Deponie

     

    In die Berichterstattung in den Medien und die Diskussionen rund um den Laubenheimer Steinbruch ist seit der Pressekonferenz der Mainzer Umweltdezernentin Janina Steinkrüger vom 13. April 2022 Bewegung gekommen. Im Juli will die Mainzer Umweltdezernentin im Stadtrat beantragen, das eingereichte Planfeststellungsverfahren aufzuheben.

     

    Die Bauwirtschaft in Rheinland-Pfalz, die Bauinnungen Bingen und Mainz und die Handwerkskammer Rheinhessen haben die Ankündigung mit Besorgnis zur Kenntnis genommen und sprechen sich weiterhin für den Bau der Laubenheimer Deponie aus.

     

    Die Überraschung für die Wirtschaft war vor allem deshalb groß, da die Stadt Mainz noch mit Datum vom 16. Oktober 2020 schriftlich gegenüber der Bauwirtschaft erklärt hatte:

     

    „Seit nunmehr 10 Jahren plane ich zusammen mit unserem Entsorgungsbetrieb die Errichtung der Deponie im Steinbruch Mainz-Laubenheim, um die Verantwortung für die in Mainz anfallenden Abfälle wahrzunehmen und lange umweltbelastende Transporte von Massenabfällen auf fernliegende Deponien zu vermeiden. Ich freue mich sehr über Ihre kompetente Unterstützung und hoffe, dass Ihre eindringlichen, in allen Punkten absolut zutreffenden Ausführungen mithelfen werden, Zweifler von der Bedeutung des Deponie-Projektes für die gesamte Stadt Mainz und die Wirtschaft im Mainzer Raum zu überzeugen.“

     

    Mit dieser Antwort reagierte die Stadt auf den Appell der Bauwirtschaft vom 22.09.2020, aus Gründen des Klimaschutzes und der Wirtschaftlichkeit die Deponie zu befürworten.

     

    Die für die Rücknahme des Antrags angeführten Gründe sind nach der Einschätzung der Fachleute nicht zutreffend, wie Tim Gemünden (Geschäftsführer Gemünden Bau), Peter Karrié (Obermeister der Bau-Innung Mainz), Thomas Weiler (Hauptgeschäftsführer Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz) und Dominik Ostendorf (stellv. Hauptgeschäftsführer Handwerkskammer Rheinhessen) in einer Pressekonferenz erläuterten.

     

    Hier finden Sie die wesentlichen Argumente:

     

    Geht der Bauboom zurück?

     

    Das Umweltdezernat möchte die bisherigen Pläne zur Errichtung einer Deponie im Laubenheimer Steinbruch nicht weiterverfolgen. Als Begründung wird unter anderem angeführt, dass der Bauboom der vergangenen 20 Jahre zurückgehen wird. Mit den aktuellen Entwicklungen in der Landeshauptstadt Mainz passt dies nicht zusammen. Aufgrund der Pläne der Stadt, im großen Stil Biotechnologie und verwandte Branchen in Mainz anzusiedeln, ist eine verstärkte Bautätigkeit im gewerblichen Bereich zu erwarten.

     

    Wie der Presse zu entnehmen war, rechnet OB Ebling im Zuge der Ansiedlung mit rund 5.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Mit diesen Arbeitsplätzen geht ein entsprechender Zuzug und entsprechender Wohnraumbedarf auf dem ohnehin schon sehr angespannten Mainzer Wohnungsmarkt einher (siehe Wohnungsmarktbericht 2020 – schon damals ging die Stadt Mainz – noch vor der Entwicklung der neuen Arbeitsplätze im Bereich Biotechnologie – von noch zu bauenden 12.000 Wohneinheiten aus.). Auch hier ist, um den hohen Wohnraumbedarf in Mainz zu bedienen, eine verstärkte Bautätigkeit im Bereich Wohnimmobilien zu erwarten.

     

    Kann tatsächlich alles, was sonst auf einer Deponie entsorgt würde, wiederaufgearbeitet und neu genutzt werden?

     

    Der Recycling-Trend im Bereich Bauen wird zu einem Rückgang an Deponiebedarf führen, allerdings wird dieser durch das Ende der Verfüllung in aktuell aktiven Deponien schon überkompensiert. Es ist festzustellen, dass der ganz überwiegende Teil des zu deponierenden Materials nicht Bauschutt ist. Bauschutt wird schon heute umfangreich recycelt. Bei den befragten Bauunternehmen wird der anfallende Bauschutt (z. B. belasteter Mauerbruch, Betonabbruch) bereits zu über 90 Prozent im eigenen Betrieb recycelt und zum Beispiel als Tragschicht wieder eingebaut.

     

    Ausgenommen sind hiervon nur noch geringe Mengen von nicht recycelbaren Fremdkörpern wie asbesthaltige Dachelemente, die auf dafür zugelassenen Deponien entsorgt werden müssen. (Hinweis: In den bisherigen Plänen für die Deponie im Laubenheimer Steinbruch war Asbest nie vorgesehen und daran wird seitens der regionalen Bauwirtschaft auch nicht gerüttelt). Bauschutt, der schon jetzt umfangreich recycelt wird, ist also nicht das Problem. Das eigentliche Entsorgungsproblem hat die Baubranche mit belasteten Böden, die aufgrund ihrer geologischen Beschaffenheit nicht tragfähig sind und somit nicht wieder eingebaut werden können. Der Anteil der nicht wieder einbaubaren Böden macht beispielsweise bei der Firma Gemünden aktuell ca. ein 2/3 des anfallenden Erdmaterials aus. Belastete Böden müssen auf einer Deponie entsorgt werden. Sie machen ganz klar das Gros der durch die Baubranche zu deponierenden Materialien aus.

     

    Inwieweit ist der Abbruch der Mombacher Hochbrücke für die Entscheidung über den Bau der Deponie relevant?

     

    Bei der Mombacher Hochbrücke ist davon auszugehen, dass der Großteil des Abbruchmaterials recycelbarer Bauschutt ist. Da Bauschutt nicht das Hauptproblem bei der Entsorgung ist, ist die Mombacher Hochbrücke für die Frage der Notwendigkeit der Deponie im Laubenheimer Steinbruch aus Sicht der Baubranche weitgehend irrelevant. Der Bedarf entsteht vor allem da, wo zum Beispiel im Mainzer Stadtgebiet im großen Umfang gebaut wird und viel Erdaushub anfällt. Was bei Großbauvorhaben in Mainz an Volumen zu bewegen ist, hier mal an aktuellen Beispielen illustriert.

     

     

    • Zollhafen:
    • Bruttobauland 22 ha: 220.000 m² x 3m = 660.000 m³
    • Quelle ha-Angabe:
    • https://zollhafen-mainz.de/de/zahlen-fakten
    • GFZ-Kaserne:
    • Fläche 10 ha: 100.000 m² x 3 = 300.000 m³

     

    Quelle ha-Angabe:

    • https://www.mainz.de/verwaltung-und-politik/buergerservice-online/gfz-kaserne.php
    • Entwicklungsgebiet Lerchenberg für Labore und Forschung
    • Bruttobauland 5,5 ha: 55.000 m² x 3m = 165.000 m³
    • HISTORISCH: Gonsbachterassen (Konnte nicht in Mainz entsorgt werden)
      Bruttobauland 24,0 ha: 240.000 m2 * 3m = 720.000 m3 lt. Stadt Mainz

     

    Reichen die Ablagerungskapazitäten in Framersheim und Wiesbaden tatsächlich aus?

     

    Wo gebaut wird, muss auch deponiert werden. Das gehört zur Daseinsvorsorge und trägt zur Vermeidung langer Transportwege und dem damit einhergehenden überflüssigen CO2-Ausstoß bei. Zudem darf die Planung von Deponiekapazitäten nicht immer nur maximal „auf Sicht“ erfolgen. Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat gezeigt, wie ein einziges Ereignis die Deponiekapazitäten in der Region über ihre Grenzen bringen kann.

     

    Kapazität Framersheim:

    Hier soll ca. 1.000.000 m³ Kapazität zur Verfügung stehen / bis DK II.
    Allein die Bauunternehmungen Gemünden und Karrié hatten im Jahr 2021 rund 270.000 m³ mineralische Abfälle zu entsorgen. Heißt konkret: Wenn nur diese beiden Firmen ihren Erdaushub nach Framersheim fahren würden, wären diese Kapazitäten bereits innerhalb von 3,5 Jahren erschöpft.

    Entsorgung 2021 (nur Gemünden + Karrié)    
    Z 0 130.000,00 m³ 234.000,00 to.
    Z 1.1 42.000,00 m³ 75.600,00 to.
    Z 1.2 50.000,00 m³ 90.000,00 to.
    Z 2 35.000,00 m³ 63.000,00 to.
    > Z 2 12.000,00 m³ 22.000,00 to.
    Summe 269.000,00 m³ 484.000,00 to.
         
         
         

    Kapazität Wiesbaden:

    Laut den in der Presse nachzulesenden Plänen des Umweltdezernats soll DKI künftig nach Wiesbaden deponiert werden. In der Presse wird der Leiter der Wiesbadener Entsorgungsbetriebe damit zitiert, dass dies ab 2024 möglich ist und die Verfüllung auf 20 Jahre angelegt ist. Wir verweisen darauf, dass Entsorgung Ländersache ist und nicht davon auszugehen ist, dass bei Deponieknappheit in Hessen rheinland-pfälzische mineralische Abfälle in den nächsten zwei Jahrzehnten sicher nach Wiesbaden gefahren werden können. Es stellt sich nach den hier vorhandenen Informationen die Frage, ob die Stadt von den richtigen Mengengerüsten (siehe Tabelle oben), von belastbaren Angaben zur Wirtschaftlichkeit der Deponie (die auf dem Mengengerüst beruht) ausgeht.

    Diese Mengengerüste müssten die Grundlage für Verträge sein, bei denen sich auch die Frage stellt, wie die Verträge formuliert sein sollen, so dass die entsorgungsverpflichteten Betriebe auch tatsächlich aus der Vereinbarung berechtigt sind und wie sich das Kostengerüst für die Mainzer Betriebe darstellt.

    Für die Entsorgung des Aushubs, der bei den Mainzer Baugebieten entsteht, ist nicht die Stadt, sondern die ausführenden Betriebe verantwortlich, die für JEDE einzelne Entsorgung erst bei der Deponie anfragen sowie eine Genehmigung der SAM erhalten muss.

     

    Außerdem müssen die aufgerufenen Preise kalkuliert und auf den Kunden umgelegt werden.

     

    Würde eine Deponierung tatsächlich die Stabilität des Hanges gefährden?

     

    Warum durch die Auffüllung des Steinbruchs die Stabilität des Hanges gefährdet werden könnte erschließt sich aus erster Sicht, ohne Kenntnis des entsprechenden Gutachtens, nicht. In der Regel stabilisiert man einen Hang am besten dadurch, dass man ihn vom Fuße her anschüttet und somit die freie Hangfläche immer weiter reduziert. Genau dies würde durch die Verfüllung des Steinbruchs passieren.

     

    Quelle: Handwekskammer Rheinhessen / 24.05.2022

     

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    Mo

    23

    Mai

    2022

    Laubenheimer Steinbruch: Baubranche will weiterhin Deponie

     

    Bauwirtschaft und Handwerkskammer widerlegen Argumente von Umweltdezernentin Janina Steinkrüger für das geplante Projekt-Aus. Welche Argumente sie dafür hervorbringen.

     

    Von Carina Schmidt
    Lokalredakteurin Mainz

     

    Im Juli soll der Stadtrat entscheiden, ob das Projekt Deponie im Laubenheimer Steinbruch beendet wird oder nicht. (Foto: Sascha Kopp)
    Im Juli soll der Stadtrat entscheiden, ob das Projekt Deponie im Laubenheimer Steinbruch beendet wird oder nicht. (Foto: Sascha Kopp)
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    Mo

    16

    Mai

    2022

    Recycling statt Ablagerung - Aus für Bauschuttdeponie?

     

    Die Mainzer Umweltdezernentin Janina Steinkrüger will langfristig keine Deponie in Mainz und setzt auf Wiederaufbereitung. Doch auch solche Anlagen können auf Widerstand stoßen.

     

    Von Carina Schmidt
    Lokalredakteurin Mainz

     

     

    40 von geplanten 70 Prozent des Laubenheimer Steinbruchs wurden schon verfüllt – mit unbelastetem Erdaushub. Und dabei soll es auch bleiben. (Foto: Sascha Kopp)
    40 von geplanten 70 Prozent des Laubenheimer Steinbruchs wurden schon verfüllt – mit unbelastetem Erdaushub. Und dabei soll es auch bleiben. (Foto: Sascha Kopp)
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    Sa

    07

    Mai

    2022

    Aus für die Deponie „Steinbruch Laubenheim

     

    Ein jahreslanges Tauziehen hat ein Ende: Janina Steinkrüger, die neue Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr verkündete kürzlich und überraschend das Aus für die Bauschutt- / Mülldeponie im Laubenheimer Steinbruch und schloss sich damit in Teilen den Argumenten der Bürgerinitiative an.

     

    Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, Mainz brauche keine eigene Deponie mehr. Der Steinbruch wird nun mit unbelastetem Bodenaushub verfüllt und soll künftig, geht es nach dem Willen der Dezernentin, naturnah und zur Naherholung verbleiben. Der Stadtrat muss noch zustimmen, dass sein einstiger Beschluss zurückgenommen wird, und das wird er auch tun.


    Schutt und Müll können also weiterhin in Wiesbaden oder Framersheim entsorgt werden. Kommt also vielleicht doch noch der Baggersee im Steinbruch, wie in einer Petition 2020 gefordert?

     

    Wir werden sehen …

     

    Quelle: Sensor Ausgabe Mai / 07.05.2022

     

     

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    Do

    05

    Mai

    2022

    Wäre ein Baggersee im Mainzer Steinbruch doch möglich?

     

    Immer wieder wird die Forderung nach einem Baggersee im Laubenheimer Steinbruch laut. Geht nicht, hieß es bis jetzt. Doch Aussagen der SGD Süd nähren Zweifel an der klaren Absage.

     

    Von Julia Sloboda
    Stellvertretende Redaktionsleiterin Mainz

     

    Seit Jahren ist ein möglicher Baggersee im Laubenheimer Steinbruch immer wieder Gesprächsthema. Doch es gibt Hindernisse. (Archivfoto: Lukas Görlach)
    Seit Jahren ist ein möglicher Baggersee im Laubenheimer Steinbruch immer wieder Gesprächsthema. Doch es gibt Hindernisse. (Archivfoto: Lukas Görlach)
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    Fr

    22

    Apr

    2022

    Nach Deponie-Aus im Steinbruch: Kommt jetzt doch der Baggersee?

    Das Aus für die Bauschutt-Deponie im Mainzer Steinbruch könnte den Weg für neue Möglichkeiten freimachen. Die CDU erinnert jetzt an einen alten Vorschlag: ein Baggersee im Steinbruch.

     

    von Ralf Keinath

     

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    Fr

    22

    Apr

    2022

    Ideen für Mainzer Bauschuttdeponie im Steinbruch unerwünscht

     

    Das Aus der Mainzer Bauschuttdeponie ist realistisch. Doch noch muss der Stadtrat entscheiden. Ein Paar erzählt, warum die Pläne anfangs nicht verunsichert haben. Später durchaus.

     

    Von Carina Schmidt
    Lokalredakteurin Mainz

     

    Noch hängt das Protestschild der Bürgerinitiative am Treppenaufgang zum Einfamilienhaus der Siepchens. (Foto: Harald Kaster)
    Noch hängt das Protestschild der Bürgerinitiative am Treppenaufgang zum Einfamilienhaus der Siepchens. (Foto: Harald Kaster)
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    Do

    14

    Apr

    2022

    Stadt beendet Projekt Mülldeponie im Steinbruch in Mainz-Laubenheim

    Von Gisela Kirschstein - April 13, 2022
    Von Gisela Kirschstein - April 13, 2022

     

    Die Stadt Mainz wird eine Bauschuttdeponie in Steinbruch in Mainz-Laubenheim nicht weiterverfolgen. Das gab Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) überraschend am Mittwoch (13. April 2022) in Mainz bekannt. Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, dazu drohten hohe Investitionskosten, sagte Steinkrüger; Die Deponie wäre dann wirtschaftlich nicht mehr zu betreiben. „Ich werde dem Stadtrat den Vorschlag machen, den Beschluss für die Deponie aufzuheben und nicht weiter zu verfolgen“, kündigte die Dezernentin an.


    Katrin Eder wollte in dem alten Steinbruch eine Schuttdeponie der Klassen I und II einrichten

     

    Seit 2010 hatte die Stadt Mainz das Ziel verfolgt, in dem ehemaligen Kalksteinbruch der Firma Heidelberg Cement eine Bauschuttdeponie einzurichten. Die frühere Mainzer Umweltdezernentin und heutige Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) hatte das Projekt stets als notwendig verteidigt: Es gebe nicht genügend Bauschutt-Deponiekapazitäten im Raum Mainz, eine solche Deponie sei dringend notwendig und für Mainz finanziell attraktiv.

     

    Doch Eder wollte in dem alten Steinbruch eine Schuttdeponie der Klassen I und II einrichten, damit hätten dort aber auch Asbesthaltige Baustoffe, Krebserzeugende Schwermetalle und Dioxinhaltige Filterstäube gelagert werden dürfen. Die Bürgerinitiative Mainz 21 lief dagegen Sturm und protestierte, die Deponie wäre zudem nur ganze 350 Meter weit von einem neuen Wohngebiet auf der Hechtsheimer Höhe entstanden.

     

    Nun die Kehrtwende:

     

    Es gebe inzwischen mit der neuen Deponie in Framersheim sowie mit der Erweiterung der Dyckerhoff-Deponie in Wiesbaden genügend Ablagerungskapazitäten im Raum Mainz, räumte Steinkrüger am Mittwoch ein. Die Stadt Wiesbaden habe noch 2015 die Annahme der mineralischen Abfälle aus Mainz auf Anfrage des Entsorgungsbetriebes abgelehnt, betonte die Stadt Mainz.

     

    Inzwischen aber seien in Wiesbaden drei Planfeststellungsverfahren zur Schaffung zusätzlicher Entsorgungskapazitäten durchgeführt worden. Aktuell habe der Entsorgungsbetrieb ELW erklärt, dass die Erweiterung der Dyckerhoff-Deponie genehmigt worden sei. „Dadurch stehen regional neue Entsorgungskapazitäten zur Verfügung“, sagte Steinkrüger. Deshalb sei die Stadt Mainz nun erneut auf den ELW zugegangen und habe Verhandlungen über eine interkommunale Zusammenarbeit aufgenommen.

     


    Stadt hatte Lagerung von Asbesthaltigen Abfällen ausgeschlossen

     

    Dazu kam: Der Mainzer Stadtrat hatte zuletzt in seinem Beschluss pro Deponie aufgrund des öffentlichen Drucks die Lagerung von Asbesthaltigen Abfällen ausgeschlossen. Die Stadt Mainz wollte auf der Deponie unter anderem aber die Reste der stillgelegten und Abbruch-reifen Mombacher Hochbrücke entsorgen. Doch in der Hochbrücke sei „inzwischen Asbest nachgewiesen worden“, sagte Steinkrüger am Mittwoch. Damit sei eine Ablagerung im Laubenheimer Steinbruch durch den Stadtratsbeschluss ausgeschlossen.

     

    Dazu kam aber auch noch ein dritter K.O.-Faktor für die Deponie:

     

    Im Laufe des Bebauungsplanverfahrens für ein neues Wohngebiet auf der Hechtsheimer Höhe ergaben neue Gutachten, dass der Hang zur Deponie instabil sein könnte. Für das Wohngebiet hätte wohl eine neue Entwässerung durch den Hang gelegt werden müssen, die womöglich die Stabilität des Hanges und damit auch die Sicherheit der Deponie in Frage gestellt hätte.

     

    Die weiteren notwendigen Untersuchungen dazu wären „sehr zeitintensiv“ geworden, heißt es bei der Stadt Mainz weiter, und damit wären wohl hohe Investitionskosten auf die Stadt zugekommen. Steinkrüger sagte weiter, sie wolle nun den neuen Beschluss dem Stadtrat voraussichtlich im Juli vorlegen.

     

    „An der Neugestaltung des Geländes müssen die Bürger jetzt unbedingt beteiligt werden“

     

    Die Mainzer SPD begrüßte die neue Entwicklung, die Mainzer Co-Vorsitzende der SPD, Mareike von Jungenfeld, räumte aber auch ein: „Es gab immer kritische Stimmen in der Partei zu der geplanten Bauschutt-Deponie in Laubenheim, diese Stimmen dürfen sich bestätigt sehen.“ Jetzt stehe aber eine neue Frage im Vordergrund: „Wie soll das Areal für die Zukunft weiterentwickelt werden“, fragte von Jungenfeld und forderte, an der Neugestaltung des Geländes müssten die Bürger jetzt unbedingt beteiligt werden.

     


    CDU begrüßt die Beendigung des Projekts und fordert Alternativen ernsthaft zu prüfen

     

    Wie die Stadt mitteilte, wird es im Steinbruch Laubenheim nun doch keine Deponie geben, da sich die Rahmenbedingungen geändert hätten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hannsgeorg Schönig begrüßt diesen Schritt. Die CDU hatte das Projekt nur mit großen Bedenken mitgetragen, da es nicht unumstritten war, aber für die CDU die Entsorgungssicherheit auch ein wesentliches Argument darstellt, erklärt Schönig. Immer wieder seien kritische Stimmen laut geworden, insbesondere im Hinblick auf die bestehende und zukünftige Wohnbebauung in der Nachbarschaft. Diese Bedenken habe die Stadt nie ausräumen können.

     

    Auch der CDU-Kreisvorsitzende Thomas Gerster zeigt sich zufrieden, dass es keine Deponie in Laubenheim geben soll

     

    Die Stadt hat sich mit dem Projekt verrannt, so Gerster. Im Hinblick auf die Schadstoffbelastung der Hochbrücke und die Ausweitung der Entsorgungskapazitäten in der Deponie in Wiesbaden sei der Stopp des Vorhabens nur folgerichtig. Die CDU ist froh, dass die Entsorgungssituation regional gesichert ist, sagt Gerster. Jetzt könnten Alternativen, die zunächst vorschnell abgelehnt worden waren, ernsthaft geprüft werden. Beispielsweise sei hier der Vorschlag eines Badesees zu nennen. Das ursprüngliche Argument, dass ein Badesee aus Sicht des Grundwasserschutzes nicht umsetzbar sei, klinge wenig überzeugend. Schließlich werde in der Region rund um die Gemeinde Eich bei Worms trotz vieler Badeseen in der Nähe Trinkwasser gefördert auch durch die Mainzer Stadtwerke. Es ist zwar ärgerlich, dass für die Planungen der Deponie bereits Geld ausgegeben wurde, aber nun ergeben sich neue Möglichkeiten für die Stadt Mainz und für die Bürgerinnen und Bürger von Laubenheim, Hechtsheim und Weisenau, so Gerster abschließend.

     

    Deponie in Laubenheim – SPD Mainz begrüßt neue Entwicklung

     

    Die Mainzer SPD begrüßt die neue Entwicklung zum Steinbruch in Laubenheim. „Neue Erkenntnisse erfordern neues Nachdenken und neue Entscheidungen“, erklärte die Co-Vorsitzende der Mainzer SPD Mareike von Jungenfeld. „Es gab immer kritische Stimmen in der Partei zu der geplanten Bauschutt-Deponie in Laubenheim. Diese Stimmen dürfen sich bestätigt sehen. Sie waren Teil des bürgerschaftlichen Engagements in dieser Diskussion. Viele werden jetzt erleichtert sein.“

     

    „Jetzt stehe eine neue Frage im Vordergrund: Wie soll das Areal für die Zukunft weiterentwickelt werden?“ erklärte von Jungenfeld weiter. „Die Antwort bedarf eingehender Überlegungen und einem offenen Beteiligungsprozess. Auch müssen neue Gutachten abgewartet werden. Auf jeden Fall bieten sich jetzt neue Möglichkeiten. Dies gilt es als Chance für das Areal und die Umgebung zu begreifen. Es ist an uns, die umsetzbaren Möglichkeiten mit zu bestimmen und dann auch eine zu verwirklichen“.

     

    Quelle: BYC-News Online-Zeitung Mainz / 14.04.2022

     

     

     

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    Mi

    13

    Apr

    2022

    Kommentar zum Laubenheimer Steinbruch: Frischer Blick

     

    Kommentar von Carina Schmidt Lokalredakteurin Mainz

     

     

    MAINZ - Die Bauschuttdeponie im Laubenheimer Steinbruch ist so gut wie beerdigt. Mit dieser Nachricht dürften in Weisenau und Laubenheim etliche Sektkorken geknallt haben.

     

    Der Widerstand von Bürger:innen und Ortsbeiratsmitgliedern war groß. Aber war er auch berechtigt? Schief gelaufen ist von städtischer Seite aus mindestens eins: Die Bürger:innen wurden nicht von Anfang an mit ins Boot genommen.

     

    Ein Kommunikationsversäumnis, das leider System hat: Die Klärschlammverbrennungsanlage und die Schiffsanlegestelle sind nur zwei weitere Beispiele. Dass von den Deponie-Gegnern teilweise Behauptungen gestreut wurden, die Verwaltung werde die Bürger vergiften, war allerdings grenzwertig. Manche Argumentation passte in das Schema von Verschwörungsmythen.

     

    Und doch ist es der Bürgerinitiative zu verdanken, dass das Thema Hangstabilität untersucht wurde. Letztlich ein zentrales Argument gegen das Projekt.

     

    Mit frischem Blick darauf dürfte es Umweltdezernentin Janina Steinkrüger und dem ebenfalls neuen Werkleiter des Entsorgungsbetriebs, Michael Potthast, leichter gefallen sein, das Projekt zu beerdigen, als ihren Vorgängern.

     

    Außerdem rückt die Kommunalwahl näher und dass man mit dem Thema in Mainz keinen Blumentopf gewinnen kann, dürfte beiden schon unmittelbar nach Amtsantritt klar gewesen sein.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 13.04.2022

     

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    Mi

    13

    Apr

    2022

    Pressemeldung der Stadt-Mainz

     

    (rap) Kooperationsgespräche mit ELW / Asbestbelastete Hochbrücke kann bei Niederlegung nicht im Steinbruch entsorgt werden / Hechtsheimer Höhe: Zeitaufwändige hydrologische Gutachten zu Hangstabilität notwendig

     

    Pressemitteilung: Projekt „Deponie Steinbruch Laubenheim“ wird aufgrund geänderter Rahmenbedingungen beendet

    Das Projekt des Baus einer Deponie im Steinbruch Mainz-Laubenheim wird aufgrund von geänderten Rahmenbedingungen beendet. Der Steinbruch wird nun weiterhin mit unbelastetem Bodenaushub verfüllt.

    Warum war man in das Projekt gestartet?

    Seit dem Jahr 2010 verfügte die Landeshauptstadt Mainz über keine eigene Deponie, auf der man nicht brennbare, nicht verwertbare Bauabfälle ablagern kann. Daher reagierte der Entsorgungsbetrieb als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger und suchte entsprechend seiner gesetzlichen Verpflichtung nach einer Lösung für mineralische Abfälle aus der Landeshauptstadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen.
    Ziel war es dabei, für Mainzer Bürger:innen, die Stadtverwaltung selbst als auch Gewerbeunternehmen, die bauen wollten, zu fairen, angemessenen Preisen, auf kurzen und wenig umweltbelastenden Transportwegen eine lokale Lösung anzubieten.

    Die Landeshauptstadt Wiesbaden lehnte 2015 die Annahme der mineralischen Abfälle aus Mainz auf Anfrage des Entsorgungsbetriebes ab. Andere Entsorgungsmöglichkeiten, zu denen Gespräche in der Vergangenheit stattfanden, hatten den Nachteil von langen Transportwegen oder erhöhten Entsorgungspreisen. Seinerzeit war auch die Zukunft der Deponie in Framersheim ungewiss.

    In Wiesbaden wurden in der Zwischenzeit drei Planfeststellungsverfahren zur Schaffung zusätzlicher Entsorgungskapazitäten durchgeführt. Der Entsorgungsbetrieb der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) erklärte aktuell, dass die Erweiterung der Dyckerhoff-Deponie genehmigt wurde. Dadurch stehen regional neue Entsorgungskapazitäten zur Verfügung. Aus diesem Grunde ist die Landeshauptstadt Mainz erneut auf den ELW zugegangen und hat Verhandlungen über eine interkommunale Zusammenarbeit aufgenommen.

    Hinzu kommt: Die Mainzer Deponie wurde immer als Entsorgungsmöglichkeit für die Mombacher Hochstraße vorgesehen. In der Diskussion um den Bau der Deponie im Laubenheimer Steinbruch schloss der Stadtrat trotz Zulässigkeit nach der Deponieverordnung Asbest und Schlacke aus der Müllverbrennungsanlage aus. Neueste Untersuchungen der Mombacher Hochstraße weisen eine Belastung des Bauwerks mit Asbest nach. Es ist davon auszugehen, dass das Bauwerk baugleich mit der Hochstraße in Ludwigshafen ist. Dies bedeutet, dass das Asbest so in der Hochstraße verbaut ist, dass eine Abtrennung der Asbestbestandteile nicht möglich ist. Damit ist eine Ablagerung im Laubenheimer Steinbruch durch den Stadtratsbeschluss ausgeschlossen.

    Im Laufe des Bebauungsplanverfahrens zur Hechtsheimer Höhe (He 130) kam zudem durch hydrologische Gutachten die Frage nach der Stabilität des Hangs auf. Hierzu werden aktuell weitere Untersuchungen durchgeführt, für eine zusätzliche Stabilisierung kann je nach Ergebnis auf verschiedene technische Lösungen zurückgegriffen werden.
    Nach Einschätzung der Genehmigungsbehörde SGD Süd stellt dies kein K.o.- Kriterium für die Planungen zum Bau der Deponie dar, allerdings sind die weiteren notwendigen Untersuchungen sehr zeitintensiv. Wie sich dies auf die Investitionskosten auswirken würde, ist wiederum derzeit nicht absehbar.

    Der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz und die Verwaltung hatten seinerzeit eine zeitnahe Verfüllung zugesagt und dies im damaligen Stadtratsbeschluss mit aufgenommen. Aufgrund der geänderten Entsorgungsmöglichkeiten in Wiesbaden, der asbestbelasteten Hochbrücke sowie der zeitlichen Komponente durch zusätzlich erforderliche Gutachten und den damit verbundenen Verzug für die Rekultivierung des Steinbruchs hat sich das Umweltdezernat daher entschieden, das Projekt Deponie im Laubenheimer Steinbruch zu beenden.

    „Es bleibt zu hoffen, dass auf Bundesebene - und dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Notwendigkeit der Klimaneutralität - der künftige Einsatz von Recyclingbaustoffen deutlich stärker an Fahrt aufnimmt und deren Verwendung künftig gesetzlich vorgeschrieben wird. Der Entsorgungsbetrieb ist sowohl mit dem Umweltbildungszentrum als auch dem neuen Verwaltungsgebäude hier einen vorbildlichen Weg gegangen, der aber leider immer noch die Ausnahme darstellt“, betont Umweltdezernentin Janina Steinkrüger abschließend.
    Quelle: Pressemeldung Stadt-Mainz / 13.04.2022

     

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    Mi

    13

    Apr

    2022

    Keine Bauschuttdeponie im Laubenheimer Steinbruch

     

    Eigentlich sollte in Laubenheim eine Deponie für Bauschutt aus Mainz entstehen. Neben Widerstand aus der Bevölkerung gibt es nun mehrere Gründe, warum das Projekt scheitert.

    Von Carina Schmidt
    Lokalredakteurin Mainz

     

    11,2, Hektar des rund 56 Hektar großen Steinbruchs sollten eigentlich für mineralische Abfälle zur Verfügung gestellt werden. Nun soll das Vorhaben abgeblasen werden. (Foto: Sascha Kopp)
    11,2, Hektar des rund 56 Hektar großen Steinbruchs sollten eigentlich für mineralische Abfälle zur Verfügung gestellt werden. Nun soll das Vorhaben abgeblasen werden. (Foto: Sascha Kopp)
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    Mi

    13

    Apr

    2022

    Nach Deponie-Aus: Weisenauer Ortsvorsteher rechnet mit Stadtspitze ab

    Im Steinbruch zwischen Weisenau und Laubenheim wird es keine Bauschuttdeponie geben. Dass dies nicht schon früher entschieden wurde, ärgert den Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein.

     

    Von Ralf Keinath

     

    Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein im Interview mit Merkurist
    Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein im Interview mit Merkurist
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    Mi

    13

    Apr

    2022

    Aus für geplante Mülldeponie in Mainz-Laubenheim

    Steinbruch soll renaturiert werden
    Steinbruch soll renaturiert werden

     

    Seit über zehn Jahren plant die Stadt Mainz eine Mülldeponie im ehemaligen Steinbruch Mainz-Laubenheim. Die Anwohner liefen immer wieder Sturm dagegen. Jetzt macht die Stadt eine Kehrtwende.

     

    Dieses Thema bewegt die Mainzerinnen und Mainzer schon seit dem Jahr 2010. Im ehemaligen Steinbruch in Mainz-Laubenheim sollte direkt neben einem Wohngebiet eine Deponie für mehr als zwei Millionen Kubikmeter Bauschutt entstehen.

     

    Die Bürgerinitiative "Mainz 21" mahnte stets, dass dort giftige Stoffe abgelagert werden könnten - mit gesundheitlichen Folgen für die Anwohner. Die Stadt Mainz hatte dem immer widersprochen.

     

    Jetzt gab Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) bekannt, dass sie das Projekt, eine Deponie im Laubenheimer Steinbruch zu bauen, beenden will. Sie verkündete es bei einer am Mittwoch vor Ostern anberaumten Pressekonferenz vor einer Handvoll Journalisten. "Das Planfeststellungsverfahren wird nicht weiter verfolgt", sagte sie.

     

    Mainz kann wohl Wiesbadener Deponie nutzen

     

    Als Gründe nannte sie "geänderte Rahmenbedingungen". Das heißt im Klartext: Mainz braucht keine Deponie mehr. Die Stadt Wiesbaden habe die Erweiterung der Dyckerhoff-Deponie genehmigt. Diese Deponie könne nun auch die Stadt Mainz nutzen. Man stehe kurz vor Abschluss von Verträgen mit der Stadt Wiesbaden.

     

    "Die Mengen, die wir derzeit als Entsorgungsbetrieb haben, sind relativ überschaubar, sodass wir mindestens die nächsten zehn bis 15 Jahre dort Bauschutt deponieren können", sagte Steinkrüger.

     

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    Mi

    13

    Apr

    2022

    Aus für Deponie im Steinbruch Weisenau – Stadt Mainz beendet Projekt: Zu hohe Kosten, zu wenig Bauschutt

    Der alte Steinbruch bei Mainz-Weisenau wird nun doch keine Mülldeponie. – Foto: gik
    Der alte Steinbruch bei Mainz-Weisenau wird nun doch keine Mülldeponie. – Foto: gik

     

    Kehrtwende im Mainzer Rathaus: Die Mülldeponie im Steinbruch zwischen Mainz-Weisenau und Mainz-Laubenheim steht vor dem Aus. Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) kündigte am Mittwoch völlig überraschend an, sie werde das Projekt nicht weiterverfolgen und dem Stadtrat die Aufhebung seines Beschlusses vorschlagen. Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, argumentierte Steinkrüger: Es gebe inzwischen Deponiekapazitäten in Wiesbaden und in Framersheim bei Alzey, dazu drohten hohe Investitionskosten wegen einer Hangsicherung – das Projekt Deponie rechne sich nicht mehr. Vor zwei Jahren hatte die Stadt Mainz noch genau umgekehrt argumentiert.

     

    Der Steinbruch bei Mainz-Weisenau stammt noch aus Zeiten der alten Portland-Zementfabrik, 2004 hatte die Heidelberg Cement AG die Kalksteingewinnung eingestellt, die Stadt Mainz das Gelände zum 28.11.2008 übernommen – und damit auch die Rechte und Pflichten für die Verfüllung des Steinbruchs. Die frühere Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) wollte auf dem Gelände eine Mülldeponie mit Bauschuttabfällen einrichten und hatte stets argumentiert: Es gebe zu wenig Bauschutt-Ablagerungskapazitäten in der Region.

     

    Gegen die Deponie kämpfte seit einigen Jahren jedoch die Bürgerinitative Mainz21, die argumentierte, in der Deponie hätten auch Abfälle der Deponieklasse II gelagert werden dürfen – und dazu gehörten auch Krebserzeugende Schwermetalle, Asbesthaltiger Bauschutt und Dioxinhaltige Filterstäube. Dazu liege die Deponie viel zu dicht an der Wohnbebauung auf der Hechtsheimer Höle, unmittelbar neben der Abbruchkante soll ein neues Wohngebiet mit Einfamilienhäusern und Kindergarten entstehen – und gerade letzterer wäre nur wenige Hundert Meter neben dem Steinbruch errichtet worden.

     

    Nun die überraschende Kehrtwende im Mainzer Rathaus: Eders Nachfolgerin im Amt der Umweltdezernentin, Janina Steinkrüger (Grüne), kündigte am Mittwoch das Aus für die Deponie an. “Ich werde dem Stadtrat den Vorschlag machen, den Beschluss für die Deponie aufzuheben und nicht weiter zu verfolgen”, sagte Steinkrüger. Grund seien veränderte Rahmenbedingungen: neue Entsorgungsmöglichkeiten in Wiesbaden, die asbestbelastete Mainzer Hochbrücke sowie “eine zeitliche Komponente durch zusätzlich erforderliche Gutachten und den damit verbundenen Verzug für die Rekultivierung des Steinbruchs.” Deshalb habe sie entschieden, das Projekt Deponie im Laubenheimer Steinbruch zu beenden.

     

    Seit 2010 habe die Landeshauptstadt Mainz über keine eigene Deponie mehr zur Entsorgung von nicht brennbaren und nicht verwertbaren Bauabfällen verfügt, deshalb habe der Entsorgungsbetrieb “entsprechend seiner gesetzlichen Verpflichtung nach einer Lösung für mineralische Abfälle aus der Landeshauptstadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen” gesucht, rechtfertigte die Stadt Mainz ihr Vorgehen. Ziel sei es dabei gewesen, für die Mainzer Bürger, die Stadtverwaltung selbst sowie für Gewerbeunternehmen, die bauen wollten, “zu fairen, angemessenen Preisen, auf kurzen und wenig umweltbelastenden Transportwegen eine lokale Lösung anzubieten.”

     

    Doch die Deponie erwies sich weder als umweltverträglich, noch als finanziell tragbar und schon gar nicht als ideal: Der Mainzer Stadtrat hatte zuletzt in seinem Beschluss pro Deponie aufgrund des öffentlichen Drucks die Lagerung von Asbest-haltigen Abfällen ausgeschlossen. Das erwies sich als ein entscheidender Faktor: Die Stadt Mainz wollte die Deponie unter anderem für die Entsorgung der inzwischen stillgelegten Mombacher Hochbrücke nutzen. Doch in der Hochbrücke sei “inzwischen Asbest nachgewiesen worden”, sagte Steinkrüger am Mittwoch. Man müsse davon ausgehen, dass der Asbest so in der Hochstraße verbaut sei, dass eine Abtrennung der Asbestbestandteile nicht möglich ist. Damit sei eine Ablagerung im Laubenheimer Steinbruch durch den Stadtratsbeschluss ausgeschlossen.

     

    Dazu kam: Es gebe schlicht nicht mehr genügend Bauschutt aus der Region für die neue Deponie, räumte Steinkrüger ein: “Die privaten Bauträger entsorgen seit 2010 sowieso woanders”, sagte die Dezernentin. Zudem gebe es inzwischen mit Wiesbaden und Framersheim zwei weitere Deponien in der Region, “ein wirtschaftlicher Betrieb wäre voraussichtlich nicht gegeben”, räumte die Dezernentin ein. Ihre Vorgängerin Eder hatte noch komplett anders argumentiert und stets von fehlenden Bauschutt-Deponie-Kapazitäten gesprochen.

     

    Doch schon im September 2020 hatte der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) gewarnt: Die Deponie im Steinbruch sei überflüssig. Es gebe inzwischen im Umkreis von Mainz mindestens drei andere Deponien, darunter eine neu genehmigte in Framersheim bei Alzey, sagte Kehrein damals gegenüber Mainz& – der Bedarf für eine Deponie sei überhaupt nicht mehr gegeben. Angesichts der neuen Konkurrenz stelle sich nun doch die Frage, “wie die Stadt Mainz diese Deponie überhaupt befüllen will, woher sollen denn die weiteren Müllmengen kommen”, sagte Kehrein damals, und warf Dezernentin Eder vor “sich wegzuducken.”

     

    Inzwischen ist man bei der Stadt Mainz offenbar zum selben Ergebnis gekommen: Es gebe mit Framersheim eine Alternative, räumte Steinkrüger ein, diese sei aber “seinerzeit” noch ungewiss gewesen, die Einrichtung der Deponie dort stehe überhaupt erst seit drei Monaten fest. Die Landeshauptstadt Wiesbaden hingegen habe noch 2015 die Annahme der mineralischen Abfälle aus Mainz auf Anfrage des Entsorgungsbetriebes abgelehnt.

     

    n Wiesbaden seien mittlerweile drei Planfeststellungsverfahren zur Schaffung zusätzlicher Entsorgungskapazitäten durchgeführt worden. Aktuell habe der Entsorgungsbetrieb ELW erklärt, dass die Erweiterung der Dyckerhoff-Deponie genehmigt worden sei. “Dadurch stehen regional neue Entsorgungskapazitäten zur Verfügung”, sagte Steinkrüger weiter. Deshalb sei die Stadt Mainz nun erneut auf den ELW zugegangen und habe Verhandlungen über eine interkommunale Zusammenarbeit aufgenommen.

     

    K.O.-Faktor 3: Instabiler Hang zur Hechtsheimer Höhe

     

    Dazu kam aber auch noch ein dritter KO-Faktor für die Deponie: Im Laufe des Bebauungsplanverfahrens zur Hechtsheimer Höhe sei “zudem durch hydrologische Gutachten die Frage nach der Stabilität des Hangs aufgekommen”, heißt es beid er Stadt Mainz weiter. Dazu würden aktuell weitere Untersuchungen durchgeführt, für eine zusätzliche Stabilisierung könne je nach Ergebnis auf verschiedene technische Lösungen zurückgegriffen werden. Nach Mainz&-Informationen geht es dabei um die Frage der Entwässerung des Hanges, die womöglich die Stabilität des Hanges in Frage gestellt hätte.

     

    “Nach Einschätzung der Genehmigungsbehörde SGD Süd stellt dies kein K.o.- Kriterium für die Planungen zum Bau der Deponie dar”, betonte die Stadt zwar, dennoch seien “die weiteren notwendigen Untersuchungen sehr zeitintensiv” – es sei “nicht abzusehen”, wie sich das auf die Investitionskosten auswirke. Dazu wurde in der Pressekonferenz am Mittwoch aber auch klar: Die für die Deponie notwendige Verdichtung des Bodens durch Rüttelstopfverdichtung hätten enorme Investitionskosten nach sich gezogen. Planungs- und Investitionskosten für die Deponie wären damit so hoch gestiegen, dass sich ein Betrieb nicht mehr gerechnet hätte. Steinkrüger sagte, sie wolle den neuen Beschluss dem Stadtrat voraussichtlich im Juli vorlegen.

     

    Mainzer SPD fordert Beteiligungsprozess bei Steinbruch-Planung

     

    Die Mainzer SPD begrüßte die neue Entwicklung: “Neue Erkenntnisse erfordern neues Nachdenken und neue Entscheidungen”, sagte die Co-Vorsitzende der Mainzer SPD, Mareike von Jungenfeld, und räumte zugleich ein: “Es gab immer kritische Stimmen in der Partei zu der geplanten Bauschutt-Deponie in Laubenheim, diese Stimmen dürfen sich bestätigt sehen.” Jetzt stehe aber eine neue Frage im Vordergrund: “Wie soll das Areal für die Zukunft weiterentwickelt werden”, fragte von Jungenfeld, und forderte: “Die Antwort bedarf eingehender Überlegungen und einem offenen Beteiligungsprozess.”

     

    In jeden Fall böten sich jetzt neue Möglichkeiten, die als “Chance für das Areal und die Umgebung” genutzt werden müssten, forderte die SPD-Chefin. Steinkrüger sagte hingegen auf Mainz&-Nachfrage, wie es mit dem Areal genau weiter gehe, habe sie sich “noch nicht überlegt.” Die Stadt Mainz werde aber ihrer Verpflichtung zur Verfüllung des Areals weiter nachkommen. “Mein Anliegen wäre, es als naturnahe Fläche zu belassen”, sagte Steinkrüger. Mainz habe ohnehin wenig Naherholungsflächen, hier sei “ruhige Naherholung” gut vorstellbar. Einen Baggersee, wie ihn schon einmal eine Petition fordert, lehnte sie erneut ab.

     

    Info& auf Mainz&: Mehr zum Baggersee im alten Steinbruch und dem Streit um die Mülldeponie lest Ihr hier bei Mainz&:

     

     

     

    3070 Unterschriften für Baggersee werden an Mainzer OB übergeben – Stadt Mainz lehnte See schon 2015 ab

     

    3.070 Unterschriften für einen Baggersee in Mainz – das ist das vorläufige Ergebnis einer Online-Petition, die sich für Naherholung und Badeerlebnis im alten Steinbruch zwischen Mainz-Laubenheim und Mainz-Weisenau stark macht. Diese Unterschriften sollen am Dienstagmittag dem Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) übergeben werden. Das Votum sei eindeutig, finden die Initiatoren – doch eindeutig war auch … 3070 Unterschriften für Baggersee werden an Mainzer OB übergeben – Stadt Mainz lehnte See schon 2015 ab weiterlesen

    Quelle: Mainz& / 13.04.2022

     

     

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    Mi

    13

    Apr

    2022

    Geänderte Rahmenbedingungen: Aus für die Deponie „Steinbruch Laubenheim“

     

    Ein jahreslanges Tauziehen hat ein Ende: Janina Steinkrüger, die neue Dezernentin für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr verkündete heute das Aus für die Planung einer Bauschutt- / Mülldeponie im Laubenheimer Steinbruch und schloss sich damit in Teilen den Argumenten der Bürgerinitiative an. Die Rahmenbedingungen hätten sich schlichtweg geändert, Mainz brauche aktuell keine eigene Deponie mehr. Der Steinbruch wird weiterhin mit unbelastetem Bodenaushub verfüllt und soll künftig, geht es nach dem Willen der Dezernentin, naturnah und zur Naherholung verbleiben. Der Stadtrat muss noch zustimmen, dass sein einstiger Beschluss zurückgenommen wird.

     

    Seit 2010 verfügte die Stadt Mainz über keine eigene Deponie, auf der man nicht brennbare, nicht verwertbare Bauabfälle ablagern kann. Daher reagierte der Entsorgungsbetrieb als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger und suchte entsprechend seiner gesetzlichen Verpflichtung nach einer Lösung für mineralische Abfälle aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen. Ziel war es dabei, für Mainzer Bürger, die Stadtverwaltung selbst als auch Gewerbeunternehmen, die bauen wollten, zu fairen, angemessenen Preisen, auf kurzen und wenig umweltbelastenden Transportwegen eine lokale Lösung anzubieten.

     

     

    Wiesbaden lehnte 2015 die Annahme der mineralischen Abfälle aus Mainz auf Anfrage des Entsorgungsbetriebes ab. Andere Entsorgungsmöglichkeiten, zu denen Gespräche in der Vergangenheit stattfanden, hatten den Nachteil von langen Transportwegen oder erhöhten Entsorgungspreisen. Seinerzeit war auch die Zukunft der Deponie in Framersheim ungewiss.

     

     

    Nun ist alles anders: In Wiesbaden wurden in der Zwischenzeit drei Planfeststellungsverfahren zur Schaffung zusätzlicher Entsorgungskapazitäten durchgeführt. Der Entsorgungsbetrieb der Landeshauptstadt Wiesbaden (ELW) erklärte aktuell, dass die Erweiterung der Dyckerhoff-Deponie genehmigt wurde. Dadurch stehen regional neue Entsorgungskapazitäten zur Verfügung. Aus diesem Grunde ist die Landeshauptstadt Mainz erneut auf den ELW zugegangen und hat Verhandlungen über eine interkommunale Zusammenarbeit aufgenommen.

     

    Hinzu kommt: Die Mainzer Deponie wurde als Entsorgungsmöglichkeit für die Mombacher Hochstraße vorgesehen. In der Diskussion um den Bau der Deponie im Laubenheimer Steinbruch schloss der Stadtrat trotz Zulässigkeit nach der Deponieverordnung Asbest und Schlacke aus der Müllverbrennungsanlage aus. Neueste Untersuchungen der Hochstraße weisen eine Belastung des Bauwerks mit Asbest nach. Es ist davon auszugehen, dass das Bauwerk baugleich mit der Hochstraße in Ludwigshafen ist. Dies bedeutet, dass das Asbest so in der Hochstraße verbaut ist, dass eine Abtrennung der Asbestbestandteile nicht möglich ist. Damit sei eine Ablagerung im Laubenheimer Steinbruch höchstwahrscheinlich ausgeschlossen.

     

     

    Im Laufe des Bebauungsplanverfahrens zur Hechtsheimer Höhe (He 130) kam zudem durch hydrologische Gutachten die Frage nach der Stabilität des Hangs auf. Hierzu werden aktuell weitere Untersuchungen durchgeführt, für eine zusätzliche Stabilisierung kann je nach Ergebnis auf verschiedene technische Lösungen zurückgegriffen werden.

     

    Nach Einschätzung der Genehmigungsbehörde SGD Süd stellt dies kein K.o.- Kriterium für die Planungen zum Bau der Deponie dar, allerdings sind die weiteren notwendigen Untersuchungen sehr zeitintensiv. Wie sich dies auf die Investitionskosten auswirken würde, ist wiederum derzeit nicht absehbar.

     

     

    Der Entsorgungsbetrieb der Stadt Mainz und die Verwaltung hatten seinerzeit eine zeitnahe Verfüllung zugesagt und dies im damaligen Stadtratsbeschluss mit aufgenommen. Aufgrund der geänderten Entsorgungsmöglichkeiten in Wiesbaden, der asbestbelasteten Hochbrücke sowie der zeitlichen Komponente durch zusätzlich erforderliche Gutachten und den damit verbundenen Verzug für die Rekultivierung des Steinbruchs hat sich das Umweltdezernat daher entschieden, das Projekt Deponie im Laubenheimer Steinbruch zu beenden: „Es bleibt zu hoffen, dass auf Bundesebene – und dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Notwendigkeit der Klimaneutralität – der künftige Einsatz von Recyclingbaustoffen deutlich stärker an Fahrt aufnimmt und deren Verwendung künftig gesetzlich vorgeschrieben wird. Der Entsorgungsbetrieb ist sowohl mit dem Umweltbildungszentrum als auch dem neuen Verwaltungsgebäude hier einen vorbildlichen Weg gegangen, der aber leider immer noch die Ausnahme darstellt“, betont Umweltdezernentin Janina Steinkrüger.

     

     

    Interessant hierbei, dass ein Stadtratsbeschluss also offenbar nicht heilig ist und feststeht, wie die Stadtverwaltung bei ihr wichtigen Projekten immer wieder betont, sondern aufgrund geänderter Rahmenbedingungen etc. auch zurückgenommen werden kann. Dies wird auf der nächsten Stadtratssitzung im Juli erwartet. Steinkrüger habe bereits positive Signale aus der Ampel-Koalition erhalten.

     

     

    SPD Weisenau begrüßt Aus der Deponie Laubenheim-Nord / Naherholungsgebiet jetzt voranbringen

     

     

    Die Weisenauer SPD begrüßt die Entscheidung des Stadtvorstands, keine Deponie im ehemaligen Steinbruch Laubenheim-Nord einzurichten. „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Lebensqualität und die Attraktivität von Weisenau,“, so der Vorsitzende der Weisenauer SPD, Alexander Quis.

     

     

    „Die Entscheidung des Stadtvorstands um Oberbürgermeister Michael Ebling und Umweltdezernentin Janina Steinkrüger ist vollkommen richtig. Schon zu Beginn der Planungen war der Widerstand in der Bevölkerung unseres Stadtteils sowie im Ortsbeirat groß. Viele befürchteten unüberschaubare Risiken für Umwelt und Bewohnerinnen und Bewohner, da die Deponie direkt an ein Wohngebiet gegrenzt hätte. Zudem bestanden von Beginn an große Zweifel bezüglich der Wirtschaftlichkeit, insbesondere vor dem Hintergrund, dass in unmittelbarer Nähe bereits eine geeignete Deponie ist. Alles Punkte, die lange bekannt waren. Die jetzige Entscheidung zeigt, dass unser Standpunkt von Anfang an richtig war und wir sind erleichtert, dass die Pläne nicht weiter verfolgt werden“, so Quis weiter.

     

    Aus Protest gegen das Projekt hatte sich ebenso die Bürgerinitiative „MAINZ21 Nein zur Mülldeponie in Mainz e.V.“ gegründet, zu deren Gründungsmitgliedern auch die stellvertretende Vorsitzende der Weisenauer SPD, Dr. Gitta Weber gehört. Die Bürgerinitative habe über viele Jahre hinweg das Vorhaben kritisch begleitet. Die SPD Weisenau, die SPD-Ortsbeiratsfraktion und die SPD-Stadtratsfraktion haben über die Jahre immer wieder den Dialog mit dem Stadtvorstand gesucht, um den Standpunkten und den Argumenten der Bürgerinnen und Bürger von Weisenau Gehör zu verschaffen. Leider wären damals weder Entsorgungsbetriebe noch die damalige Umweltdezernentin Katrin Eder bereit gewesen, sich mit diesen Argumenten auseinanderzusetzen sondern hätten die Deponie zu ihrem Prestigeobjekt erklärt. Dieses sei jetzt gescheitert.

     

     

    Ralf Kehrein, Ortsvorsteher von Weisenau, ergänzt: „Es war ein langer Weg, aber das Ende des Projekts ist ein Gewinn für alle Weisenauerinnen und Weisenauer und unser Engagement hat sich gelohnt.“

     

    Die SPD Weisenau blickt nun nach vorne: „Jetzt müssen wir wieder zu den ursprünglichen Plänen der Renaturierung des Steinbruchs zurückkehren. Damit kann das Naherholungsgebiet, das den Weisenauerinnen und Weisenauern versprochen wurde und auf das sie seit Jahren warten, endlich in Angriff genommen werden. Hierfür werden wir uns jetzt einsetzen“, erklärt Quis.

     

     

    SPD Mainz begrüßt neue Entwicklung

     

     

    Auch die Mainzer SPD begrüßt die neue Entwicklung zum Steinbruch in Laubenheim. „Neue Erkenntnisse erfordern neues Nachdenken und neue Entscheidungen“, erklärte die Co-Vorsitzende der Mainzer SPD Mareike von Jungenfeld. „Es gab immer kritische Stimmen in der Partei zu der geplanten Bauschutt-Deponie in Laubenheim. Diese Stimmen dürfen sich bestätigt sehen. Sie waren Teil des bürgerschaftlichen Engagements in dieser Diskussion. Viele werden jetzt erleichtert sein.“

     

     

    „Jetzt stehe eine neue Frage im Vordergrund: Wie soll das Areal für die Zukunft weiterentwickelt werden?“ erklärte von Jungenfeld weiter. „Die Antwort bedarf eingehender Überlegungen und einem offenen Beteiligungsprozess. Auch müssen neue Gutachten abgewartet werden. Auf jeden Fall bieten sich jetzt neue Möglichkeiten. Dies gilt es als Chance für das Areal und die Umgebung zu begreifen. Es ist an uns, die umsetzbaren Möglichkeiten mit zu bestimmen und dann auch eine zu verwirklichen“.

     

    ÖDP begrüßt das Aus

     

    Die ÖDP-Stadtratsfraktion begrüßt das Aus für das Vorhaben einer geplanten Bauschuttdeponie für die Deponieklassen I und II im Laubenheimer Steinbruch. Die ÖDP wird einen solchen Stadtratsbeschluss grundsätzlich unterstützen. ÖDP-Fraktionsvorsitzender Dr. Claudius Moseler dazu: „Wir haben jahrelang gemeinsam mit der Bürgerinitiative Mainz21 darauf hingewiesen, dass ein solches Projekt in einem dicht besiedelten Raum nicht nachhaltig sein kann. Das bisherige sture Festhalten der Ampel-Fraktionen und der CDU im Stadtrat zur Ablagerung von belasteten Bauschutt erweist sich nun offenbar als schwerer Fehler.“ Auch wurde immer auf die Problematik der hydrologischen Gegebenheiten und der Hangstabilität hingewiesen. „Wir begrüßen, dass jetzt interkommunale Projekte für die Entsorgung des Bauschutts initiiert werden. Jetzt muss aber auch transparent gemacht werden, wie es mit dem Weisenauer Steinbruch unter den neuen Rahmenbedingungen überhaupt weitergeht. Hier brauchen wir Lösungen für die Natur und die Menschen.“

     

     Quelle: Sensor / 13.04.2022

     

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    So

    13

    Feb

    2022

    Keine Bauschuttdeponie im Laubenheimer Steinbruch

    Eigentlich sollte in Laubenheim eine Deponie für Bauschutt aus Mainz entstehen. Neben Widerstand aus der Bevölkerung gibt es nun mehrere Gründe, warum das Projekt scheitert.

     

    Von Carina Schmidt

    Lokalredakteurin Mainz

     

    11,2, Hektar des rund 56 Hektar großen Steinbruchs sollten eigentlich für mineralische Abfälle zur Verfügung gestellt werden. Nun soll das Vorhaben abgeblasen werden. (Foto: Sascha Kopp)
    11,2, Hektar des rund 56 Hektar großen Steinbruchs sollten eigentlich für mineralische Abfälle zur Verfügung gestellt werden. Nun soll das Vorhaben abgeblasen werden. (Foto: Sascha Kopp)
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    Mo

    31

    Jan

    2022

    12.000 neue Wohnungen in Mainz bis 2030 geplant

    Das aktuellste Quartier: Auf dem Lerchenberger „Spargelacker“ sollen 400 Wohneinheiten in Geschossbauweise entstehen. Derzeit läuft hier der Wettbewerb. (Foto: Lukas Görlach)
    Das aktuellste Quartier: Auf dem Lerchenberger „Spargelacker“ sollen 400 Wohneinheiten in Geschossbauweise entstehen. Derzeit läuft hier der Wettbewerb. (Foto: Lukas Görlach)

     

    Eine Woche später lud nun Baudezernentin Marianne Grosse zum Pressegespräch, in dem der Stand der aktuell größten Bauvorhaben präsentiert wurde. Und in dem die SPD-Politikerin (auch in Richtung der CDU?) sagte: „Wir haben auch viele Quartiere mit Ein- und Zweifamilien- oder Reihenhäusern.“ Allerdings sind die meisten dieser Quartiere bereits fertig und bezogen.

     

    Nicht fertiggestellt sind derzeit die Baugebiete „Am Steinbruch“ in Hechtsheim mit 17 Einfamilien- und drei Mehrfamilienhäusern, zudem die „Hechtsheimer Höhe“, bei der von 420 Wohneinheiten zwei Drittel als Ein- und Zweifamilien- bzw. Reihenhäuser geplant sind. Hier gibt es noch keinen Bebauungsplan, weil noch Gutachten ausstehen.

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 31.01.2022

     

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    Sa

    10

    Jul

    2021

    Es grünt so grün - Verkehrsdezernetin?

    Queller: Allgemeine Zeitung / 10.07.2021
    Queller: Allgemeine Zeitung / 10.07.2021
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    Di

    29

    Jun

    2021

    Keine Stadtfarm im Steinbruch

     

    Die Stadt lehnt den Antrag des Weisenauer Ortsbeirats ab und verweist auf „naturschutzrechtlich festgeschriebene Ausgleichsflächen“. Die Argumentation stieß auf großes Interesse.

     

    Von MIH

     

    WEISENAU - Eine Stadtfarm samt Farm-Kita im renaturierten Steinbruch: Dieser Vision von Christdemokratin Annette Wöhrlin hat die Stadt nun eine klare Abfuhr erteilt.

     

    Mitte März war der CDU-Antrag vom Ortsbeirat bei zwei Enthaltungen der Grünen auf den Weg gebracht worden. „Bei den Flächen innerhalb des ehemaligen Steinbruchs handelt es sich um naturschutzrechtlich festgeschriebene Ausgleichsflächen“, so Gründezernentin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen; inzwischen nicht mehr im Amt). Diese dienten der Kompensation des massiven Eingriffs in Natur und Landschaft, der einst durch den Rohstoffabbau erfolgt sei.

     

    „Die Entwicklungsziele sind in einem landschaftspflegerischen Planungsbeitrag benannt und durch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung rechtsverbindlich gesichert“, argumentierte die frühere Dezernentin. Eine Stadtfarm im Renaturierungsbereich stehe den Zielen dieser Vorgabe entgegen, das Projekt könne daher innerhalb des Steinbruchgeländes nicht wie angedacht umgesetzt werden. Den Vorschlag indes, das frühere Verwaltungsgebäude an der Wormser Straße in eine Kita umzuwandeln, wolle man „in die Projektgruppe Kita einspeisen“. „Immerhin etwas“, kommentierte Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD). Wöhrlin unterdessen befand, „interessant“ sei die Argumentation, dass es sich bei den Flächen innerhalb des ehemaligen Steinbruchs um naturschutzrechtlich festgeschriebene Ausgleichsflächen handele – schließlich gelte dies ja auch für jenen Steinbruch-Abschnitt, auf dem nach Willen der Stadt eine Deponie entstehen soll. „Das ist also eine sehr wichtige Info für uns, wir sollten in dem Punkt doch nochmal gemeinsam nachhaken“, so Wöhrlin. Nach ihrer Lesart ist „das Stadtfarm-Projekt nicht abgelehnt“, sondern nur „an dieser Stelle nicht möglich – insofern sei die schriftliche Antwort von Katrin Eder „nicht ganz entmutigend“.

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 29.06.2021

     

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    Do

    24

    Jun

    2021

    „360 Meter zwischen Deponie und Wohngebiet“

     

    Im Weisenauer Steinbruch soll eine Deponie entstehen. Der Abstand zum geplanten Wohngebiet auf der Hechtsheimer Höhe werde eingehalten, so der Mainzer OB.

     

    Von Michael Heinze

     

    Drei Stadtteile grenzen an den Steinbruch, in dem eine Deponie entstehen soll: Laubenheim, Weisenau und Hechtsheim. (Archivfoto: Görlach)
    Drei Stadtteile grenzen an den Steinbruch, in dem eine Deponie entstehen soll: Laubenheim, Weisenau und Hechtsheim. (Archivfoto: Görlach)
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    Di

    22

    Jun

    2021

    Kandidatur für Mainzer Verkehrsdezernat zum Dritten: ÖDP nominiert SPD-Mitglied Gitta Weber

    Gitta Weber (Mitte) bei der Vorstellung ihrer Kandidatur für das Umwelt- und Verkehrsdezernat mit ÖDP-Chef Claudius Moseler (rechts) und ÖDP-Stadträtin Dagmar Wolf-Rammensee (links). – Foto: ÖDP
    Gitta Weber (Mitte) bei der Vorstellung ihrer Kandidatur für das Umwelt- und Verkehrsdezernat mit ÖDP-Chef Claudius Moseler (rechts) und ÖDP-Stadträtin Dagmar Wolf-Rammensee (links). – Foto: ÖDP

     

    Die Mitte Juli anstehende Neuwahl für das Mainzer Umwelt- und Verkehrsdezernat hat nun noch eine weitere Kandidatin: Die Mainzer ÖDP schickt überraschend die Weisenauerin Gitta Weber ins Rennen. Weber ist Diplom-Chemikerin und leitet eine Messstelle für Gefahrenstoffe, pikant an der Personalie: Die Weisenauerin ist SPD-Mitglied und sitzt für die Sozialdemokraten im Ortsbeirat Weisenau. Und sie engagiert sich in der Bürgerinitiative Mainz 21 gegen eine Bauschuttdeponie im Weisenauer Steinbruch. Damit wächst das Feld der prominenten Kandidaten, die offiziell von einer Stadtratsfraktion nominiert wurden, nun auf drei.

     

    Am 13. Juli soll der Mainzer Stadtrat eine Nachfolgerin für die langjährige Mainzer Umwelt- und Verkehrsdezernentin Katrin Eder (Grüne) wählen, die im Mai als Staatssekretärin in die Landespolitik wechselte. Die Grünen haben das Vorschlagsrecht für die Nachbesetzung, so will es die Koalitions-Arithmetik, sie schicken die Frankfurter Grüne Janina Steinkrüger ins Rennen. Die 46 Jahre alte studierte Historikerin arbeitet seit neun Jahren als Referentin für die Frankfurter Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne), Steinkrüger kennt Mainz jedoch nur wenig – ihre Wahl hängt davon ab, ob die Ampel-Koalition aus Grünen, SPD und FDP ihre Kandidatur geschlossen mitträgt.

     

    Eine Garantie ist die Wahl nicht, wie die überraschenden Turbulenzen um den ausgeschiedenen FDP-Wirtschaftsdezernenten Christopher Sitte Ende 2018 zeigten – statt einem FDP-Mann bekleidet seither die CDU-Unternehmerin Manuela Matz den Posten der Mainzer Wirtschaftsdezernentin. Für den Posten im Dezernat für Umwelt, Grün, Energie und Verkehr konnte sich bis Ende Mai jeder Kandidat bundesweit bewerben – eine, die das ebenfalls tat: Gitta Weber.

     

    Die promovierte Chemikerin lebt seit 1992 in Mainz-Weisenau und studierte Chemie an der University of California, Irvine, der Universität Bayreuth, der Johannes Gutenberg-Universität sowie am Mainzer Max Planck Institut für Polymer-Forschung. „Mit diesem naturwissenschaftlichen Hintergrund eignet sich die Bewerberin aus Sicht der ÖDP-Fraktion für das Umwelt- und Verkehrsdezernat ganz hervorragend“, sagte ÖDP-Chef Claudius Moseler am Montag bei der Vorstellung der Kandidatin. Weber, Jahrgang 1963, sei seit Jahren im Arbeits-, Umwelt- und Gesundheitsschutz tätig und leite seit 2010 eine Akkreditierte Messstelle für Gefahrenstoffe, dort habe sie auch Führungserfahrungen gesammelt.

     

    Weber sei aber auch „im gesellschaftlichen Leben unserer Stadt engagiert“, so etwa im Turnverein Weisenau, immer vertrete sie dabei „konsequent ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse“, betonte Moseler weiter – Weber setzt sich in der Bürgerinitiative Mainz 21 gegen die geplante Mülldeponie im alten Weisenauer Steinbruch ein und brachte dort mit ihren hervorragenden Kenntnissen zu chemischen Vorgängen und Gefahrenstoffen schon manches mal Dezernentin Eder in Erklärungsnot. Webers Kandidatur ist daher durchaus pikant, steht sie doch für eine klare Absage an die Deponie. Das gilt auch noch aus einem zweiten Grund: Weber ist SPD-Mitglied, Ortsbeiratsmitglied in Weisenau und als stellvertretende Ortsvorsteherin aktiv, nominiert aber wird sie von der ÖDP.

     

    „Die ÖDP möchte mit diesen Personalvorschlag beim demokratischen Kampf um die besseren Ideen mitwirken“, unterstrich Moseler, es sei für die ÖDP „nichts Ungewöhnliches,  Personen mit einem anderen Parteibuch zu unterstützen, als kleine Fraktion haben wir das schon öfters gemacht. „Die ÖDP möchte zudem eine inhaltliche Alternative anbieten“, betonte Moseler weiter: „Eine Bewerberin, die sich mit Leib und Seele für ihre Überzeugungen einsetzt.“ Die ÖDP sei der Auffassung, „dass Gitta Weber durch ihre örtliche Verankerung, durch ihre breiten naturwissenschaftlichen Kenntnisse und ihre beruflichen Erfahrungen eine Bereicherung für den Stadtvorstand wäre.“

     

    Inhaltlich wolle sich Weber dafür einsetzen, dass konsequente Maßnahmen für einen nachhaltigen Klimaschutz umgesetzt werden, dass in Mainz ein sicheres Radwegekonzept etabliert werde, und dass seitens der Dezernate die Initiativen der Mainzer Ortsbeiräte stärker aufgenommen und umgesetzt werden. „Darüber hinaus muss das 365-Euro-Ticket zeitnah umgesetzt werden und die Nachverdichtung in Mainz muss ein Ende haben.“, betonte Weber bei ihrer Vorstellung. Grünflächen in der City und den Vororten müssten erhalten bleiben. „Dringende Themen im dicht besiedelten Mainz sind bezahlbarer Wohnraum, gute Betreuung für Kinder und vernünftige Verkehrskonzepte“, hatte Weber bei der vergangenen Kommunalwahl bei ihrer Kandidatur für den Stadtrat weiter genannt.

     

    Die Kandidaten der Stadtratsfraktionen werden sich bis zur Wahl nun den anderen Fraktionen vorstellen, am 13. Juli haben sie dann das Recht, im Stadtrat eine Bewerbungsrede zu halten – die Sitzung dürfte interessant werden. Denn neben Steinkrüger schickt die CDU-Opposition ihren Verkehrsexperten Thomas Gerster ins Rennen, der CDU-Mann aus der Mainzer Altstadt geht mit Forderungen nach mehr „Bäumen, Brunnen, Bächen“ sowie ebenfalls gut ausgebauten, sicheren Radwegen sowie eine zusätzliche Rheinbrücke ins Rennen – eine Forderung, die mit dem neuen Brückengau rund um die Salzbachtalbrücke gerade neue Aktualität bekommen hat.

     

    In der Vergangenheit hatte die ÖDP durchaus auch schon Kandidaten und Vorschläge der CDU unterstützt, dieses Mal habe ihn das Konzept von Gerster aber nicht überzeugt, sagte Moseler im Gespräch mit Mainz& – ebensowenig aber das der grünen Kandidatin: „Bei Herrn Gerster ist mir zu wenig Ökologie drin“, sagte Moseler noch, „und bei der anderen Bewerberin zu wenig Mainz.“

     

    Info& auf Mainz&: Unseren Bericht über die Vorstellung der grünen Kandidatin Janina Steinkrüger könnt Ihr hier nachlesen, über den CDU-Kandidaten Thomas Gerster und seine inhaltliche Vorschläge haben wir hier berichtet.

     

     

    Quelle: Mainz& / 22.06.2021

     

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    Di

    22

    Jun

    2021

    Gitta Weber will Mainzer Umweltdezernentin werden

     

    Überraschung für die Mainzer SPD. Die Sozialdemokratin Gitta Weber will Nachfolgerin von Katrin Eder werden. Nominiert wird sie aber nicht von ihrer Partei, sondern von der ÖDP.

     

    Von Torben Schröder

     

    Gitta Weber ist stellvertretende Weisenauer Ortsvorsteherin und SPD-Mitglied. Es gelte, sagt die Chemikerin, über Partei- und regionale Grenzen hinweg Konzepte zu entwickeln. (Foto: hbz/Sämmer)
    Gitta Weber ist stellvertretende Weisenauer Ortsvorsteherin und SPD-Mitglied. Es gelte, sagt die Chemikerin, über Partei- und regionale Grenzen hinweg Konzepte zu entwickeln. (Foto: hbz/Sämmer)
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    Fr

    07

    Mai

    2021

    Es ist amtlich: Eder geht ins Umweltministerium

    Mainz braucht eine neue Verkehrsdezernentin. Und ein weiterer Rheinhesse macht bei der Benennung der grünen Staatssekretäre einen großen Sprung nach vorn.

     

    Von Dennis Rink und Ulrich Gerecke

     

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    Di

    20

    Apr

    2021

    Bauschuttdeponie: Ortsbeirat fordert Einsicht in Dokumente

     

    Die Weisenauer wollen die aktuellen Antragsdokumente sehen. Was genau soll in Mainz deponiert werden? Diese Frage steht im Fokus.

     

    Von Michael Heinze

    Der Weisenauer Ortsbeirat will auf Augenhöhe mitreden können, wenn es um die geplante Bauschuttdeponie geht. (Archivfoto: Kaster)
    Der Weisenauer Ortsbeirat will auf Augenhöhe mitreden können, wenn es um die geplante Bauschuttdeponie geht. (Archivfoto: Kaster)
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    Mo

    19

    Apr

    2021

    Ortsbeirat will Klarheit über Deponieklassen

    Wird vom künftigen Deponiemüll im Steinbruch in Laubenheim Gefahr für die Gesundheit der Menschen ausgehen? Die Weisenauer Lokalpolitik verlangt Transparenz. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
    Wird vom künftigen Deponiemüll im Steinbruch in Laubenheim Gefahr für die Gesundheit der Menschen ausgehen? Die Weisenauer Lokalpolitik verlangt Transparenz. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

     

    WEISENAU – Was wird in der geplanten Deponie im Laubenheimer Steinbruch letztendlich gelagert? Sind die sogenannten Stoffe der Deponieklassen I und II, die aktuell beantragt worden sind, überhaupt mit dem ursprünglichen Stadtratsbeschluss zur Errichtung der Deponie kompatibel? Die Antworten auf diese Fragen beschäftigen nicht nur die Initiative „Mainz 21 – Nein zur Mülldeponie in Mainz“, sondern auch den Weisenauer Ortsbeirat seit Langem. „Wir bitten um mehr Transparenz, vernünftige Unterlagen und Informationen, damit wir den Bürgern sagen können, was der aktuelle Sachstand ist“, sagte Gitta Weber (SPD) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Ein entsprechender Antrag fand die Unterstützung aller Mitglieder im Gremium. „Sie sprechen mir aus dem Herzen“, sagte Herbert Egner (FDP). Ihren Eindruck, dass die Verwaltung die Antwort meidet, bekräftigte Annette Wöhrlin (CDU).

     

    Bei der Kommunikation zwischen der Administration und der Bevölkerung würden unterschiedliche Fakten und Quellen herangezogen, um die Gefahr durch die beantragte Deponie zu beurteilen, fuhr Weber fort. Um Klarheit in der Materie zubekommen, verlangt der Ortsbeirat die Kopie der aktuellen Liste mit den zu deponierenden Abfallarten. „Diese entsprechen offensichtlich nicht der bisher bekannten und veröffentlichten Version“, so Weber.

     

    Des Weiteren will das Gremium die Begründung für die Aufnahme der jeweiligen Stoffe in der Aufstellung lesen. „Viele Abfälle, die gar nicht aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen kommen können, sind entgegen dem Stadtratsbeschluss in der Liste enthalten.“ Wo in der Stadt beziehungsweise im Landkreis gebe es zum Beispiel Bohrschlämme oder Abfallstoffe aus Erzgewinnung, fragte Weber. Darüber hinaus soll die Verwaltung darlegen, worin sie in einem Kalk-Steinbruch die geologische Barriere sieht, fuhr Weber fort. „Wo findet sich die auf einmal? In einem Karstgebiet ist sie nicht vorhanden, sondern muss technisch hergestellt werden.“

     

    Genauso verlangt der Antragsteller die Auflistung aller Änderungen in den Gutachten, die streng genommen überarbeitet werden müssten. „Das Lärmgutachten hat der TÜV ja als fehlerhaft erkannt.“ Die Expertisen zum Naturschutz und Verkehr seien zudem mittlerweile fünf Jahre alt. „In wie weit sind sie überhaupt gültig, da sich Fauna und Flora im Steinbruch weiterentwickelt haben?“, fragte die Lokalpolitikerin. Letztlich verlangt der Ortsbeirat, die Verwaltung möge erneut bei der Stadt Wiesbaden die Möglichkeit der Aufnahme der Abfälle aus Mainz und dem Landkreis in der Deponie im Amöneburger Dyckerhoff-Bruch anfragen. Weber berief sich dabei auf die jüngsten Äußerungen seitens der Wiesbadener Stadtverwaltung, die damit geworben habe, die Deponie im Dyckerhoff-Bruch sei ein Projekt für das ganze Rhein-Main-Gebiet. „Was bedeutet das für die geplante Deponie in Laubenheim?“

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 19.04.2021

     

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    Fr

    09

    Apr

    2021

    Einsicht in aktuelle Antragsdokumente zur DK I/II Deponie im Steinbruch (SPD) - 0593/2021

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    Fr

    09

    Apr

    2021

    Einsicht in aktuelle Antragsdokumente zur DK I/II Deponie im Steinbruch (SPD) - 0593/2021

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    Fr

    09

    Apr

    2021

    „Gegen Stadtratsbeschlüsse verstoßen“

     

    LAUBENHEIM – Die Bürgerinitiative „Mainz21 Nein zur Mülldeponie in Mainz“ möchte von der Stadt wissen, warum bei der geplanten Sondermülldeponie im Steinbruch bei Laubenheim gegen mindestens zwei Stadtratsbeschlüsse verstoßen wird und kritisiert das Vorgehen des Umweltdezernats unter Katrin Eder (Grüne) scharf.

     

    „Wir können nicht verstehen warum in unseren Augen bewusst gegen zwei Stadtratsbeschlüsse verstoßen wird. Hier wurde ein klarer Auftrag der Politik an die Verwaltung gegeben und die Verwaltung in Persona des grünen Umweltdezernats unter Katrin Eder missachtet diesen eindeutigen Auftrag“, sagt BI-Sprecher Antonio Sommese.

     

    „Wie kann es denn sein, dass der Stadtrat 2015 beschließt, dass es einen Mindestabstand von 360 Metern geben soll und dieser wird bei dem geplanten Hechtsheimer Wohngebiet HE130 um 120 Metern , also um 1/3 unterschritten. Dort befindet sich einer der höchst belasteten Messpunkte beim Staubgutachten. Wir sehen das sehr kritisch, zumal hier unserer Ansicht nach mit einer zu risikofreundlichen Zusammensetzung der Abfälle gerechnet worden ist. Es gibt keine Mengenbegrenzung bei gefährlichen Stoffen. Da kann sich die Belastung an allen Messpunkten nochmal deutlich steigern.“

     

    Ebenso werde sich an den Stadtratsbeschluss aus dem August 2019 nicht gehalten. Dieser sehe einen Ausschluss von Filterstäuben vor. Im Planfeststellungsantrag aus dem gleichen Jahr würden aber genau diese gefährlichen Filterstäube beantragt.

     

    „Wenn schon so eindeutige Beschlüsse missachtet werden, fängt man natürlich an weiter zuschauen, was es noch für offene Fragen gibt. Diese wurden bei dem Erörterungstermin im Dezember 2019 angesprochen und bis heute nicht beantwortet“, so Robert Kindl, weiterer BI-Sprecher.

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 09.04.2021

     

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    Sa

    27

    Mär

    2021

    Mainzer Müll Magazin 02/21

     

    Was darf auf die Deponie?

    Nur auf knapp 20 Prozent (11 von insgesamt 56 ha) des Steinbruchs dürfen nach den Stadtratsbeschlüssen vom 2.12.2015 und 28.08.2019 „gering belastete mineralische Abfälle“ deponiert werden. Mineralische Deponie-Abfälle sind nach Bundesdeponierecht klassifiziert. Und das geschieht in 5 sogenannten Deponieklassen (DK 0 bis IV).

     

    Für den ehemaligen Steinbruch ist bei der zuständigen Genehmigungsbehörde SGD Süd die Deponierung der Klassen DK I und DK II beantragt.

     

    Zu diesen beiden Klassen zählen hauptsächlich Erdaushub und Bauschutt von Hoch- und Tiefbau. Damit auch garantiert nur das, was zulässig ist, deponiert wird, müssen alle Abfälle vor der Deponierung gemäß den gesetzlichen Vorschriften durch anerkannte und unabhängige Prüflabors untersucht werden. Somit wird nur abgelagert, was auch unter den Gesichtspunkten der Umweltverträglichkeit auf die Deponie darf.

     

    Neben der inhaltlichen Begrenzung auf die beiden genannten Abfall-Klassen ist auch eine örtliche Begrenzung für die Deponie-Abfälle per Stadtratsbeschluss erfolgt: Diese dürfen nur aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen stammen.

     

    Der Entsorgungsbetrieb ist ein kommunales Unternehmen der Landeshauptstadt Mainz. Das bedeutet, dass wir uns in Mainz um die Abfall-Entsorgung aus der Region kümmern. „Wir für Sie vor Ort“ macht aus unseren „Kundinnen und Kunden“ auch unsere Nachbar*innen.

     

    Wir schützen unsere Nachbar*innen – und unsere Mitarbeiter*innen. Penible Eigen- und Fremdüberwachung stellt sicher, dass die umliegenden Wohngebiete, aber auch das eigene Deponiepersonal nicht gefährdet werden.

     

    Wie funktioniert das? Die Technische Umsetzung

    Rein technisch gesehen ist das Projekt einfach zu beschreiben:

    Der Boden wird zum Grundwasser hin komplett abgedichtet.

     

    Die Verfüllung erfolgt ausschließlich mit den zugelassenen mineralischen Abfällen der beiden Deponieklassen I und II (und das wiederum nur in dem ausgewiesenen Teil-Areal, das knapp 20 Prozent der Gesamtfläche ausmacht).

     

    Die Oberfläche wird zum Schluss gegen den Eintrag von Niederschlägen abgedichtet, anschließend begrünt und mit Biotopen aufgewertet.

     

    Im letzten Schritt wird das Areal des ehemaligen Steinbruchs der Öffentlichkeit zurückgegeben und das Gelände den Mainzer*innen zur „stillen“ und umweltverträglichen Naherholung zur Verfügung gestellt.

     

    Für die Umsetzung jedes einzelnen dieser Teilschritte steht ein umfangreiches Team aus Naturwissenschaftler*innen und Landschaftsplaner*innen sowie Ingenieur*innen und erfahrenen Facharbeiter*innen bereit.

     

    Die Planung ist von unabhängigen Gutachten und behördlichen Genehmigungen geprägt, damit alles ordnungsgemäß läuft. Letztlich entscheidet die Genehmigungsbehörde (SGD Süd), ob das beantragte Projekt umweltverträglich durchgeführt werden kann und dem neusten Stand der Technik entspricht.

     

    Das ist uns wichtig

    Weder Sie noch Ihre und unsere Familien, Nachbarn und Freunde dürfen gefährdet werden. Das gilt auch für die Mitarbeiter*innen des Entsorgungsbetriebes.

     

    Ganz klar: Wir haben dafür zu sorgen, dass die Abfälle, die in Mainz anfallen, möglichst auch in Mainz entsorgt werden können. Das ist selbstverständlich, wenn man den Umwelt- und Naturschutz in diesem Punkt ernst nimmt. Es wäre verantwortungslos, teuer und vor allem umweltbelastend, diese Stoffe auf Deponien in anderen Regionen zu entsorgen und dafür auch noch hunderte Kilometer per LKW durch Deutschland zu fahren.

     

    Leider geschieht es nun einmal, dass Mainzer Bürger*innen oder Unternehmer*innen beispielsweise bei Baumaßnahmen auf insbesondere durch Schutt belastete Böden stoßen. Bei der Erneuerung von Straßen fallen oft teerhaltige Asphaltdecken an. Auch beim Abriss von Gebäuden sind nicht alle Abfälle verwertbar. Diese Massenabfälle werden seit Schließung der Deponie Budenheim für sehr viel Geld über weite Strecken durch Deutschland zu auswärtigen Deponien gefahren.

     

    Die damit verbundenen Entsorgungskosten können über 20 Prozent der gesamten Baukosten betragen und so manches Eigenheimprojekt für private Bauherren unbezahlbar machen – oder die Allgemeinheit (beispielsweise bei städtischen Baumaßnahmen) übergebührlich belasten.

     

    Schauen wir bei diesen Punkt ganz genau hin: Die gleiche Problematik besteht für die Stadt Mainz und ihre Steuerzahlenden beim Bau von Kindertagesstätten, Schulen, Sporthallen, sozialen Wohnungsbau etc. sowie Infrastrukturprojekten. Auf der neuen, stadteigenen Deponie in Mainz-Laubenheim können Bauabfälle zu vernünftigen Preisen ortsnah und verlässlich kontrolliert und nach dem jeweilig neuesten Stand der Verfahrenstechnik entsorgt werden.

     

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    Mo

    22

    Mär

    2021

    „Es wird kein Risiko in Kauf genommen“

     

     

    Die Mainzer Dezernentin Katrin Eder nimmt Stellung zur geplanten Bauschuttdeponie im Steinbruch. Viele Bürger in Weisenau sorgen sich wegen der Deponie.

     

    Von Michael Heinze

     

    Die im Steinbruch geplante Bauschuttdeponie bereitet vielen Bürgern in Weisenau Sorgen. So befürchtet man Risiken für die Gesundheit. (Archivfoto: Sascha Kopp)
    Die im Steinbruch geplante Bauschuttdeponie bereitet vielen Bürgern in Weisenau Sorgen. So befürchtet man Risiken für die Gesundheit. (Archivfoto: Sascha Kopp)
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    Fr

    19

    Mär

    2021

    Traum von Öko-Bildung und Streuobstwiesen

    Kontroverse um das Projekt „Stadtfarm“, von der CDU im Weisenauer Ortsbeirat ins Spiel gebracht: Gedacht ist an ein Areal im Steinbruch vor den Toren der Stadt Mainz.

     

    Von Michael Heinze

     

     Bildung, Naherholung, Selbstversorgung und Umweltschutz unter einem Dach: Das Öko-Projekt „Stadtfarm“, im Ortsbeirat von der CDU ins Spiel gebracht, sorgt für reichlich Gesprächsstoff in Weisenau. (Foto: Sascha Kopp)
    Bildung, Naherholung, Selbstversorgung und Umweltschutz unter einem Dach: Das Öko-Projekt „Stadtfarm“, im Ortsbeirat von der CDU ins Spiel gebracht, sorgt für reichlich Gesprächsstoff in Weisenau. (Foto: Sascha Kopp)
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    Mi

    17

    Mär

    2021

    „Christdemokratischer Ökosozialismus in Weisenau“

    Die CDU will im Steinbruch Naherholung, Bildungsarbeit und Kinderbetreuung zusammenführen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
    Die CDU will im Steinbruch Naherholung, Bildungsarbeit und Kinderbetreuung zusammenführen. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

     

    WEISENAU – Eine Stadtfarm im Steinbruch? Eine lange Diskussion folgte auf den Prüfantrag der CDU-Fraktion im Weisenauer Ortsbeirat zur Aufwertung der renaturierten Flächen im Steinbruch an der Grenze zu Laubenheim. Im CDU-Antrag, der in der jüngsten Online-Sitzung bei Enthaltung der Grünen angenommen wurde, bittet der Ortsbeirat die Verwaltung, zu überprüfen, ob und wo im Weisenauer Teil des Areals die Entwicklung einer „Stadtfarm mit der Möglichkeit zum Selbsternten“ in Frage käme. Ein ökologischer Anbau von regionalen Lebensmitteln könnte die Fläche zum Ort der Begegnung und der Naherholung für die Weisenauer machen, so die Ansicht der CDU-Fraktion, die Annette Wöhrlin erläuterte. „Hauptsächlich sehen wir aber Potenziale für die Bildungsarbeit.“ So könnte an dieser Stelle ein Kindergarten entstehen, der Kinderbetreuung und Landwirtschaft verbindet. Für den Kita-Standort schlug Wöhrlin das Gelände der Entsorgungsbetriebe oder das ehemalige Portland-Verwaltungsgebäude vor. „Wir wollen die Fläche nicht ökologisch beeinflussen, sondern sie aufwerten und denken nicht an die Bebauung renaturierter Flächen.“

     

    Überrascht über „ein ökosozialistisches Thema, das die CDU vorschlägt“, zeigte sich Robert Opara (Grüne), der bemerkte, dass „eine Bewirtschaftung die Ökologie, die da ist, erstmal zerstören“ würde. „Den Zugang zu regionalen Lebensmitteln haben die Weisenauer an Höfen, Märkten oder in Kleingartenvereinen.“ Für ein Bildungsangebot sei ihm das Vorhaben an dieser Stelle zu mächtig. Ellen Kubica (Grüne) schloss sich Opara an und plädierte für die stille Erholung statt Überfrachtung. Die Begriffe „Bebauung“ und „Kita“ im Antragstext könnten falsch verstanden werden, befürchtet Kubica. Es sei ein großer Antrag, der sein Interesse geweckt habe, befand Tobias Hoffmann (SPD). „Für eine Kita eignet sich die Fläche aber nicht.“ Dass ein Naturkindergarten im Grunde nur einen Geländewagen benötige, gab Gitta Weber (SPD) zu bedenken. „Das Vorhaben könnte ein Leuchtturmprojekt für die Bewerbung der Stadt um die Ausrichtung der Bundesgartenschau in 2026 werden.“ Herbert Egner (FDP) sah den Vorschlag als einen Prüfantrag und betrachtete ihn nach eigenen Worten „entspannter“. „Obwohl die Bedenken begründet sind.“ Auch Jasper Proske (Linke) und Thomas Mann (ÖDP) bescheinigten dem Antrag „gute Ansätze“.

     

    Die Fahrradständer an den Geschäften im Heiligkreuzviertel bezeichnete ein SPD-Antrag als „Felgenkiller“. Mehr als 50 Stück solcher Gestelle seien nicht installiert, sondern einfach nur hingestellt worden, führte Gitta Weber aus. „Sie schaden vor allem den hochwertigen Rädern.“ Unklar war in der Sitzung, wer die Aufstellung beauftragt hatte, sodass der Ortsbeirat einen Handlungsbedarf seitens der Stadt einstimmig anmeldete. Ohne Gegenstimmen wurde auch ein SPD-Antrag angenommen, den Belag auf den Straßen „Auf dem Stielchen“ und „Radweg“ nach der Fertigstellung des Baugebiets zu sanieren.

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 17.03.2021

     

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    Fr

    05

    Mär

    2021

    Aus dem Ortsbereit Weisenau - VISIONEN

     

    Visionen

    Auch wir haben Visionen für Weisenau.

     

    Dazu zählt ganz bestimmt nicht eine Mülldeponie für belastetes Material im Steinbruch, teilweise weniger als

    360 m von der Wohnbebauung entfernt.

     

    Die Umsetzung dieser, inzwischen völlig unnötigen Deponie, wird weiterhin von der grünen Umweltdezernentin

    Katrin Eder verfolgt, die sich dazu seit geraumer Zeit keinem Dialog stellt, und im Ortsbeirat immer noch von der

    grünen Fraktion gestützt.

     

    Der Landtagskandidat der Grünen in unserem Wahlkreis, Fabian Ehmann aus Bretzenheim, könnte als gewähltes Stadtratsmitglied Einfluss nehmen. Tut er aber leider nicht. Schade, das wäre zumindest eine schöne Vision gewesen.

     

    Quelle: SPD - Weisnauer Blättchen / März 2021

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    Mi

    03

    Mär

    2021

    ZOOM Call - Mindestabstand von Deponien zur Wohnbebauung in Rheinland-Pfalz

     

     

    Zurzeit plant die Stadt Mainz eine Sonderabfalldeponie für die

    Deponieklassen I und II im Steinbruch Mainz Laubenheim zu errichten.

     

    Dies soll in direkter Nachbarschaft von drei Wohngebieten in

    Mainz Hechtsheim, Laubenheim und Weisenau erfolgen.

     

    Wir als Bürgerinitiative Mainz21 Nein zur Mülldeponie in Mainz e.V. (BI)

    bemängeln die fehlende Transparenz bezüglich des Mindestabstandes in Metern.

     

    Davon sind nicht nur die Anwohnerinnen und Anwohner aus den drei Mainzer Stadtteilen betroffen.

    Es betrifft alle Kommunen und deren Bürger, wo in Zukunft Deponien in nächster

     

    Nachbarschaft mit Abständen weniger 500 m geplant werden.

     

    Daher laden wir Sie recht herzlich zu einer Gesprächsrunde bezüglich des Themas:

    Mindestabstand von Deponien zur Wohnbebauung in Rheinland-Pfalz ein

     

     

    Der Termin wird am: Freitag, den 05. März um 18:00 Uhr per Zoom-Call-Link stattfinden.

     

     

    Weiterhin anbei ein Fragenkatalog zur Vorbereitung:

     

    • Sind Sie für einen gesetzlichen Mindestabstand, falls nein – Warum?
    • Warum sollen Deponien in direkter Nachbarschaft von Wohngebieten entstehen?
    • Warum wird nicht in Bauschuttrecycling investiert, wie das demnächst eine EU-Richtlinie sowieso fordert?
    • Wie kann Mainz seine Klimaziele erreichen, wenn soviel LKW-Verkehr stattfindet?

     

     

    Link für den Video-Zoom-Call

    Meeting-ID:  873 3976 7195

    Kenncode:   762242

     

     

    Wir als BI lehnen die Deponie strikt ab. Wir möchten die dort lebenden Menschen und die dortige Umwelt keinen zusätzlichen, nicht kalkulierbaren Risiken ausgesetzt wissen. Daher bestehen wir auf einer Verfüllung des Steinbruchs mit unbelastetem Erdaushub wie ursprünglich von der Stadt gegenüber der HeidelbergCement gefordert und genehmigt bzw. den Steinbruch direkt in ein Naherholungsgebiet zu verwandeln.

     

     

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    Fr

    19

    Feb

    2021

    Antonio Sommese "Mehr Demokratie tut allen gut."

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    Do

    18

    Feb

    2021

    Antonio Sommese "Mehr Demokratie tut allen gut."

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    Fr

    12

    Feb

    2021

    Thema im Landtagswahlkampf

     

    LAUBENHEIM – Antonio Sommese setzt sich dafür ein, Klarheit bezüglich des Mindestabstandes für Deponien der Klasse I bzw. II zu sensiblen Gebieten, wie Wohnbebauungen, zu schaffen. „Als freier Kandidat der ÖDP macht er die geplante Deponie im Steinbruch Mainz-Laubenheim zum zentralen Thema im Landtagswahlkampf“, betont ÖDP-Kreisvorsitzender Dr. Claudius Moseler.

     

    Antonio Sommese weiter: „Ich bin immer davon ausgegangen, der Abstand sollte mehr als die nach dem ursprünglichen Regelwerk mindestens 300 Meter zur Deponie Klasse II und nicht weniger betragen. Denn diese Grauzone bedeutet, dass nun ein Gericht entscheiden muss, ob eine etwaige Genehmigung angemessen ist. Davon müssen wir weg.“

     

    Die derzeitige Deponieverordnung gebe keine genauen Abstände zu sensiblen Gebieten wie Wohnbebauungen vor. „Und der Abstandserlass Rheinland-Pfalz von 1992 in dem ein Mindestabstand von 300 Meter zu Deponien Klasse II vorgegeben ist, wird nicht mehr zu Rate gezogen“ so Sommese weiter. „Es besteht hier absoluter Handlungsbedarf, da dies ja nicht nur die geplante Sondermülldeponie in Mainz-Laubenheim betrifft, sondern diese Praxis in ganz Rheinland-Pfalz angewandt wird“, erläutert der ÖDP-Kandidat.

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 12.02.2021

     

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    Do

    11

    Feb

    2021

    Antonio Sommese macht geplante Deponie im Steinbruch Mainz-Laubenheim zum zentralen Thema im Landtagswahlkampf

    Steinbruch in Mainz-Laubenheim - Quelle: ÖDP Webseite
    Steinbruch in Mainz-Laubenheim - Quelle: ÖDP Webseite

     

     

    Anwohnerinnen und Anwohner schützen

     

    Antonio Sommese setzt sich dafür ein, Klarheit bezüglich des Mindestabstandes für Deponien der Klasse I bzw. II zu sensiblen Gebieten, wie Wohnbebauungen, zu schaffen. „Als freier Kandidat der ÖDP macht er die geplante Deponie im Steinbruch Mainz-Laubenheim zum zentralen Thema im Landtagswahlkampf“, betont ÖDP-Kreisvorsitzender Dr. Claudius Moseler.

     

    Antonio Sommese weiter: „Ich bin immer davon ausgegangen, der Abstand sollte mehr als die nach dem ursprünglichen Regelwerk mindestens 300 m zur Deponie Klasse II und nicht weniger betragen. Denn diese Grauzone bedeutet, dass nun ein Gericht entscheiden muss, ob eine etwaige Genehmigung angemessen ist. Davon müssen wir weg.“

     

    „Die derzeitige Deponieverordnung gibt leider keine genauen Abstände zu sensiblen Gebieten, wie Wohnbebauungen, vor und der Abstandserlass Rheinland-Pfalz von 1992 in dem ein Mindestabstand von 300 m zu Deponien Klasse II vorgegeben ist, wird nicht mehr zu Rate gezogen.“ so Sommese weiter.

     

    „Es besteht hier absoluter Handlungsbedarf, da dies ja nicht nur die geplante Sondermülldeponie in Mainz-Laubenheim betrifft, sondern diese Praxis in ganz Rheinland-Pfalz angewandt wird“, erläutert der ÖDP-Kandidat.

     

    „Andere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen (NRW) sind uns da meilenweit voraus. Sie haben einen Mindestabstand und der beträgt für Deponien der Klasse II 1000 m zur nächsten Wohnbebauung! Da frage ich mich, warum in NRW 1000 m gelten und bei uns aktuell Mainz-Laubenheim nur 240 m ausreichend sind? Es sind doch vergleichbare Schadstoffbelastungen“, sagt Sommese. „Würde die Abstandsregelung von NRW in Rheinland-Pfalz angewandt, so würden wir uns gar nicht mit einem solchen sinnlosen Vorhaben wie in Mainz-Laubenheim auseinandersetzen müssen.“

     

    „Ich setze mich dafür ein, dass es wieder klare Definitionen in Metern geben wird, denn wie wir am Beispiel in Mainz-Laubenheim sehen, wird die aktuelle Regelung zu Ungunsten der Anwohnerinnen und Anwohner angewandt. Das war sicherlich nicht die Intention des Gesetzgebers“, äußert sich Sommese weiter. „Es soll wieder eine transparente und verständliche Formulierung zum Abstand zu Deponien der Klassen I und II geben.“

     

    Quelle: ÖDP - Aktuelles / 11.02.2021

     

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    Do

    04

    Feb

    2021

    „Keine nicht kalkulierbaren Risiken“ für Umwelt und Bürger

    Der Laubenheimer Steinbruch soll zur Bauschuttdeponie werden. In Weisenau wehrt man sich gegen die Pläne. (Archivfoto: Lukas Görlach)
    Der Laubenheimer Steinbruch soll zur Bauschuttdeponie werden. In Weisenau wehrt man sich gegen die Pläne. (Archivfoto: Lukas Görlach)

     

    Von Michael Heinze

     

    WEISENAU - Dass der Pionierwald im sogenannten Laubenheimer Steinbruch größtenteils erhalten bleiben soll (diese Zeitung berichtete), ist für die Weisenauer schön und gut. Da sie aber viel näher dran sind an dem Areal als die Laubenheimer, wollen sie dort auf gar keinen Fall eine Bauschuttdeponie haben. Der Ortsbeirat hat deshalb nun einen gemeinsamen Antrag von SPD, CDU, ÖDP, FDP und Die Linke bei zwei Gegenstimmen der beiden Grünen-Politikerinnen Anke Welzenheimer und Ellen Kubica und einer Enthaltung von Grünen-Fraktionssprecher Robert Opara auf den Weg gebracht.

     

    Ganz konkret fordert das Gremium darin, dass der Steinbruch „Laubenheim“ mit unbelastetem Erdaushub verfüllt werden soll – „wie ursprünglich von der Stadt gegenüber der HeidelbergCement gefordert und genehmigt bzw. dass der Steinbruch direkt in ein Naherholungsgebiet umgewandelt werden“ soll. Und weiter: „Die Menschen und die dortige Umwelt sollen keinen zusätzlichen, nicht kalkulierbaren Risiken ausgesetzt werden.“ Es könne keine adäquate Renaturierung stattfinden, um die Schäden durch die Deponie auszugleichen, da auf der Basisabdichtung mit ihrem Magerrasen nur flachwurzelnde Gewächse angepflanzt werden könnten und dürften. Und eben nicht solche, die einen Haufen Biomasse produzierten. Auf dem 11,2 Hektar umfassenden Deponiekörper seien bei der Rekultivierung lediglich 33 Bäume am Rand vorgesehen. Durch die Deponie werde es eine zusätzlich große Wärmelast geben, die in den immer heißer werdenden Sommern das Klima in Mainz noch weiter aufheize. Wichtige Verdunstungs- und Versickerungsflächen fielen weg, so die Mehrheitsmeinung im Ortsbeirat.

     

    Dass die einzigen Gegenstimmen ausgerechnet von den Grünen kamen, mag auf den ersten Blick kurios klingen. Dürfte aber auch an deren Parteitreue liegen. Schließlich gilt die – in Laubenheim aufgewachsene – grüne Umweltdezernentin Katrin Eder als klare Befürworterin der innenstadtnahen Bauschuttdeponie. Da ist es eher schon beachtlich, dass Opara konstatierte, er sei „auch kein Freund von der Deponie“. Er betonte im gleichen Atemzug, er sei „ein Freund von Wäldern. Das ist das, was mir hier im Umfeld sehr stark fehlt“. Und er gab zu bedenken: „Selbst wenn wir den Steinbruch mit unbelastetem Erdaushub verfüllen, werden auch Teile der Begrünung verschwinden. Auf der anderen Seite sehe ich auch hier keine Versiegelung, denn es wird ja eine Begrünung geben. Und man muss sich auch die Frage stellen, wieso wir jetzt Wald in diesem Bereich fordern. Wäre uns der Wald wirklich so wichtig gewesen, hätten wir ihn für den jetzt schon stillgelegten Bereich längst fordern können.“

     

    „Als Naherholungsgebiet ausweisen“

     

    Sozialdemokratin Dr. Gitta Weber stellte klar, dass man den Bruch „von mir aus gar nicht zu verfüllen braucht. Aber seitens der Stadt und der grünen Umweltdezernentin wird ja immer auf die Verfüllverpflichtung gepocht“. Weber weiter: „Entweder bleiben wir beim unbelasteten Material, oder wir ziehen die Verfüllverpflichtung wieder zurück – man könnte da ja auch einen Biotechnik-Campus reinbauen, da suchen wir ja auch noch Flächen. Es gibt alle möglichen besseren Ideen, als das Gelände nachhaltig zu verschandeln. Grund und Boden und die Fläche in dieser stadtnahen Gegend sind viel zu wertvoll.“ Ideal wäre es aus Sicht der Diplom-Chemikerin, „ein Stückchen Natur zu schaffen, zu renaturieren, Wälder wieder entstehen zu lassen – und nicht alles platt zu machen“.

     

    CDU-Fraktionssprecherin Annette Wöhrlin bekräftigte dies. „Uns ist wichtig, dass dieses Areal als Naherholungsgebiet ausgewiesen werden kann. In der Nachbarschaft könnte ein schöner Wanderweg für die Weisenauer entstehen. Wir brauchen wirklich als so belasteter Stadtteil, der Weisenau ohnehin schon ist, nicht auch noch diese Mülldeponie.“ Kritik an den Deponieplänen äußerte auch der Freidemokrat Herbert Egner. „Man kann sich nicht die Rosinen rauspicken und einerseits von der Verfüllverpflichtung sprechen, andererseits aber das Füllmaterial in der Schadstoffklasse Schritt für Schritt anheben“, so der Liberale. „Man kann damit Geld verdienen und ich nehme an, dass das eine sehr große Motivation ist angesichts der Finanzlage der Stadt Mainz. Aber ursprünglich hatte doch Konsens bestanden, dass wir völlig unbelastetes Material verwenden, weil es ein Naherholungsgebiet werden sollte.“ Nicht nur für die unmittelbaren Steinbruch-Anwohner, sondern für alle Weisenauer sei die Zukunft des Geländes ausgesprochen wichtig.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 04.02.2021

     

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    Mi

    03

    Feb

    2021

    Bundesrat stimmt Mantelverordnung zur Verwertung mineralischer Abfälle mit Änderungen zu

    (8.11.2020) Die Mantelverordnung der Bundesregierung kann nach der Zustimmung des Bundesrates am 6.11. gleichwohl nur in Kraft treten, wenn die von der Länderkammer geforderten Änderungen umgesetzt werden. Zudem hat der Bundesrat eine Entschließung gefasst, in der sie auf die Notwendigkeit der Anpassung einer Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen hinweist.

     

    Zur Erinnerung: Mit der Mantelverordnung - d.h. mehreren aufeinander abgestimmten Verordnungen - will die Bundesregierung einheitliche Regelungen darüber treffen, wie mineralische Abfälle (z.B. Bauschutt) bestmöglich zu verwerten sind. Dabei geht es vor allem um den Schutz von Boden und Grundwasser und um eine möglichst hohe Recyclingquote für mineralische Ersatzbaustoffe, die durch Wiederaufbereitung von Baustoffen und aus Reststoffen gewonnen werden. Den Kern des Vorhabens bilden ...

    • die Einführung einer Ersatzbaustoffverordnung und
    • die Neufassung der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung.

    Im Zusammenhang damit werden auch die Deponieverordnung und die Gewerbeabfallverordnung geändert.

    Anforderungen für den Einbau mineralischer Ersatzbaustoffe in technischen Bauwerken sind in der Ersatzbaustoffverordnung (EBV) enthalten. Mit dieser sollen die Ziele der Kreislaufwirtschaft gefördert und die Akzeptanz für den Einsatz von Ersatzbaustoffen verbessert werden.

     

    Link zur Seite

     

    Quelle: Baulinks / 2020/1816

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    Mo

    01

    Feb

    2021

    Die Enkel werden es ausbuddeln

    Die Weisenauer wünschen sich einen bewaldeten Steinbruch in Laubenheim. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
    Die Weisenauer wünschen sich einen bewaldeten Steinbruch in Laubenheim. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

     

    WEISENAU – Der Steinbruch in Laubenheim soll als Renaturierungs- und Aufforstungsfläche erhalten bleiben, fordert der Weisenauer Ortsbeirat. In der Online-Sitzung, die die Bürger im Internet verfolgen konnten, lehnten die Fraktionen die aktuellen Pläne für die Sonderabfalldeponie in Laubenheim ab. Der gemeinsame Antrag lautet: Der Steinbruch soll ausschließlich mit unbelastetem Erdaushub verfüllt werden, so wie dies ursprünglich von der Stadt von der Heidelberg Cement gefordert und genehmigt worden ist. Alternativ könnte die Fläche direkt in ein Naherholungsgebiet umgewandelt werden.

     

    „Der Pionierwald, der existiert, wird durch die Deponie bedroht“, führte Gitta Weber (SPD) aus. Sie erklärte: „Pflanzen, die Biomasse produzieren, dürfen künftig nicht drauf, da nur flachwurzelnde Gewächse angepflanzt werden dürfen.“ Eine solche Rekultivierung könne die Schäden durch die Deponie nicht adäquat ausgleichen. Auch seien lediglich 33 Bäume am Rande vorgesehen. Wenn belastete Materialien in die Deponie kommen, so Weber, würden unsere Enkel und Urenkel mit Sicherheit alles wieder ausbuddeln. Schlicht zu wertvoll seien solche Flächen in der Stadt. „Das Areal soll nicht zuletzt der Naherholung dienen“, ergänzte Annette Wöhrlin (CDU). Herbert Egner (FDP) erinnerte daran, dass es bei der Entscheidung über die Verfüllung Konsens gewesen sei, völlig unbelastetes Material zu verwenden.

     

    In einem SPD-Antrag forderte das Gremium, den Schutz für die architektonische Eigenart der Dr.-Friedrich-Kirchhoff-Siedlung durch eine Erhaltungssatzung, einen Bebauungsplan oder ein anderes geeignetes Instrument zu gewährleisten. Das sei ein Antrag, mit dem der Ortsbeirat Flagge zeigen könne, warb Tobias Hoffmann (SPD). Ein Antrag, der aber aus der Sicht von Sarah Federica Augustin (CDU) als überflüssig ad acta gelegt werden könnte. Wie der Ortsbeirat im Sitzungsverlauf zur Kenntnis nahm, hatte die Stadt im geforderten Sinne bereits gehandelt. Für den Bereich, für den der Ortsbeirat den Schutz verlangte, will die Stadt den Bebauungsplan Moritzstraße aufstellen, um die bauliche Nachverdichtung zu steuern, so die Begründung. Damit soll die nachhaltige Sicherung der städtebaulich prägenden Strukturen gewährleistet werden. Die Erhaltungssatzung sichere vorab den Schutz für zwei Jahre, erläuterte Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD). Er könne um ein Jahr verlängert werden, sollte das Bauleitplanverfahren bis dahin noch nicht abgeschlossen sein.

     

    Einstimmig bat der Ortsbeirat die Verwaltung um Korrekturen an der LED-Straßenbeleuchtung in der Wormser Straße. Sowohl die Lichtfarbe als auch der Neigungswinkel müssen korrigiert werden, so Robert Opara (Grüne), da sie negative Auswirkung auf Fauna und Flora hätten. Die Farbtemperatur entspreche mit 4000 Kelvin nicht der vereinbarten warmweißen Farbe von 3000 Kelvin. Zugleich werde nicht der Weg, sondern vielmehr der Grünstreifen bis zum Rhein beleuchtet.

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 01.02.2021

     

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    Mo

    01

    Feb

    2021

    Die Enkel werden es ausbuddeln

    Die Weisenauer wünschen sich einen bewaldeten Steinbruch in Laubenheim. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
    Die Weisenauer wünschen sich einen bewaldeten Steinbruch in Laubenheim. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

     

    WEISENAU – Der Steinbruch in Laubenheim soll als Renaturierungs- und Aufforstungsfläche erhalten bleiben, fordert der Weisenauer Ortsbeirat. In der Online-Sitzung, die die Bürger im Internet verfolgen konnten, lehnten die Fraktionen die aktuellen Pläne für die Sonderabfalldeponie in Laubenheim ab. Der gemeinsame Antrag lautet: Der Steinbruch soll ausschließlich mit unbelastetem Erdaushub verfüllt werden, so wie dies ursprünglich von der Stadt von der Heidelberg Cement gefordert und genehmigt worden ist. Alternativ könnte die Fläche direkt in ein Naherholungsgebiet umgewandelt werden.

     

    „Der Pionierwald, der existiert, wird durch die Deponie bedroht“, führte Gitta Weber (SPD) aus. Sie erklärte: „Pflanzen, die Biomasse produzieren, dürfen künftig nicht drauf, da nur flachwurzelnde Gewächse angepflanzt werden dürfen.“ Eine solche Rekultivierung könne die Schäden durch die Deponie nicht adäquat ausgleichen. Auch seien lediglich 33 Bäume am Rande vorgesehen. Wenn belastete Materialien in die Deponie kommen, so Weber, würden unsere Enkel und Urenkel mit Sicherheit alles wieder ausbuddeln. Schlicht zu wertvoll seien solche Flächen in der Stadt. „Das Areal soll nicht zuletzt der Naherholung dienen“, ergänzte Annette Wöhrlin (CDU). Herbert Egner (FDP) erinnerte daran, dass es bei der Entscheidung über die Verfüllung Konsens gewesen sei, völlig unbelastetes Material zu verwenden.

     

    In einem SPD-Antrag forderte das Gremium, den Schutz für die architektonische Eigenart der Dr.-Friedrich-Kirchhoff-Siedlung durch eine Erhaltungssatzung, einen Bebauungsplan oder ein anderes geeignetes Instrument zu gewährleisten. Das sei ein Antrag, mit dem der Ortsbeirat Flagge zeigen könne, warb Tobias Hoffmann (SPD). Ein Antrag, der aber aus der Sicht von Sarah Federica Augustin (CDU) als überflüssig ad acta gelegt werden könnte. Wie der Ortsbeirat im Sitzungsverlauf zur Kenntnis nahm, hatte die Stadt im geforderten Sinne bereits gehandelt. Für den Bereich, für den der Ortsbeirat den Schutz verlangte, will die Stadt den Bebauungsplan Moritzstraße aufstellen, um die bauliche Nachverdichtung zu steuern, so die Begründung. Damit soll die nachhaltige Sicherung der städtebaulich prägenden Strukturen gewährleistet werden. Die Erhaltungssatzung sichere vorab den Schutz für zwei Jahre, erläuterte Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD). Er könne um ein Jahr verlängert werden, sollte das Bauleitplanverfahren bis dahin noch nicht abgeschlossen sein.

     

    Einstimmig bat der Ortsbeirat die Verwaltung um Korrekturen an der LED-Straßenbeleuchtung in der Wormser Straße. Sowohl die Lichtfarbe als auch der Neigungswinkel müssen korrigiert werden, so Robert Opara (Grüne), da sie negative Auswirkung auf Fauna und Flora hätten. Die Farbtemperatur entspreche mit 4000 Kelvin nicht der vereinbarten warmweißen Farbe von 3000 Kelvin. Zugleich werde nicht der Weg, sondern vielmehr der Grünstreifen bis zum Rhein beleuchtet.

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 01.02.2021

     

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    Mi

    27

    Jan

    2021

    Laubenheimer Steinbruch: Pionierwald bleibt großteils erhalten

    Laut Stadt ist im Bereich der geplanten Deponie durch die Rekultivierung ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen von insgesamt 13,63 Hektar geplant. (Archivfoto: Göriach)
    Laut Stadt ist im Bereich der geplanten Deponie durch die Rekultivierung ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen von insgesamt 13,63 Hektar geplant. (Archivfoto: Göriach)

     

    Gegner der Bauschuttdeponie im Laubenheimer Steinbruch sorgen sich um die Vegetation. Die Umweltdezernentin versichert: 97 Prozent bleibe erhalten, und es entstehe ein Biotop.

     

     

    Von Carina Schmidt Lokalredakteurin Mainz

     

     

    MAINZ - Während in Hartenberg-Münchfeld von Initiativen, Bürgern und Politikern um den Erhalt des ein Hektar großen Waldstücks „Am Heiligenhaus" gekämpft wird (diese Zeitung berichtete), sorgt sich die Bürgerinitiative „Mainz

    21- Nein zur Mülldeponie im Mainzer Steinbruch" am anderen Ende der Stadt um einen bisher noch nicht thematisierten Grünbestand: den Pionierwald im Laubenheimer Steinbruch. Dabei handelt es sich um die sogenannten

    Erstbesiedler-Pflanzen, die eine besondere Anpassungsfähigkeit bei neuen, noch vegetationsfreien Flächen haben.

     

     

    BI-Sprecher Antonio Sommese befürchtet die Rodung dieser Vegetation und meint, dass Mainz dadurch die Chance auf einen Wald und Frischluftzufuhr verliere. „Es kann noch nicht einmal eine adäquate Renaturierung stattfinden, um die Schäden durch die Deponie auszugleichen“, kritisiert er. Auf der Basisabdichtung dürften nur flachwurzelnde Gewächse angepflanzt werden. Auf dem Areal seien bei der Rekultivierung lediglich 33 Bäume am Rand vorgesehen. Das sei ein Witz.

     

    Wie Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) auf Nachfrage informiert, befinde sich der Pionierwald im westlichen und südlichen Randbereich des ehemaligen Steinbruchgeländes. „Er liegt zu 97 Prozent außerhalb der geplanten Deponie und bleibt weitestgehend erhalten“, versichert Eder. Lediglich ein kleiner Streifen am südlichen Rand und damit drei Prozent werde beansprucht. Hier sehe der Rekultivierungsplan die Entwicklung von Extensiv-Grünland als Übergang zu den großflächigen Pionierwaldbeständen außerhalb des Deponiegeländes vor.

    Lebensräume mosaikhaft miteinander verknüpft

     

    Der Pionierwald habe durchaus einen hohen Biotopwert, betont die Grünen-Politikerin: „Zum klaren Schutz des als hoch beziehungsweise sehr hoch bewerteten Waldbereiches wurde eine sogenannte Verfüllgrenze gezogen, die diese Biotopstrukturen ausgrenzt.“ Im Bereich der geplanten Deponie werde mit der Rekultivierung ein Lebensraum für Tiere und Pflanzen von insgesamt 13,63 Hektar wiederhergestellt. Dabei handele es sich um einem Wechsel aus Pionierwald, Offenlandflächen, feuchten Bereichen, Gehölz- und Heckenstrukturen. Gerade dieses mosaikhafte Zusammenspiel aus unterschiedlichen Lebensräumen gebe dem späteren Biotop seine Bedeutung. „Dieses durchdachte, ökologische Renaturierungskonzept stieß insbesondere bei den Naturschutzverbänden und Naturschutzbehörden auf breite Anerkennung“, so Eder.

     

    Der von der BI beigemessenen Bedeutung des Steinbruchs für die Frischluftzufuhr könne das Umweltdezernat nicht zustimmen. „Die Kaltluft im Bereich der Steinbrüche Laubenheim und Weisenau fließt dem Gefälle folgend in Richtung Rhein ab“, erklärt die Umweltdezernentin. „Die Gunstwirkung der Frisch- und Kaltluft bleibt auf den äußeren, zum Steinbruch gelegenen Siedlungsrand beschränkt. Eine Be-, Durch- und Entlüftung des thermisch und lufthygienisch belasteten Stadtteilzentrums erfolgt somit nicht.“ AZ-Recherchen bestätigen diese Einschätzung zur Klimafunktion des Steinbruchs.

     

    Die BI lehnt die Deponie jedenfalls weiter ab. Man wolle Anwohner und Umwelt keinen Risiken ausgesetzt wissen. Daher bestehe die BI auf einer Verfüllung des Steinbruchs mit unbelastetem Erdaushub. Eder stellt klar, dass bei einer Verfüllung mit Erdaushub ebenfalls drei Prozent Pionierwald wegfallen würden. Wie mehrfach berichtet, besteht für den Steinbruch eine Verfüllungspflicht.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 27.01.2021

     

     

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    Sa

    02

    Jan

    2021

    ÖDP-Kandidaten für die Landtagswahl

     

    MAINZ - (red). Am Mittwoch, 6. Januar, steht die Zulassung der Landtagskandidaten durch die zuständigen Wahlleitungen an.

     

    Die ÖDP habe bereits Ende Oktober die damals noch jeweils mindestens 125 Unterstützungsunterschriften pro Wahlkreis eingereicht. Im Wahlkreis 27 (vier Innenstadtbezirke) wurde das Mainzer ÖDP-Stadtratsmitglied Dagmar Wolf-Rammensee aufgestellt.

     

    Sie setze sich vor allem für ein atomwaffenfreies Rheinland-Pfalz ein. Ersatzkandidat ist der Beamte Wilhelm Schild aus der Neustadt. Im Wahlkreis 28 (Mombach, Gonsenheim, Bretzenheim, Hechtsheim, Weisenau) wurde der parteilose Unternehmer Antonio Sommese aus Weisenau gewählt.

     

    Sommese engagiert sich umweltpolitisch u.a. gegen die Verfüllung des Weisenauer Steinbruchs mit belastetem Bauschutt.

     

    Ersatzkandidat ist Dipl.-Ing. Markus Kirschner aus Mombach.

     

    Dr. Claudius Moseler, ÖDP-Fraktionsvorsitzender im Mainzer Stadtrat und Marienborner Ortsvorsteher, ist Kandidat im Wahlkreis 29 (übrige Mainzer Stadtteile/Verbandsgemeinde Bodenheim).

     

    Seine Themen: mehr Bürgerbeteiligung und Demokratie in Kommunen; Ersatzkandidatin ist die Erzieherin Andrea Steffen-Boxhorn (auch im Marienborner Ortsbeirat). Die Landtagswahl ist am 14. März.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online - 02.01.2021

     

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    Fr

    11

    Dez

    2020

    Weiter Ärger um Mülldeponie im Mainzer Steinbruch

    Die Bürgerinitiative ist verärgert über Umweltdezernentin Katrin Eder und wirft ihr Untätigkeit vor.

     

    Von Alexander Schlögel

    Der Entsorgungsbetrieb möchte im Mainzer Steinbruch eine Mülldeponie einrichten, eine Bürgerinitiative möchte dies verhindern. (Archivfoto: Lukas Görlach)
    Der Entsorgungsbetrieb möchte im Mainzer Steinbruch eine Mülldeponie einrichten, eine Bürgerinitiative möchte dies verhindern. (Archivfoto: Lukas Görlach)
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    Di

    08

    Dez

    2020

    Laubenheimer Steinbruch: Warten auf den Abfallschlüssel

    Bei den Mainzer Deponie-Plänen fehlen nach wie vor das Schallgutachten und der reduzierte Abfallschlüssel. Die Deponie-Gegner verlieren langsam die Geduld und demonstrieren.

     

    Von Carina Schmidt / Lokalredakteurin Mainz
    Der Laubenheimer Steinbruch muss verfüllt werden. Doch die Deponie-Gegner sorgen sich darum, dass dort gesundheitsschädliche Stoffe abgelagert werden könnten.  (Archivfoto: Alfons Rath)
    Der Laubenheimer Steinbruch muss verfüllt werden. Doch die Deponie-Gegner sorgen sich darum, dass dort gesundheitsschädliche Stoffe abgelagert werden könnten. (Archivfoto: Alfons Rath)
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    Sa

    07

    Nov

    2020

    Ein Herbst voller Veränderungen

    Fotos: Christel Ehrlich - Medienagentur
    Fotos: Christel Ehrlich - Medienagentur
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    Sa

    07

    Nov

    2020

    Mainzer Bauprojekt muss Rücksicht auf Feldhamster nehmen

    Wegen eines neuen EuGH-Urteils zum Artenschutz gilt: Beim Bauprojekt „He 130“ im Stadtteil Hechtsheim muss neu geprüft werden. Auflage: Das Biotop ist zu bewahren.

     

    Von Karin Weber

     

     

    Der Feldhamster, früher ein häufiger Bewohner Rheinhessens, ist heute u.a. wegen intensiver Bewirtschaftungstechniken und monotoner Felderstrukturen bedroht und wird deshalb streng geschützt. Vor allem bei Bauvorhaben. (Foto: Deutsche Wildtier-Stiftung/Manfred Sattler)

     

     

     

    HECHTSHEIM - Kippt der Feldhamster das geplante Neubaugebiet He 130 auf der Hechtsheimer Höhe, obwohl er dort nicht anzutreffen ist? Genau dies befürchtet Konrad Meier. Dabei verwies der Christdemokrat in der vergangenen Ortsbeiratssitzung auf ein rechtskräftiges Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH).

     

    In einer gemeinsamen Anfrage hatten CDU, Freie Wähler und ÖDP Auskunft von der Stadt gefordert, welche Auswirkungen das EuGH-Urteil zu gefährdeten Arten auf den aktuellen Baufortschritt des Wohnquartiers sowie auf zukünftige Hechtsheimer Städtebauplanungen habe. Denn im Juli hatten sich die europäischen Richter in der Rechtssache C-477/19 mit der Beschädigung oder Vernichtung der natürlichen Lebensräume sowie der Ruhe- und Fortpflanzungsstätten der allgemein als „Feldhamster“ bezeichneten geschützten Art „Cricetus cricetus“ befasst.

     

    „Das EuGH hat eindeutig festgelegt, dass Ruhe- und Fortpflanzungsstätten von Feldhamstern auch dann nicht zerstört werden dürfen, wenn die Tiere diese zwar nicht mehr nutzen, aber womöglich dorthin zurückkehren könnten“, erläuterte Konrad Meier, wobei er das Wort „könnten“ besonders betonte.

     

    Da die Gemarkung Hechtsheim in der Vergangenheit und teilweise bis heute von Feldhamstern besiedelt wurde und werde, stelle sich die Frage, ob das aktuelle Bauvorhaben vom Urteil betroffen sei.

     

    Die Christdemokraten monierten die Antwort der Baudezernentin Marianne Grosse: Sie hatte aufgezählt, dass neben einer Reihe von vertiefenden Umwelt-Fachgutachten auch ein Artenschutzgutachten erstellt worden sei. Dazu sei die landwirtschaftliche Fläche auf das streng geschützte Nagetier hin untersucht worden. „Diese besteht aus Löß und ist für ein Auftreten des Feldhamsters prinzipiell geeignet. Es wurden aber keine Feldhamster gefunden“, so Grosse.

     

    Der Hechtsheimer Winzer mahnte: „Wenn der Boden grundsätzlich geeignet ist, heißt das, es darf nicht gebaut werden – auch wenn der Feldhamster noch gar nicht da ist!“ Daher sollte noch mal genaustens geprüft werden. Nicht, so Meier, dass das im Stadtteil wohlbekannte Nagetier das gesamte Vorhaben während der Bauphase stoppe.

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 07.11.2020

     

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    Fr

    23

    Okt

    2020

    Aus Industriebrache soll Wohnquartier werden

     

    Ein Ingelheimer Investor will das ehemalige Dyckerhoff-Gelände in Budenheim bebauen und das dortige kontaminierte Erdreich vorab vor Ort reinigen.

     

    Von Gerhard Wieseotte
    Das ehemalige Dyckerhoff-Gelände liegt an den Straßen Mainzer Landstraße (li.) und Schwarzenbergweg (re.). Derzeit ist der Bereich eingezäunt und durch hohen Bewuchs von keiner Seite einsehbar. (Foto: hbz/Michael Bahr)
    Das ehemalige Dyckerhoff-Gelände liegt an den Straßen Mainzer Landstraße (li.) und Schwarzenbergweg (re.). Derzeit ist der Bereich eingezäunt und durch hohen Bewuchs von keiner Seite einsehbar. (Foto: hbz/Michael Bahr)
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    Fr

    23

    Okt

    2020

    Eine Frage des Abstands

    Von Julia Sloboda
    Stellvertretende Redaktionsleiterin Mainz
    Auf der hellen viereckigen Fläche oberhalb des Großberghangs soll das Wohnquartier Hechtsheimer Höhe entstehen. Links daneben ist der ehemalige Steinbruch zu sehen. Dort soll einmal die Bauschuttdeponie entstehen. (Archivfoto: GVG/Costard)
    Auf der hellen viereckigen Fläche oberhalb des Großberghangs soll das Wohnquartier Hechtsheimer Höhe entstehen. Links daneben ist der ehemalige Steinbruch zu sehen. Dort soll einmal die Bauschuttdeponie entstehen. (Archivfoto: GVG/Costard)
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    Sa

    03

    Okt

    2020

    SPD - Keine Mülldeponie im Steinbruch

     

    Quelle: Weisenauer BLÄTTCHE / September 2020

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    Di

    29

    Sep

    2020

    Laubenheimer Steinbruch: Deponie oder Badesee?

    Was passiert auf dem Gelände des ehemaligen Steinbruchs in Laubenheim? Eigentlich ist eine Bauschuttdeponie geplant, doch im Sommer wurde über einen Badesee diskutiert. (Archivfoto: Alfons Rath)
    Was passiert auf dem Gelände des ehemaligen Steinbruchs in Laubenheim? Eigentlich ist eine Bauschuttdeponie geplant, doch im Sommer wurde über einen Badesee diskutiert. (Archivfoto: Alfons Rath)

    Trotz einer Petition für einen Badesee will Mainz und die ansässige Wirtschaft den alten Steinbruch in Laubenheim zur Bauschuttdeponie machen. Dafür gibt es einige Argumente.

     

    Von Julia Sloboda

    Stellvertretende Redaktionsleiterin Mainz

     

    MAINZ - Als das Thermometer während der Sommermonate über 30 Grad geklettert war, die Schwimmbäder nur begrenzt Einlass boten und das Mombacher Rheinufer stark kontrolliert wurde, lag die Lösung plötzlich auf der Hand. Ein Badesee muss her. Genauer: ein Baggersee im Laubenheimer Steinbruch.

     

    Dort, wo eigentlich eine Bauschuttdeponie entstehen soll. Anfang September übergaben die beiden Weisenauer Robert Kindl und Antonio Sommese 3070 Unterschriften aus ihrer Petition an Oberbürgermeister Michael Ebling. Der versprach Kindl und Sommese, die sich in der Bürgerinitiative „MAINZ21 – Nein zur Mülldeponie in Mainz“ engagieren, dass die Forderung noch einmal im Stadtrat geprüft werde. Passend dazu hatten die Fraktionen der CDU und der ÖDP in der vergangenen Ratssitzung noch einmal Anfragen eingereicht. Während die CDU fragte, warum nicht einfach der schon bestehende See auf Weisenauer Seite des Steinbruchs genutzt werden könne, wollte die ÖDP vom Umweltdezernat wissen, warum die Anlage eines Baggersees von der Verwaltung bisher generell verworfen wurde.

     

    Wie bereits im Sommer erteilte das Dezernat von Katrin Eder (Grüne) der Baggersee-Idee erneut eine Absage. Sowohl auf Weisenauer als auch auf Laubenheimer Seite. Die Gründe waren dabei dieselben. Zum einen sei der Schutz des Grundwassers gefährdet, außerdem würden Heerscharen von Menschen mit den damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen, wie Verunreinigung, Lärmbelästigung oder Belastung durch Verkehr angezogen werden. Problematisch sei auch die verkehrsmäßige Erschließung, die derzeit nur über die Betriebsgelände der Firma Meinhardt und des Entsorgungsbetriebes möglich sei und dadurch aus Sicherheitsgründen nicht zu verantworten.

     

    Vorerst keine neuen Bademöglichkeiten für Mainz

     

     

    Für die Anlage einer Bademöglichkeit aus Gewässersicht kämen nur die Rheinauen in Laubenheim und Mombach in Frage, die aber in Schutzgebieten sowie im festgesetzten Überschwemmungsgebiet des Rheins liegen würden. Auf Nachfrage von Natascha Bauer (CDU) ob nicht ein Rheinschwimmbad möglich sei, entgegnete Katrin Eder: „Wenn Sie einen freien Steiger finden und jemanden, der das Bad betreibt, wüsste ich nicht, was dem entgegen steht.“

     

    BI informiert Ratsmitglieder per Brief über Rüge an SGD SÜD

     

    Die Bürgerinitiative „MAINZ21 – Nein zur Mülldeponie in Mainz“ fordert, dass der Steinbruch in ein Naherholungsgebiet umgewandelt wird. Vor der Stadtratssitzung am vergangenen Mittwoch habe man alle Ratsmitglieder per persönlichem Brief angeschrieben und „über den aktuellen Stand zur Deponie und die Verstöße der Verwaltung gegen den Stadtratsbeschluss vom 02.12.2015“ informiert, teilte die BI in der letzten Woche mit.

     

    - In dem Schreiben sei auch die 13-seitige Rüge der BI an die Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd (SGD Süd) enthalten gewesen. Diese hatte die BI verfasst, nachdem die SGD Süd das Protokoll des Erörterungstermins vom Dezember 2019 in den Sommerferien ausgelegt hatte. Darin hätten viele Aspekte gefehlt oder seien verharmlosend dargestellt worden, so die BI, die unter anderem den Abstand vom geplanten Hechtsheimer Wohngebiet „HE130“, die Laufzeit und den Abfallschlüssel nannte.

     

    Während es also derzeit so aussieht, als ob sich in Zukunft keine neuen Bademöglichkeiten für die Mainzer auftun werden, haben die Befürworter der Bauschuttdeponie ihr Anliegen noch einmal erneuert. In einem Appell der Wirtschaft, der von Anja Obermann (Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen), Thomas Weiler (Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz), Stefan Korus (Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Mainz-Bingen) und Peter Karrié (Obermeister der Bau-Innung Mainz) unterzeichnet ist, wird noch einmal auf die Bedeutung der Bauschuttdeponie für die heimische Wirtschaft verwiesen.

     

    Transportwege und -kosten für Bauschutt sparen

     

    Die Wirtschaftsvertreter betonen die hohen Entsorgungs- und Transportkosten bei Bauvorhaben, die mit der Entfernung steigen würden. So seien nicht nur private Bauherren, sondern auch oft defizitär aufgestellte Kommunen teilweise kaum noch in der Lage, diese Kosten aufzubringen. In der Region Mainz seien die Wege zu den nächsten Deponien besonders weit. Die zuletzt vom Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) erneut ins Spiel gebrachte Deponie in Framersheim sei keine Deponie, sondern ein Wertstoffhof, heißt es im Appell der Wirtschaftsvertreter. „Insbesondere Erdaushub für Kindergärten, Eigenheime, den sozialen Wohnungsbau oder für Infrastrukturprojekte muss zur Deponie nach Kaiserslautern gebracht werden.“ Hier betrage die einfache Entfernung 90 Kilometer.

     

    Die Deponie in Mainz zu errichten, sei eine einmalige Chance, heißt es in dem Appell weiter. „Wird diese Chance vertan, ist für die nächsten 20 Jahre mit einem kontinuierlichen Anstieg der Preisspirale und weiteren Verkehrsbelastungen durch lange Transportwege zu rechnen. Daran ist der ausführenden Wirtschaft nicht gelegen.“

    Falls die Bauschuttdeponie im Steinbruch nicht realisiert wird, gäbe es noch eine weitere Konsequenz, wie aus einer Anfrage der Grünen im Stadtrat hervorgeht. Weil mit Baggersee statt Deponie langfristig eingeplante Konzessionseinnahmen aus der Verfüllungsverpflichtung des Steinbruchs wegfallen würden, könnten sich die Abfallgebühren für die Mainzer „früher als geplant“ um rund elf Prozent erhöhen.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 28.09.2020

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    Mo

    28

    Sep

    2020

    Feinstaub Auswirkungen

    Auswirkungen von Luftverschmutzung auf das Herzkreislaufsystem

     

    Die Luftverschmutzung ist ein großes Gesundheitsproblem, das weltweit jährlich für mittlerweile 8,9 Millionen vermeidbare, vorzeitige Todesfälle verantwortlich ist (Europa 790 000). Damit verkürzt die Luftverschmutzung weltweit das Leben um knapp 3 Jahre, wohingegen das Rauchen als ein wichtiger Herzkreislaufrisikofaktor das Leben um 2,2 Jahre verkürzt. Epidemiologische Studien zeigen, dass Luftverschmutzung durch Feinstaub mit erhöhter kardiovaskulärer Morbidität und Mortalität assoziiert ist. Hierfür verantwortlich sind hauptsächlich durch Feinstaub ausgelöste oder verschlimmerte Herzkreislauferkrankungen wie koronare Herzerkrankung, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Hypertonie und auch Diabetes. Dies macht präventive Maßnahmen wie z. B. eine Absenkung der Grenzwerte für Luftschadstoffe, insbesondere für PM2.5 von 25 auf die von der WHO empfohlene 10 μg/m3 erforderlich.

     

     

    Feinstaub ist eine Mischung aus Primär- und Sekundärpartikel und wird in drei Hauptgrößenklassen eingeteilt:
    PM10   große Partikel (Durchmesser 2,5-10 μm)
    PM2.5  feine Partikel (0,1-2,5 μm)
    PM0.1  ultrafeine Partikel (<0,1 μm)

     

     

    Seite 21 im u.s. Artikel
    Seite 21 im u.s. Artikel
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    Mi

    23

    Sep

    2020

    TOP Ö 32: Badesee Weisenau (CDU)

    Sitzung: 23.09.2020   StR/113/2020 

    Vorlage: 1625/2020

     

    Link = https://bi.mainz.de/to0050.php?__ktonr=86698

    Beschluss: vertagt
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    Mi

    23

    Sep

    2020

    TOP Ö 21: Steinbruch Mainz-Laubenheim (ÖDP)

    Sitzung: 23.09.2020   StR/113/2020 

    Vorlage: 1612/2020

     

    Link = https://bi.mainz.de/to0050.php?__ktonr=86696

    Beschluss: vertagt
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    Di

    15

    Sep

    2020

    Kritik an Grosse wegen „falscher Aussage“

     

    Der Abstand von der geplanten Bauschuttdeponie zum Neubaugebiet „Wohnquartier Hechtsheimer Höhe“ sorgte für Unmut im Weisenauer Ortsbeirat.

     

    Von Michael Heinze

     

    WEISENAU - Wenig Amüsement verschaffte den Ortsbeiratsmitgliedern die Antwort von Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) auf eine CDU-Anfrage, in der es um den Abstand der geplanten Bauschuttdeponie zum Neubaugebiet „Wohnquartier Hechtsheimer Höhe“ (He 130) ging.

     

    Laut Grosse wird der Abstand zwischen dem Deponiekörper mit der Deponieklasse „DK II“ zum nächstgelegenen realisierbaren Wohngebäude etwa 270 Meter betragen. Dies sei „eine falsche Aussage“, lautete die unverblümte Kritik von Ökodemokrat Thomas Mann. Wie Dr. Gitta Weber (SPD), Deponie-Expertin und stellvertretende Ortsvorsteherin, befand, beträgt der Abstand nur 240 Meter. „Das wundert mich schon sehr, dass da ein falscher Abstand angegeben wird“, echauffierte sich auch Annette Wöhrlin (CDU).

     

    Wie Grosse weiter ausführte, wurde in den zum Planfeststellungsverfahren zur Deponie vorliegenden Fachgutachten zur Lärm- und Staubbelastung nachgewiesen, „dass der geplante Abstand zwischen der Deponie und dem geplanten Wohngebiet ausreichend ist – und damit das städtebauliche Konzept mit der geplanten Wohnnutzung im Bebauungsplan ,He 130’ festgesetzt werden kann“. Auf die Frage, ob die Stadt auf die Einlagerung von DK-II-Abfällen zugunsten des Wohngebiets verzichten werde, antwortete Grosse mit einem knappen Nein.

     

    Ausführlich Stellung nahm die Baudezernentin indes zur Frage, ob die etwaigen Käufer und Investoren von „He 130“ vollständig über die Pläne für die DK-II-Deponie informiert worden seien. Demnach sei das Thema „Deponie“ bereits behandelt worden, als der städtebauliche Rahmenplan erarbeitet worden sei. Im Erläuterungsbericht vom November 2016 sei dem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet. Zudem werde das Thema „Steinbruch/Deponie“ in der Begründung zum Bebauungsplanverfahren „He 130“ behandelt.

     

    „Derzeit“, erläuterte Marianne Grosse, „werden noch keine Grundstücke zum Kauf an Investoren und/oder Käufer angeboten.“ Die Grundstücke müssten erst im Zuge eines sogenannten Umlegungsverfahrens gebildet werden.

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 15.09.2020

     

     

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    Do

    10

    Sep

    2020

    Bauwirtschaft fordert Deponie im Mainzer Steinbruch

     

    Der Vize-Hauptgeschäftsführer des Verbands hat wenig Verständnis für Baggersee-Idee und verweist auf Notwendigkeit einer Deponie, um höhere Kosten für Auftraggeber zu vermeiden.

     

    MAINZ - (mhz). In die Diskussion um den Laubenheimer Steinbruch schaltet sich jetzt auch die Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz ein. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 1200 bauausführenden Betrieben im Land.
    „Ein Badesee statt einer Ablagerungsfläche wäre ein Eigentor. Und ein sehr teures noch dazu“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz, Thomas Weiler. Für Überlegungen, das laufende Genehmigungsverfahren abzubrechen und statt des dringend benötigten Ablagerungsraums einen Badesee zu verwirklichen, habe er wenig Verständnis.
    Vor allem das Vorurteil, die Unternehmen würden von der geplanten Ablagerungsmöglichkeit vorrangig profitieren, bezeichnet er als „Irrtum“. „Von einer ortsnahen Ablagerungsmöglichkeit profitieren alle unsere Auftraggeber und damit in allererster Linie die öffentliche Hand. Die öffentliche Hand ist mit Abstand der größte Abfallverursacher des Landes im Bereich der Böden“, so Weiler.
    Laut dem Verband schlügen die Entsorgungskosten bei Bauaufträgen teilweise mit über 25 Prozent des Auftragsvolumens zu Buche – was auch öffentliche Bauvorhaben wie Kitas und Schulen aber auch private Eigenheime oft auf die Kippe stelle. Jeder Transportkilometer koste Geld und verursache Umweltbelastungen.
    Bislang habe die Stadt die richtige Entscheidung getroffen. Die Chance auf die Deponie müsse genutzt werden, sonst würden die Beteiligten dafür in den kommenden 20 Jahren zur Kasse gebeten. Auch ein „Deponienotstand“ und nicht absehbare Preissteigerungen, die in der 2016er Deponiestudie des Landes befürchtet werde, gelte es zu vermeiden.
    Es sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass die Unternehmen die Kosten an ihre Kunden weitergäben. „Auch wenn die Unternehmen im Interesse der Auftraggeber immer nach der finanziell besten Lösung suchen, müssten und könnten sie zur Not auch den Aufwand für weitere Transportwege, etwa zur Deponie Eiterköpfe nach Ochtendung oder zur Deponie in Kaiserslautern, kalkulieren“, sagt Weiler, die könnten dann an die Kunden weitergegeben werden. Schnellschüsse in der Politik müssten daher verhindert werden.
    Quelle: Allgemeine Zeitung / 10.09.2020

     

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    Mi

    09

    Sep

    2020

    Mülldeponie im Mainzer Steinbruch überflüssig? – Eder lehnt Baggersee weiter ab, Ebling für Rheinschwimmbad

     

     

    Ist eine Bauschuttdeponie im alten Mainzer Steinbruch zwischen Mainz-Laubenheim und Mainz-Weisenau überhaupt noch notwendig und rentabel? „Die Deponie ist überflüssig“, sagte der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) gegenüber Mainz&: „Warum reitet man dieses tote Pferd weiter?“ Es gebe inzwischen im Umkreis von Mainz mindestens drei andere Deponien – darunter eine neu genehmigte in Framersheim bei Alzey. Nun sei der Bedarf für eine Deponie überhaupt nicht mehr gegeben, Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) ducke sich bei dem Thema aber weg, schimpfte Kehrein. „Es ist möglich, Dinge zu verändern“, hieß es am Dienstag auch bei der Übergabe einer Petition von mehr als 3.000 Unterschriften für einen Baggersee in dem Steinbruch – die Stadtspitze signalisierte bisher jedoch kein Entgegenkommen.

     

    Am Dienstag wurden vor dem Stadthaus 3.070 Unterschriften für einen Baggersee im Mainzer Steinbruch an Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) übergeben. Die Initiatoren von der Bürgerinitiative Mainz21, die gegen die geplante Mülldeponie im Alten Portland Steinbruch kämpft, will damit erreichen, dass die Stadt ernsthaft einen Badesee in dem renaturierten Steinbruch prüft. „Corona hat gezeigt, dass man viele Dinge verändern kann“, sagte Mit-Initiator Antonio Sommese: „Wir wollen anregen darüber nachzudenken, ob man in Coronazeiten nicht vielleicht Lösungen sucht, die nachhaltiger sind.“

     

    Die Stadt Mainz hatte 2008 die Rechte und Pflichten für die Verfüllung des Kalkstein-Abbaugebietes von der Heidelberg Cement AG übernommen, die Genehmigung aus dem 1964 sah vor, den Steinbruch nach seiner Stilllegung mit unbelastetem Bodenmaterial zu verfüllen. Inzwischen aber will Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) dort eine Mülldeponie mit Bauschuttabfällen, aber auch Abfällen der Deponieklasse II einrichten – die Bürgerinitiative Mainz21 kritisiert, dazu gehörten auch Krebserzeugende Schwermetalle, Asbest-haltiger Bauschutt und Dioxinhaltige Filterstäube. „Dieses Projekt wurde schon mal verändert, also ist es möglich, Dinge zu verändern“, betonte Sommese. Auch die Mülldeponie solle laut Kalkulation der Stadt nach 15 Jahren verfüllt sein, das sei aber doch keine nachhaltige Lösung, kritisierte er.

     

    „Die Deponie ist überflüssig“, sagt derweil der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD). Tatsächlich habe es jahrelang geheißen, es gebe keine Entsorgungsmöglichkeiten für den anfallenden Bauschutt in Mainz, doch inzwischen „hat sich die Welt in den letzten fünf Jahren weitergedreht“, sagte Kehrein im Gespräch mit Mainz&: „Fakt ist, dass inzwischen eine Deponie in Framersheim genehmigt ist, die ist für den gesamten Landkreis Mainz-Bingen viel besser zu erreichen ist als Laubenheim Nord.“ Die neu genehmigte Deponie liege verkehrsgünstig und werde zudem „mehr als 1000 Meter von der Wohnbebauung entfernt erreichtet, wie es sich gehört“, sagte Kehrein.

     

    Angesichts der neuen Konkurrenz stelle sich nun doch die Frage, „wie die Stadt Mainz diese Deponie überhaupt befüllen will“, sagte Kehrein, „woher sollen denn die weiteren Müllmengen kommen?“ Umweltdezernentin Eder aber „duckt sich weg“, kritisierte Kehrein, „hier muss sie mal Butter bei die Fische geben.“ Für ihn gebe es „nur eine vernünftige Alternative: die Verfüllung des Steinbruchs Laubenheim Nord mit unbelastetem Material“ – so, wie es auch der ursprüngliche Genehmigungsbeschluss aus den 1960er Jahren vorsehen. „Auch damit kann man einen Preis erzielen, da gibt es Nachfrage“, sagte Kehrein – auf diese Weise sei ja schon ein Teil des Steinbruchs auf Weisenauer Seite verfüllt worden, und das binnen einer sehr kurzen Zeitspanne.

    Auch die Mainzer ÖDP verwies in einem Stadtratsantrag vom August 2019 darauf, dass just in 30 Kilometern Entfernung von Mainz kürzlich eine Deponie der Klasse II genehmigt wurde – und damit genau für die Abfälle, die auch in Mainz gelagert werden sollten. „Wenn man schon nicht die 10 Kilometer entfernte Deponie auf der hessischen Seite nutzen will, sind auch 30 Kilometer noch eine zumutbare Entfernung für die Entsorgung der im Stadtgebiet anfallenden Schadstoffe“, betonte die ÖDP: Mainz müsse „als Metropolregion mit starkem Bevölkerungswachstum nicht zur ‚Müll-Hauptstadt‘ verkommen.“

     

    Zudem handele es sich bei der geplanten Mülldeponie im Steinbruch keineswegs nur um eine Deponie für „mineralischen Bauschutt“ entsprechend der Deponieklasse 0. Stattdessen sollten in Laubenheim „über 40 gefährliche, schadstoffbelastete Abfälle direkt neben der bestehenden und geplanten Wohnbebauung zur Ablagerung kommen“, so die ÖDP in ihrem Antrag weiter. Diese könnten aus Gießereien, Glasherstellung oder Abgasfilteranlagen stammen und „einen nicht unerhebliche Anteile an Schwermetallen, Dioxinen und anderen giftigen und stark wassergefährdenden Stoffen enthalten.“ Und schon jetzt würden die ursprünglich veranschlagten Kosten von 10 bis 12 Millionen Euro aus dem Jahr 2015 heute bereits mit 30 bis 32 Millionen Euro veranschlagt – unter anderem wegen umfangreicher Abdichtungsmaßnahmen des Bodens gegen das Einsickern giftiger Stoffe ins Grundwasser.

    Mit dem Argument des Grundwassers hatte die Stadt Mainz bisher einen Baggersee in dem alten Steinbruch strikt abgelehnt, Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) sagte am Dienstag erneut gegenüber dem Südwestrundfunk: „Einen Baggersee wird es nicht geben.“ Gleichzeitig räumte die Dezernentin in dem Radiointerview aber auch ein: Die lange Positivliste für die Deponie mit rund 42 teils gefährlichen Stoffen sei eine Idee der Genehmigungsdirektion SGD Süd gewesen. Das zu akzeptieren, „sei aus heutiger Sicht ein Fehler“, so Eder weiter. Der Stadtratsbeschluss solle nun so umgesetzt werden, dass nur Bauschutt aus Mainz und Umgebung dort eingebracht werde.

     

     

    Auch Oberbürgermeister Ebling wollte sich bei der Petitionsübergabe zu der Frage eines Baggersees nicht direkt äußern. Es gebe zwei getrennte Themenkreise, sagte Ebling, das eine sei die Abfallentsorgung – und dazu gebe es einen Stadtratsbeschluss, „und Stadtratsbeschlüsse gilt es zu beachten und umzusetzen.“ Das zweite sei aber das Thema Naherholung: „Es stimmt, ein bisschen mehr Wasser wäre schön“, sagte Ebling weiter, und fügte hinzu: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir in Zukunft mehr Wasser und Menschen und Rhein zusammenbringen.“ Gegenüber Mainz bestätigte er, dass damit eine Möglichkeit zu einem Rheinschwimmbad an der Nordmole des Mainzer Zollhafens gemeint sei, das wolle er nun prüfen lassen.

     

    Info& auf Mainz&: Mehr zu der Petition für einen Baggersee für Mainz lest Ihr hier bei Mainz&, mit welcher Begründung die Stadt Mainz schon 2015 einen Baggersee im Alten Steinbruch ablehnte, haben wir hier aufgeschrieben. Wie die Stadt Mainz es seit Jahrzehnten versäumt, Naherholung und Badevergnügen am Rheinufer zu schaffen, und wie sich das im Coronasommer rächt, dazu lest Ihr hier einen Kommentar auf Mainz&.

     

     

    Quelle: Mainz& / 09.09.2020

     

     

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    Di

    08

    Sep

    2020

    3070 Unterschriften für einen Baggersee in Mainz

     

    Ihre Forderung nach einem Baggersee haben die Weisenauer Initiatoren mit der Übergabe einer Petition an Michael Ebling bekräftigt. Und sie konnten dem OB ein Versprechen abnehmen.

     

    Von Marie Pieper
    Antonio Sommese (l.) übergab OB Michael Ebling die Unterschriftenliste. (Foto: hbz/Michael Bahr)
    Antonio Sommese (l.) übergab OB Michael Ebling die Unterschriftenliste. (Foto: hbz/Michael Bahr)
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    Di

    08

    Sep

    2020

    Baggersee im Steinbruch?

    Über 3000 Mainzerinnen und Mainzer beteiligen sich an der Petition für einen Baggersee in Laubenheim

     

     

    +++ Update +++Oberbürgermeister Michael Ebling hat am Dienstag den 08.09.eine Petition der Bürgerinitiative Mainz 21 entgegen genommen.

     

    Insgesamt 3070 Mainzerinnen und Mainzer haben sich mit dieser Petition gegen den Bau einer Sonderabfalldeponie im Steinbruch Laubenheim und für einen Baggersee an gleicher Stelle ausgesprochen.

     

    Ein Baggersee für Mainz!

     

    Das fordern aktuell Vertreter der Bürgerinitiative „Mainz 21“ und haben dafür eine Online-Petition gestartet.

     

    Die Initiative Mainz 21 setzt sich seit mehreren Jahren gegen die Pläne ein, im alten Mainzer Steinbruch eine Mülldeponie zu errichten.

     

    Stattdessen schlagen die Vertreter der Initiative Robert Kindl und Antonio Sommese jetzt vor, aus dem Steinbruch einen Baggersee zu machen.

     

    Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfüge die Stadt Mainz über ein geeignetes Grundstück und somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen, heißt es in der Online-Petition.

     

    Weiter schreiben die Initiatoren: "Das Corona-Virus hat uns allen vor Augen geführt, wie wichtig unsere Heimat für uns alle ist. Somit gilt es in einer attraktiven Stadt mit guten Erholungsgebieten zu leben."

     

    Die Petition hat innerhalb von drei Tagen fast 1.700 Unterstützer*innen gefunden. Bei einer Unterschriftenzahl von 1.800 muss zum Vorschlag eine Stellungnahme der Stadt erfolgen. Alle Infos findet Ihr hier.

     

    Quelle: ANTENNE MAINZ 106.6 / 08.09.2020

     

     

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    Di

    08

    Sep

    2020

    Petition für Baggersee überreicht

    Mitschnitt Übergabe der Petition "Baggersee für Mainz" an den OB Ebling
    2020.09.08-Baggersee.mp3
    MP3 Audio Datei 2.5 MB

     

    Quelle: Antenne MAINZ 106.6 / 08.09.2020

     

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    Di

    08

    Sep

    2020

    Petition für Baggersee überreicht

    2020.09.08-Baggersee-Petition.MP3
    MP3 Audio Datei 6.8 MB
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    Di

    08

    Sep

    2020

    3.070 Unterschriften für Baggersee werden an Mainzer OB übergeben – Stadt lehnte 2015 schon ab

     

     

    Mitten in der großen Hitzewelle Anfang August hatten zwei Mitglieder der Bürgerinitiative Mainz21, die gegen eine Bauschuttdeponie im alten Steinbruch kämpft, eine Online-Petition gestartet: „Wir brauchen einen Baggersee“, forderte die Petition, die Coronapandemie zeige ja gerade, dass Mainz deutlich mehr Naherholungsflächen auch mit Bademöglichkeiten brauche. Unterstützung für die Idee kam bereits von CDU und ÖDP. Am 8. August startete die Petition, nur vier Tage später erreichte die Petition bereits das erforderliche Quorum von 1.800 Unterschriften, also die Relevanzgrenze, die von der Initiative „OpenPetition.de“ anhand von Größe der Stadt und des zuständigen Parlaments errechnet wird.

     

     

    Inzwischen haben 3.071 Menschen die Petition mit ihrer Unterschrift unterstützt, davon kommen 2.326 aus Mainz. Damit ist die Stadt Mainz gefordert, eine Stellungnahme zu dieser Bürgerbekundung abzugeben, so sieht es das Prozedere der Online-Petitions-Plattform vor. Adressiert war die Petition an den Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) – an ihn wollen die Initiatoren morgen Mittag nun die Liste übergeben.

    „Das Votum ist eindeutig“, sagte Mit-Initiator Antonio Sommese am Montag bei der Ankündigung des Termins. Mainz brauche „in diesen Zeiten leicht erreichbare Erholungsgebiete, die für alle Einwohner und Bürger der Umgebung zugänglich sind“, betonte Sommese weiter. Der Steinbruch sei dafür „der ideale Ort“, denn er liege durch seine Steilwände größtenteils im Schatten und biete eine natürliche Vegetation mit vielen Bäumen. Dazu zeige der Klimawandel deutlich, „dass die Temperaturen in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden und gerade für die Sommermonate eine Abkühlung für jeden Bürger vorhanden sein muss“, begründeten die Initiatoren ihre Petition weiter.

     

     

    „Die Idee von einem Baggersee im Steinbruch wurde ja schon 1964 aufgegriffen“, sagte auch Co-Initiator Robert Kindl, und betonte: „Jetzt muss das Thema wieder auf den Tisch, da wir so wenig Rückzugsorte für die Mainzer haben. Wir müssen nach Hessen fahren um an einen Baggersee zu gelangen“, kritisierte Kindl weiter. Natürlich müsse ein Badesee angelegt und eine Infrastruktur für die Badenden geschaffen werden. „Gutachten haben aber gezeigt, dass die Steilwände standsicher sind und das Grundwasser wohl auch kein Problem darstellen würde“, fügt Kindl hinzu.

    Kindl bezog sich dabei auf Gutachten der Stadt Mainz im Zuge der Planungen für eine Mülldeponie: Die Stadt will nämlich im alten Steinbruch eine Bauschuttdeponie einrichten und argumentiert mit Versorgungssicherheit. Der Mainzer Stadtrat fällte im Dezember 2015 sowie erneut im August 2019 mit breiter Mehrheit ein Votum pro Mülldeponie. Zudem gebe es eine „Verpflichtung zur Verfüllung des Steinbruchs“, die von der Genehmigungsbehörde zwingend vorgeschrieben sei und nach wie vor gelte.

     

     

    Tatsächlich war diese Verfüllungsverpflichtung Teil der Genehmigungsauflagen für die Heidelberg Cement AG, um auf dem Gelände überhaupt Kalksteinabbau betreiben zu können. Solche Verfüllungsauflagen sind üblich und gehören zu jedem Abbauverfahren, auch die Vorgabe, im Anschluss das Gelände zu renaturieren. Auf ähnliche Weise sind im Rhein-Main-Gebiet mehrere Baggerseen entstanden und zu Badeseen für die Bevölkerung ausgebaut worden – so etwa das Langener Waldschwimmbad oder der Riedsee bei Groß-Gerau. Der Riedsee entstand etwa durch Kiesabbau, am Langener Waldsee wird heute noch Sand und Kies abgebaut.

     

     

    Im Steinbruch Laubenheim stellte die Heidelberg Cement AG im Jahr 2004 die Kalksteingewinnung ein, zum 28.11.2008 übernahm die Stadt Mainz mit einem Übertragungsvertrag das Gelände – und trat damit in alle Rechte und Pflichten der Heidelberg Cement AG ein. „Nach der für den Steinbruch heute immer noch gültigen Genehmigung der damaligen Bezirksregierung Rheinhessen aus dem Jahr 1964 ist der Steinbruch nach Stilllegung des Kalksteinabbaus nahezu komplett mit unbelastetem Bodenmaterial zu verfüllen“, teilte die Stadt Mainz selbst mit – das war im Jahr 2015.

     

     

    Auf einem Bürgerforum am 14. November 2015 tauchte die Idee von einem Baggersee für Mainz im alten Steinbruch nämlich auf – wieder einmal. Seit bekannt wurde, dass Heidelberg Cement den Abbau beenden will, hält sich die Idee von einem Badesee an dieser Stelle hartnäckig. 2015 teilte Umweltdezernentin Katrin Eder als Antwort in dem Bürgerforum dann mit: Die Stadt Mainz werde einen Teil des Steinbruchgeländes langfristig gesehen der Bevölkerung als Naherholungsbereich zur Verfügung stellen. „Eine öffentliche Nutzung der Seen ist aber leider nicht möglich, weil es sich bei den Gewässern um Grundwasserseen handelt“, heißt es weiter.

     

     

    Seit Januar 2009 komme die Stadt der Pflicht zur Verfüllung des Geländes mit unbelasteten Bodenaushubmassen bereits nach, so die Antwort der Dezernentin weiter, eines der wichtigsten Ziele sei dabei „der Schutz des Grundwassers.“ Die beim Kalksteinabbau entstandenen Grundwasserseen müssen mitverfüllt werden, „weil die Risiken jeglicher Offenhaltung zu groß sind.“ Eine Nutzung der Seen gar als Bade- und/oder Tauchareal sei deshalb ausgeschlossen. Welche Risiken das Umweltdezernat genau in den Seen sieht, sagte es indes nicht. „Das Problem mit dem Grundwasser haben wir doch bei einer Verfüllung genauso“, sagte die baupolitische Sprecherin der ÖDP, Ingrid Pannhorst, dazu im August im Gespräch mit Mainz&.

     

     

    Auch bei der Bürgerinitiative Mainz21 heißt es deshalb: Wenn im alten Steinbruch eine Deponie gebaut werden könne, dann doch auch ein Baggersee, der könne doch kaum gefährlicher sein als eine Mülldeponie. Zumal es auch bei anderen Mülldeponien regelmäßig zu Problemen gekommen sei, weil Schadstoffe in den Boden sickerten, heißt es bei Mainz21 weiter – so etwa jüngst bei der Deponie in Flörsheim-Wicker. Dort scheiterte im Sommer gerade ein Erweiterungsvorhaben für die Deponie von Hausmüll, Bauschutt und Schlacke am Widerstand er Anwohner: Die hätten nun „lange genug“ die Belastungen durch Gestank, den erheblichen Lastwagen-Verkehr und den Anblick von Mondlandschaften ertragen, befanden die Kommunalpolitiker vor Ort – so berichtete es die FAZ im Juni.

     

     

    Zurzeit plane die Stadt Mainz, im Laubenheimer Steinbruch eine Sonderabfalldeponie für die Deponieklassen I und II zu errichten, plane gleichzeitig aber auch ein Wohngebiet samt Kita in lediglich etwa 350 Metern Entfernung vom Kraterrand, kritisierte die BI Mainz21 – das lehne man strikt ab: „Wir möchten die dort lebenden Menschen und die dortige Umwelt keinen zusätzlichen, nicht kalkulierbaren Risiken ausgesetzt wissen.“ Daher bestehe die BI auf einer Verfüllung des Steinbruchs mit unbelastetem Erdaushub wie ursprünglich von der genehmigt und fordere, den Steinbruch direkt in ein Naherholungsgebiet zu verwandeln.

     

     

    Von anderen Deponien sei zudem bekannt, dass sich die Flächen im Sommer erheblich aufheizten, so die BI weiter. Unter der Petition habe es 1.097 Kommentare gegeben, darunter auch Klagen, dass sich Mainz immer weiter aufheize. „Durch den Baggersee würden wir dringend benötigte Verdunstungsflächen bekommen“, sagte Kindl. Verdunstungsflächen tragen zur Hitze-Reduzierung und damit zur Verbesserung des Klimas bei. Und was die Verfüllungsverpflichtung angehe, so die BI weiter – die werde von Kommentatoren als „billiger Vorwand von unbeweglichen Bürokraten“ bezeichnet.

     

    Info& auf Mainz&:

    Einen ausführlichen Bericht über die Petition „Baggersee“ für Mainz haben wir hier bei Mainz& stehen, mehr zu den Reaktionen und Argumenten findet Ihr hier, die Petition selbst steht hier im Internet.

     

    Kommentar& auf Mainz&: Kippt ein Stadtratsbeschluss….

     

     

    2007 fasste der Mainzer Stadtrat mit breiter Mehrheit einen Beschluss: Man brauche unbedingt ein Kohlekraftwerk auf der Ingelheimer Aue, hieß es damals, mit 44 Ja-Stimmen zu 16 Nein-Stimmen fiel das Votum. 2008 kippte das Projekt, weil die CDU-Opposition ihre Entscheidung pro Kraftwerk revidierte – Ende September 2009 wurde die Genehmigung für das Projekt von der Genehmigungsbehörde SGD Süd zurückgezogen. Der Sturz des Kohlekraftwerks bescherte 2009 nicht nur den Grünen ungeahnte Zustimmungswerte von 20 Prozent bei der Kommunalwahl, es wurde auch zum Paradebeispiel dafür, dass politische Entscheidungen eben nicht in Stein gemeißelt sind: Entscheidungen, die einmal getroffen wurden, kann man ändern, der Stadtrat einen neuen Beschluss fassen – etwa, wenn sich die Beurteilungslage ändert.

     

     

    Die Genehmigungen und damit auch die Auflagen zur Verfüllung des alten Mainzer Steinbruchs stammen aus dem Jahr 1964, und es wäre wohl durchaus sicher zu behaupten: seither hat sich vieles geändert. Mainz ist enorm gewachsen, Mainz hat viel gebaut und viele Flächen versiegelt – die Nachverdichtung der Stadt läuft auf Hochtouren und hat Mainz einen wahren Grünschwund beschert. Geändert aber hat sich vor allem auch das Klima: Die Sommer sind deutlich heißer als früher, alle Rekord-Hitzesommer der Menschheitsgeschichte befinden sich zwischen 2003 und heute.

     

     

    2019 rief der Mainzer Stadtrat genau deshalb den Klimanotstand aus – geschehen zugunsten von Klima, von mehr Grün und mehr Naherholung ist seither praktisch nichts. Fakt ist: Seit 1964 hat sich die Welt weiterbewegt, und durch die Corona-Pandemie hat diese Bewegung noch einmal einen besonders starken Schub bekommen – in ganz neue Richtungen. Zuhause bleiben, Abkühlung suchen, das nahe Grün ansteuern, nie waren diese Dinge so wichtig wie jetzt. Und nie war eine lernfähige Politik wichtiger als jetzt – und wichtiger für eine lebenswerte Zukunft in unseren Städten.

     

     

    Was an einem Baggersee so gefährlich fürs Grundwasser sein soll, das hat die Stadt bisher nicht plausibel erklären können – mit diesem Argument dürfte es keinen einzigen Baggersee in Deutschland geben. Die Sonnencreme der Besucher? Die ein oder andere Sonnenbrille, die sich an den Grund verirrt? Oder gar Schadstoffe aus der Luft? Dann wären die heutigen Seen im alten Steinbruch auch ein Problem – oder jede Badestelle in den Karstschluchten der südfranzösischen Mittelgebirge. Wer eine Mülldeponie angeblich sicher gegen das Grundwasser schützen kann, sollte mit einem Badesee keine Probleme haben.

     

     

    Die CDU wiederum sollte nun schnell (er-)klären, ob hinter ihrer Zustimmung zum Thema Baggersee mehr steckt als lustige Bildchen: Meint die Opposition es ernst, müsste sie auch ihre Zustimmung im Stadtrat verweigern. Noch ist die Deponie nicht gebaut, ja nicht einmal fertig geplant, und der Widerstand wächst, die ersten Klagen werden vorbereitet. Die Mainzer Politik muss sich daran messen lassen, für wen sie Politik betreibt – und ob ihre Beschlüsse Bürger- und Klima-verträglich sind.

     

    Quelle: Mainz& / 08.09.2020

     

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    Di

    08

    Sep

    2020

    Baggersee statt Deponie für Bauschutt

     

    Quelle: F.A.Z. / 08.09.2020

     

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    Sa

    22

    Aug

    2020

    Bürgerinitiative zieht Klage in Betracht

    WEISENAU/LAUBENHEIM - (per).

     

    Die „Bürgerinitiative (BI) Mainz 21“ denkt an eine Klage gegen die geplante Sonderabfalldeponie für die Deponieklassen I und II im Laubenheimer Steinbruch.

     

    Nachdem das endgültige Protokoll zum Erörterungstermin in den Sommerferien ausgelegt worden sei und die Struktur- und Genehmigungsbehörde SGD Süd „auch sonst einen nicht bürgernahen und transparenten Stil“ pflege, „müssen wir“, so BI-Sprecher Antonio Sommese, „den Klageweg in Betracht ziehen.“

     

    Die BI gehe mit einem einstimmigen Ergebnis pro Klage und einem „enormen Anwohnerzuspruch“ in die nächsten Wochen und Monate, teilte Sommese nach einer Anwohnerversammlung mit, an der nach BI-Angaben mehr als 50 Bürger teilgenommen hatten.

     

    Die Initiative bemängelt unter anderem, die geplante Deponie habe einen zu geringen Abstand zur Wohnbebauung und das Lärmgutachten sei „falsch“.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 22.08.2020

     

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    Fr

    21

    Aug

    2020

    Anwohner wollen klagen Widerstand gegen Deponie Laubenheim

     © dpa  Symbolbild
    © dpa Symbolbild

    Die Bürgerinitiative "Mainz21 Nein zur Mülldeponie in Mainz" hat auf einer Anwohnerversammlung mit rund 50 Teilnehmern über eine mögliche Klage gegen eine  Deponie in Laubenheim diskutiert.

    Einstimmiges Ergebnis für eine Klage

     

    „Wir sind froh, dass so viele Anwohner zu Corona-Zeiten gekommen sind und von uns auf den neuesten Stand gebracht wurden“ sagt Antonio Sommese, BI-Sprecher. Nachdem die Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd (SGD Süd)  einen "nicht bürgernahen und  nicht transparenten Stil pflegt, müssen wir den Klageweg in Betracht ziehen“ erklärt Antonio Sommese.

     

    „Daher gehen wir mit dem einstimmigen Ergebnis -pro Klage- und dem enormen Anwohnerzuspruch in die nächsten Wochen und Monate.

     

    Jetzt sind wir auf Spenden und Unterstützung angewiesen. Wir hoffen auf eine große Solidarität unter den Anwohnern“ sagt Robert Kindl, weiterer BI-Sprecher.

     

    Auch Baggersee bleibt für die BI eine Option

    Die wichtigsten Punkte sind der zu geringe Abstand zur Wohnbebauung, dass der Standort nicht für eine Deponie geeignet ist, Schutz der Gesundheit, die vielen gefährlichen Abfälle, ein fragwürdiges Lärmgutachten, die nicht übernommenen Änderungswünsche der BI. Auch das Thema Baggersee wurde diskutiert und bleibt eine mögliche Option den Steinbruch in einen naturbelassenen Erholungsort zu verwandeln.

     

    BI besteht auf Verfüllung mit Erdaushub

    Die Stadt Mainz plant eine Sonderabfalldeponie für die Deponieklassen I und II im Steinbruch Mainz-Laubenheim. Die BI lehnt die Deponie weiter strikt ab. Man wolle "die dort lebenden Menschen und die dortige Umwelt keinen zusätzlichen, nicht kalkulierbaren Risiken ausgesetzt wissen." Daher besteht die BI auf einer Verfüllung des Steinbruchs mit unbelastetem Erdaushub, wie ursprünglich von der Stadt gegenüber der HeidelbergCement gefordert und genehmigt.

     

    Quelle: www.harmonyfm.de / 21.08.2020

     

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    Fr

    14

    Aug

    2020

    Baggersee: Kehrein kritisiert Eder

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung  / 14.08.2020

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    14

    Aug

    2020

    Diskussion um möglichen Baggersee in Mainz

    MAINZ - (slo).

     

    In der Diskussion rund um einen möglichen Baggersee im Laubenheimer Steinbruch hat sich nun der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) zu Wort gemeldet: Auch er verweist auf die Verfüllungspflicht zum Schutz des Grundwassers. Er habe Verständnis für den Wunsch nach Abkühlung, doch die Lokalität sei dafür völlig falsch.

     

    Er frage sich aber auch, so Kehrein, warum nun überhaupt über einen Baggersee am vorgesehenen Standort für die Bauschuttdeponie diskutiert werde. Seine Antwort: „Weil die zuständige Dezernentin nicht kommuniziert mit den Betroffenen und nicht zur Kenntnis nehmen will, dass sich die Welt seit dem Start des Projektes weitergedreht hat.“

     

    Mainz und der Landkreis Mainz-Bingen seien nicht mehr auf eine potenzielle Deponie im Steinbruch angewiesen.

     

    „Spätestens seit die Deponie in Framersheim, günstig gelegen für Anlieferer und mindestens 1000 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt, als Alternative zur Verfügung steht, gibt es kein Entsorgungsproblem mehr und Katrin Eder hätte darauf reagieren müssen.“

     

    Stattdessen habe Eder den Versuch gestartet, ein totes Pferd weiterzureiten, statt konsequent den Ausstieg voranzutreiben. „Eine schon immer geforderte Verfüllung mit unbelastetem Material ist das Gebot der Stunde, damit käme auch die Stadt und der Entsorgungsbetrieb und wir als Gebührenzahler noch gut aus der Nummer heraus“, so Kehrein. Die Dezernentin mache sich in dieser Frage rar.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 14.08.2020

     

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    Do

    13

    Aug

    2020

    Online-Petition für Badesee in Mainzer Steinbruch

    Die Online-Petition für einen Baggersee im ehemaligen Steinbruch hat die benötigte Anzahl von 1.800 Unterschriften erreicht. Die Liste soll nun dem Oberbürgermeister übergeben werden.

     

    1.000 Menschen mehr als nötig haben die Petition unterzeichnet, die im Laubenheimer Steinbruch ein Naherholungsgebiet samt Baggersee fordert. Ein Sprecher der Stadt Mainz teilte mit, man nehme die Unterschriften gerne entgegen und beziehe schriftlich Stellung. Die Petition habe allerdings rechtlich keine bindenden Folgen für die Stadt. Parallel dazu erklärte der Leiter des städtischen Entsorgungsbetriebes, dass ein Baggersee im Steinbruch wegen einer Gefährdung des Grundwassers nicht möglich sei.

     

    CDU findet Idee gut

     

    Den Fraktionsvorsitzenden der Mainzer CDU, Hannsgeorg Schönig, überzeugt diese Antwort nicht. Er findet die Baggersee-Idee reizvoll und könne sich vorstellen, dass die CDU das Thema als Antrag in den Stadtrat einbringt. Die Antragsteller selbst argumentieren, der Klimawandel und die Corona-Situation hätten gezeigt, wie wichtig ein Naherholungsgebiet in Mainz sei. Mit dem Steinbruch verfüge die Stadt über ein geeignetes Grundstück und die Möglichkeit, den Bürgern "in den heißen Monaten eine erfrischende Pause zu gönnen".

     

    Die Stadt Mainz plant im ehemaligen Steinbruch im Stadtteil Laubenheim eine Mülldeponie. Dort soll in erster Linie Bauschutt entsorgt werden. Die Bürgerinitiative "Mainz 21" ist dagegen.

     

    Quelle: SWR >> AKTUELL / 13.08.2020

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    Do

    13

    Aug

    2020

    Mainz erteilt Baggersee-Idee eine Absage

    Wie am Langener Waldsee - so wünscht es sich eine Mainzer Initiative auch für den Laubenheimer Steinbruch - die Stadt winkt ab
    Wie am Langener Waldsee - so wünscht es sich eine Mainzer Initiative auch für den Laubenheimer Steinbruch - die Stadt winkt ab

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Reporter
    Peter Hartmann

     

    Nach dem Start einer Online-Petition in Mainz unter dem Motto "Wir brauchen einen Baggersee!“ hat die Stadt die Idee für eine solche Nutzung des Laubenheimer Steinbruchs laut vrm-Medien zurückgewiesen.

     

    Grundwasserschutz lässt Badesee nicht zu

    Hermann Winkel, Werkleiter des Entsorgungsbetriebs, sagte den vrm-Medien, das sei aus Gründen des Grundwasserschutzes an dieser Stelle nicht zulässig“ sei. Ein Badesee würde direkten Kontakt zum Grundwasser haben, erklärte Winkel: „Man kann nicht kontrollieren, was die Nutzer da einschleppen.“ Das könne von Sonnenöl bis hin zu Treibstoffen reichen. Eine Deponie werde hingegen gesichert, „damit ja kein Schadstoff jemals Kontakt zum Grundwasser bekommt“, so Winkel.

     

    Nach Verfüllung mit Bauschutt soll ein Naherholungsgebiet entstehen

    Zugleich hat sich der Mainzer Stadtrat mit breiter Mehrheit im Dezember 2015 sowie erneut im August 2019 für die Realisierung einer Bauschuttdeponie aus Gründen der Entsorgungssicherheit entschieden. Danach werde an dieser Stelle „ein attraktives Gebiet für die Naherholung sowie den Naturschutz entstehen.

     

    Quelle: Hit Radio FFH / 13.08.2020

     

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    Do

    13

    Aug

    2020

    Stadt lehnt Einrichtung eines Baggersees in Mainz ab

    Ein Badesee (Symbolbild): In Mainz wird wohl kein Baggersee zum Baden entstehen. (Quelle: 7aktuell/imago images)
    Ein Badesee (Symbolbild): In Mainz wird wohl kein Baggersee zum Baden entstehen. (Quelle: 7aktuell/imago images)

    Die Mainzer schreien nach Abkühlung an heißen Sommertagen. Ein Baggersee soll her. Doch trotz Petition lehnt die Stadt den Vorschlag ab.

     

    Zwei Mainzer haben in einer Online-Petition die Errichtung eines Baggersees gefordert. Der See könnte im Laubenheimer Steinbruch entstehen, lautete ihr Vorschlag. Doch bei der Stadt Mainz traf diese Idee nicht auf Zustimmung. Zuerst berichtete "Merkurist".

     

    In der Landeshauptstadt ist es schwer, an heißen Sommertagen einen Platz im Freibad zu ergattern – erst recht in Zeiten der Corona-Krise. Freibäder gibt es in Nieder-Olm, Mombach und am Taubertsberg, doch die bieten nur begrenzte Kapazitäten. Badetaugliche Seen gibt es nur wenige im Umland. Und das Baden im Rhein ist lebensgefährlich. Deshalb sollte ein Baggersee her.

     

    Mehr als 1.100 Menschen haben sich dafür online ausgesprochen. Seit Samstag, 8. August, ist sie online, heißt es. Wie "Merkurist" berichtet, hat sich die Mainzer CDU bereits am Montag zu dem Thema geäußert. "Der Gedanke, einen Baggersee in Mainz zu errichten, ist vor dem Hintergrund immer weiter steigenden Temperaturen naheliegend und sehr plausibel", wird Fraktionsvorsitzender Hansgeorg Schönig zitiert.

     

    Es sei notwendig, den Menschen ausreichend viele Abkühlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen, heißt es weiter. Auch Gastronomie- und Wassersportbereiche könnten dann eingerichtet werden. Schönig forderte deshalb die Prüfung.

     

    Doch am Mittwoch lehnte die Stadt den Vorschlag ab. Das berichtet die "Allgemeine Zeitung". Ein Badesee sei am Laubenheimer Steinbruch nicht zulässig. Es gebe Verpflichtungen zur Verfüllung des Steinbruchs, heißt es. Diese seien zwingend von der Genehmigungsbehörde vorgegeben. Im Steinbruch soll stattdessen eine Deponie für mineralische Abfälle entstehen. Die Petitions-Initiatoren sind Teil der Initiative "Mainz21", die sich gegen die Errichtung einer Deponie ausspricht.

     

    Quelle: t-online / 13.08.2020

     

     

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    Do

    13

    Aug

    2020

    Stadt erteilt Badesee-Idee Absage

    Die Petition für einen Baggersee hat bereits rund 2700 Unterstützer. Archivfoto: Sascha Kopp
    Die Petition für einen Baggersee hat bereits rund 2700 Unterstützer. Archivfoto: Sascha Kopp

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 13.08.2020

     

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    Mi

    12

    Aug

    2020

    Kein Baggersee im Steinbruch

    Gerade erst war die Petition für einen Baggersee im Laubenheimer Steinbruch angelaufen. Doch nun erteilt die Stadt Mainz dem Vorhaben eine Absage.

     

     

    Von Denise Frommeyer Autorin von Merkurist.de

     

     

     

    Zur Abkühlung in einen Baggersee im Laubenheimer Steinbruch springen - so zumindest stellen sich das Robert Kindl und Antonio Sommese aus Mainz-Weisenau vor. Mit einer Online-Petition werben sie für einen solchen Badesee. „Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfügt die Stadt Mainz über ein geeignetes Grundstück und somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen“, schreiben die Initiatoren (wir berichteten).

     

    Doch die Stadt erteilt dem Vorhaben nun eine Absage. Wie die „Allgemeine Zeitung“ (AZ) berichtet, sei ein Badesee dort nicht zulässig. Hermann Winkel, Werkleiter des Entsorgungsbetriebs, sagt gegenüber der AZ: „Ein Badesee würde direkten Kontakt zum Grundwasser haben. Man kann nicht kontrollieren, was die Nutzer da einschleppen.“ Und: „Die Flächen sind nicht verfügbar, da es die Verpflichtung zur Verfüllung des Steinbruchs gibt, die von der Genehmigungsbehörde zwingend vorgegeben ist und nach wie vor gilt.“

     

    Im Steinbruch soll eine Deponie für die Klassen I und II entstehen, anschließend soll das Gebiet rekultiviert werden. Für eine Beschlussvorlage von Dezember 2015 entschied sich der Stadtrat damals mehrheitlich. Im Steinbruch sollen demnach mineralische Abfälle gelagert werden, dann wird er im Lauf von 15 Jahren verfüllt. Danach soll dort ein Naherholungsgebiet entstehen.

     

    Unterstützung bekommen die Initiatoren der Petition hingegen von der ÖDP-Stadtratsfraktion. „Die ÖDP hat sich bisher konsequent gegen die Verfüllung des Steinbruchs mit belastetem Bauschutt positioniert. Dazu ist das Gelände viel zu wertvoll und man hätte andere Nutzungsmöglichkeiten“, so Fraktionsvorsitzener Dr. Claudius Moseler in einer Pressemitteilung. Es seien mehr Fantasie und bürgernahe Lösungen in der Politik nötig. „Corona-Einschränkungen, Ferienzeit und Hitzewelle schreien hier nach einer neuen Lösung.“

     

    Laut AZ-Bericht ist ein Alternativstandort für einen Baggersee derzeit nicht bekannt. Die ÖDP will allerdings, so Moseler, in den städtischen Gremien eine entsprechende Initiative auf den Weg bringen.

     

    Quelle: Merkurist / 12.08.2020

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    12

    Aug

    2020

    Baggersee: Stadt Mainz lehnt Vorschlag ab

    Der Steinbruch in Mainz an der A60 (Archivfoto: Sascha Kopp)
    Der Steinbruch in Mainz an der A60 (Archivfoto: Sascha Kopp)

     

     

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    Die Online-Petition für einen Baggersee in Mainz hat zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Jetzt äußert sich die Stadt. Warum dem Vorschlag eine Absage erteilt wird und ob es eine Alternative geben könnte.

     

     

    Von Michael Heinze und Julia Sloboda

     

    MAINZ - Nachdem die beiden Weisenauer Robert Kindl und Antonio Sommese unter dem Motto „Wir brauchen einen Baggersee!“ [plus-Inhalt] am Samstag eine Online-Petition gestartet haben, hat die Stadt auf diesen Vorstoß reagiert.

     

    Auf die Frage, was die Stadt von der Idee hält, im Laubenheimer Steinbruch einen Baggersee zu schaffen, erklärte Hermann Winkel, Werkleiter des Entsorgungsbetriebs, der Entsorgungsbetrieb habe „zu dieser Idee aus dem August 2015 schon damals erklärt, dass aus Gründen des Grundwasserschutzes ein Badesee mit allen einhergehenden Begleiterscheinungen an dieser Stelle nicht zulässig“ sei. Ein Badesee würde direkten Kontakt zum Grundwasser haben, erklärte Winkel im Gespräch mit dieser Zeitung. „Man kann nicht kontrollieren, was die Nutzer da einschleppen.“ Das könne von Sonnenöl bis hin zu durch Wassersport verursachte Treibstoffe reichen. Eine Deponie werde hingegen mit drei Dichtungskomponenten gesichert, „damit ja kein Schadstoff jemals Kontakt zum Grundwasser bekommt“, so Winkel. Diese Absicherung gebe es beim Badesee nicht. Um hier den Kontakt zum Grundwasser zu vermeiden, sei die Errichtung eines Schutzbauwerkes nötig. Diese Frage stellt sich für die Stadt jedoch nicht.

     

    „Die Flächen sind nicht verfügbar, da es die Verpflichtung zur Verfüllung des Steinbruchs gibt, die von der Genehmigungsbehörde zwingend vorgegeben ist und nach wie vor gilt“, stellt Winkel unmissverständlich klar. Komme man der Verpflichtung nicht nach, könne das strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Durch den Verschluss soll das Grundwasser geschützt werden.

     

    PETITION

    1800 Unterschriften werden benötigt, damit die Plattform openPetition von den zuständigen Entscheidungsträgern eine Stellungnahme einfordert. Am Mittwochabend hatte die Petition rund 2700 Unterstützende, davon gut 2000 aus Mainz. Nach Auskunft des Rechtsamtes der Stadt hat die Online-Petition jedoch keine rechtlich bindende Wirkung. „Sollte der Petitionsbetreiber die Stadt Mainz um eine fachliche Stellungnahme bitten, kommen wir dem Ansinnen selbstverständlich gern nach“, so die städtische Pressestelle.

     

    Hier geht's zur Mainzer Baggersee-Petition

     

     

    „Zugleich hat sich der Mainzer Stadtrat mit breiter Mehrheit im Dezember 2015 sowie erneut im August 2019 für die Realisierung einer Bauschuttdeponie aus Gründen der Entsorgungssicherheit entschieden.“ Die Verfüllung, so der Werkleiter weiter, sei zugleich auf rund 15 Jahre angelegt – danach werde an dieser Stelle „ein attraktives Gebiet für die Naherholung sowie den Naturschutz entstehen, das den gesamten Ortsteil deutlich aufwerten und bereichern wird“. Wie so etwas laufen könne und wie attraktiv so ein Areal am Ende daherkommen könne, sehe man zum Beispiel am heutigen Golfplatz in Budenheim.

     

    Alternativer Standort für See „derzeit nicht bekannt“

     

    Auf die Frage, ob es eventuell einen Alternativstandort in Mainz geben würde, falls ein Baggersee im Laubenheimer Kalksteinbruch nicht möglich wäre, sagte Hermann Winkel: „Ein solcher Standort ist der Stadt derzeit im Stadtgebiet nicht bekannt.“

     

    Unterdessen hat sich Dr. Gitta Weber (SPD), stellvertretende Ortsvorsteherin von Weisenau und wie Kindl und Sommese bei der Bürgerinitiative „MAINZ21 – Nein zur Mülldeponie“ aktiv, zu Wort gemeldet. Auf die Frage, wohin mit dem Müll und dem Bauschutt, den die Neubauprojekte in der Umgebung hervorbringen, wenn nicht in die avisierte Bauschuttdeponie im Steinbruch, erklärte die promovierte Chemikerin: „Unbelasteter Bauschutt muss auch heute schon recycelt werden. Das sieht man gut auf den Großbaustellen wie dem Heiligkreuz-Viertel, wo dann mit dem Abbruchmaterial gleich in unterschiedliche Korngrößen gesiebte Haufen angelegt werden.“ Mit Asbest, polyzyklischen Kohlenwasserstoffen etwa aus Asphaltdecken, Teerpappen oder Dichtmaterial belasteter Bauschutt müsse deponiert werden. „Mainz ist ein Bevölkerungsmagnet, den Menschen muss man auch Freiflächen vor Ort bieten“, so Weber. „Und das möglichst naturbelassen oder sogar renaturiert wie im nördlichen Weisenauer Steinbruch.“

     

    Auch die Stadtratsfraktion der ÖDP hat sich als ausdrückliche Unterstützer der Petition von Robert Kindl und Antonio Sommese zu Wort gemeldet. Der Fraktionsvorsitzende Dr. Claudius Moseler erinnerte daran, dass vor vielen Jahren, als die Erweiterung des Steinbruchs auf der Laubenheimer Höhe zur Diskussion stand, die Idee eines Badesees auch schon Thema gewesen war. „Außerdem hat die ÖDP sich bisher konsequent gegen die Verfüllung des Steinbruchs mit belastetem Bauschutt positioniert. Dazu ist das Gelände viel zu wertvoll und man hätte andere Nutzungsmöglichkeiten.“

     

    Es seien mehr Fantasie und bürgernahe Lösungen in der Politik nötig. Corona-Einschränkungen, Ferienzeit und Hitzewelle würden hier nach einer neuen Lösung schreien, so Moseler. „Angesichts der Räumung der geschützten Flächen am Mombacher Rheinufer und der zu geringen Schwimmbadkapazitäten in Mainz sollten sich die Stadt und der Entsorgungsbetrieb Mainz ernsthaft mit dieser Alternative Baggersee beschäftigen.“ Dazu werde die ÖDP nach den Sommerferien in den städtischen Gremien eine entsprechende Initiative auf den Weg bringen, kündigte der Fraktionsvorsitzende an.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 12.08.2020

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    12

    Aug

    2020

    Petition für Baggersee in Mainz erreicht Quorum – CDU und ÖDP: Idee prüfen, Wasserspielplatz öffnen

     

    Die Idee für einen Baggersee im alten Steinbruch bei Mainz-Weisenau stößt bei den Mainzern auf große Zustimmung: Am späten Dienstagabend hatten bereits 2.370 Menschen die Petition für einen Baggersee unterzeichnet, davon 1.795 in Mainz – die Petition wird damit mit großer Sicherheit das notwendige Quorum von 1.800 Stimmen erreichen.

     

    Auch CDU und ÖDP sprachen sich mit großem Nachdruck für einen Badesee für Mainz aus, die CDU fordert zudem ein Konzept für die Wiederinbetriebnahme des Wasserspielplatzes im Volkspark. Die Stadt winkt derweil ab.

     

    „Was wär’s so schee, am Baggersee“, dichtete die Mainzer CDU prompt am Dienstag – und forderte die Mainzer Stadtverwaltung auf, die Idee eines Baggersees im alten Portland-Steinbruch ernsthaft zu prüfen.

     

    Am Samstag hatten zwei Vertreter der Bürgerinitiative Mainz21, die gegen eine Bauschuttdeponie im ehemaligen Steinbruch kämpft, eine Petition auf einer Onlineplattform veröffentlicht: „Wir brauchen einen Baggersee!“ heißt es in der Petition, die sich an Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) richtet.

     

    Wegen Corona seien viele Menschen in Mainz geblieben, das habe aber deutlich gemacht, dass die Stadt mehr Naherholungsgebiete brauche und zu wenig Schwimmmöglichkeiten habe, heißt es in der Petition zur Begründung. Dazu zeige der Klimawandel deutlich, „dass die Temperaturen in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden und gerade für die Sommermonate eine Abkühlung für jeden Bürger vorhanden sein muss“, begründen die Initiatoren ihre Petition.

     

    Mit dem Steinbruch verfüge die Stadt Mainz „über ein geeignetes Grundstück und somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen.“ Die Krise derzeit zeige, wie wichtig es sei, „in einer attraktiven Stadt mit guten Erholungsgebieten zu leben.“ Die Petition hatte als Quorum das Erreichen von 1.800 Unterschriften von Mainzer Bürgern als Ziel, am späten Dienstagabend hatten bereits 1.795 Mainzer den Aufruf unterzeichnet – insgesamt sprachen sich 2.370 für einen Baggersee für Mainz aus. Das Quorum wird von der Organisation Openpetition.de auf der Grundlage des jeweils zuständigen Parlaments berechnet, wird das Quorum erreicht, holt Openpetition.de automatisch eine Stellungnahme der zuständigen Entscheidungsträger ein.

     

    Unterstützung kam prompt von der CDU: Die Idee eines Mainzer Baggersees sei „charmant“, der Gedanke „vor dem Hintergrund immer weiter steigenden Temperaturen naheliegend und sehr plausibel“, sagte CDU-Fraktionschef Hannsgeorg Schönig. Die 35-Grad-Marke werde in Zukunft wohl öfter fallen, deshalb sei es notwendig, den Menschen ausreichend viele Abkühlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Ein baggersee könne auch den Freizeitwert der Stadt erhöhen, betonte Schönig: „Ein Baggersee kann weitergehend erschlossen werden. So können nicht nur Bereiche zum Baden und Schwimmen, sondern auch Gastronomie- und Wassersportbereiche angeboten werden“, sagte er, das könne die Attraktivität von Mainz steigern.

     

    „Durch die Corona-Krise ist der Zugang zu Wasser stark eingeschränkt“, kritisierte CDU-Chefin Sabine Flegel, hier gebe es in Mainz „ein erhebliches Verbesserungspotenzial.“ Ein prominentes Beispiel dafür sei der außer Betrieb befindliche Wasserspielplatz im Volkspark. „Die Stadt muss Familien mit Kindern die Möglichkeit geben, Plantschen zu gehen“, forderte Flegel. Es brauche ein Konzept, wie der Wasserspielplatz im Volkspark unter Einhaltung der Hygieneregelungen „umgehend wieder in Betrieb genommen werden kann.“

     

    Am Wochenende waren im Zuge der Hitzewelle sämtliche Schwimmbäder in Mainz und Umgebung überfüllt, Badeseen im südlichen Rheinhessen sowie aus hessischer Seite wurden wegen Überfüllung oder wegen chaotischer Verkehrsverhältnisse geschlossen. Die Mainzer drängten sich entlang des Rheinufers und suchten nach allen verfügbaren Möglichkeiten, ans Wasser zu gelangen. Das führte dazu, dass die Stadt die Rheinstrände im Naturschutzgebiet Mombach rigoros räumte.

     

    Die Mainzer Linke forderte daraufhin, die Stadtverwaltung müsse eigene Grundstücke am Rhein stärker dafür zur Verfügung stellen, „um den Menschen in Mombach einen Zugang zum Rhein zu ermöglichen“, sagte Linksfraktionschef Tupac Orellana. Es sei ein Fehler gewesen, dass der Pachtvertrag mit dem bei Mombach am Rhein ansässigen Kanuverein kürzlich unverändert verlängert worden sei, ohne eine Möglichkeit für die Öffentlichkeit zu schaffen, dort an den Rhein zu kommen. Orellana forderte, die Stadt müsse „Änderungen der Pachtverträge anstreben, damit das Ufer für die Menschen in Mombach zur Naherholung genutzt werden kann.“

     

    Auch die ÖDP forderte „mehr Phantasie und bürgernahe Lösungen“ in der Politik. „Corona-Einschränkungen, Ferienzeit und Hitzewelle schreien hier nach einer neuen Lösung“, sagte ÖDP-Chef Claudius Moseler. Angesichts der Räumung des Naturschutzgebietes am Mombacher Rheinufer und der zu geringen Schwimmbadkapazitäten in Mainz, „sollten sich die Stadt und der Entsorgungsbetrieb Mainz ernsthaft mit dieser Alternative Baggersee beschäftigen“, forderte er. Die ÖDP unterstütze die Petition pro Baggersee ausdrücklich, man habe sich von vorneherein auch gegen die geplante Verfüllung des Steinbruchs mit belastetem Bauschutt positioniert. „Dazu ist das Gelände viel zu wertvoll und man hätte andere Nutzungsmöglichkeiten“, betonte Moseler, und kündigte an, die ÖDP werde nach den Sommerferien in den städtischen Gremien eine entsprechende Initiative auf den Weg bringen.

     

    Bei der Stadt winkt man dagegen ab: Der Mainzer Stadtrat habe sich mit breiter Mehrheit im Dezember 2015 sowie erneut im August 2019 für die Realisierung einer Bauschuttdeponie aus Gründen der Entsorgungssicherheit entschieden, sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf Mainz&-Anfrage. Von Seiten des Entsorgungsbetriebs heißt es zudem, die Flächen seien gar nicht verfügbar, da es eine Verpflichtung zur Verfüllung des Steinbruchs gebe, die von der Genehmigungsbehörde „zwingend vorgegeben ist und nach wie vor gilt“, wie Werkleiter Hermann Winkel auf Anfrage mitteilte.

     

    Die Verfüllung sei zugleich auf rund 15 Jahre angelegt, danach werde an dieser Stelle „ein attraktives Gebiet für die Naherholung und den Naturschutz entstehen, welches den gesamten Ortsteil deutlich aufwerten und bereichern wird“, so Winkel weiter. Zudem sei ein Badesee an dieser Stelle „aus Gründen des Grundwasserschutzes nicht zulässig.“ Und schließlich würden „schützenswerte Bereiche für den Natur- und Artenschutz nachteilig beeinträchtigt bzw. zerstört.“

     

    „Das Problem mit dem Grundwasser haben wir doch bei einer Verfüllung genauso“, sagte die baupolitische Sprecherin der ÖDP, Ingrid Pannhorst dazu im Gespräch mit Mainz&. Und was Bedenken wegen Lärm und Autoverkehr angehe, die ein Baggersee womöglich anziehe – „denken die Leute denn, der Müll wird lautlos dahin transportiert“, warnte sie: „Die Mülldeponie wird Verkehr aus der ganzen Umgebung heranziehen, da werden Lkws rollen.“ Früher habe es am Rhein doch auch Strandbäder gegeben, heute sei doch die gesamte Rheinfront zugebaut.

     

    „Naturschutz muss sein, aber die Menschen brauchen auch Raum“, betonte Pannhorst. Wer in der Innenstadt wohne und keinen Balkon habe, der brauche Ausgleichsflächen und Erholungsräume, und Mainz habe ohnehin pro Kopf gerechnet eine weit unterdurchschnittliche Menge an Grünflächen. „Da gibt es doch nichts für die Bürger, die mal vor der Haustür grillen oder sich erholen wollen und mal raus wollen aus den engen Wohnvierteln und der Hitze“, kritisierte Pannhorst, „und dieses gepflasterte Stück Grillfläche vor dem Schloss, das ist doch eine Frechheit, da sitzt doch keiner.“

     

    In Mainz gebe es jetzt zwar zwei Yachthäfen, aber kaum Möglichkeiten für junge Menschen, für wenig Geld mit der Clique schwimmen zu gehen, sagte Pannhorst weiter. „Das Rhein-Main-Gebiet ist sowieso überhitzt durch Versiegelung, Gewerbeflächen und den Flughafen, wir bräuchten in Mainz dringend Ausgleichsflächen“, sagte sie. Das Gelände des Steinbruchs wäre aber doch „groß genug, dass man da auch Bäume pflanzen könnte“, schlug sie vor, und einen See verwirklichen ließe sich dort auch – Schwimmkurse mit der DLRG oder Erste Hilfe-Kurse inklusive. „Wenn man den Leuten nie etwas gönnt und immer nur alles abverlangt, dann haben die auch keine Lust, etwas für die Allgemeinheit zu tun“, fügte sie mit Blick auf die steigende Müllproblematik entlang des Rheinufers hinzu.

     

    UPDATE: Am Mittwoch erreichte die Petition dann bereits 2.013 Unterzeichner – und übersprang damit das Quorum von 1.800 Stimmen deutlich. Die Stadt Mainz muss sich damit neu zu dem Thema äußern.

     

    Info& auf Mainz&: Mehr zu der Petition „Ein Baggersee für Mainz“ mit ausführlicher Begründung lest Ihr hier bei Mainz&, die Petition selbst findet Ihr hier im Internet. Wie Openpetition.de genau das Quorum berechnet und wofür das gut ist, könnt Ihr genau hier im Detail nachlesen.

     

     

    Quelle: Mainz& / 12.08.2020

     

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    Mi

    12

    Aug

    2020

    Kommentar zum Baggersee: Transparent

    Julia Sloboda (Foto: VRM)
    Julia Sloboda (Foto: VRM)

    Von

    Julia Sloboda Stellvertretende Redaktionsleiterin Mainz

     

    MAINZ - Natürlich findet der Vorschlag, einen Baggersee in Mainz zu errichten, große Zustimmung. Wer wünscht sich in diesen Tagen nicht etwas Abkühlung in nächster Nähe? Diese Sehnsucht hat sich die Bürgerinitiative gegen die Bauschuttdeponie zu Nutze gemacht.

     

    Während mit der Diskussion über Deponieklassen und Abstandsregelungen außerhalb von Weisenau und Laubenheim nicht viel Stimmung zu machen ist, hat zum Thema Baggersee jeder eine Meinung.

     

    So ist die geplante Bauschuttdeponie inklusive verlockend klingender Alternativnutzung plötzlich in aller Munde.

     

    Die Stadtverwaltung tut gut daran, nun sehr transparent darzulegen, warum im Steinbruch kein Baggersee entstehen wird. Die genannten Gründe sind plausibel. Und doch scheint es ein Hintertürchen zu geben. Wenn es technisch hinzubekommen wäre, das Grundwasser vor der Verschmutzung durch Badegäste zu schützen, könnte die Anlage eines Sees theoretisch möglich sein. Gleichzeitig müssten die offenen Grundwasserstellen verschüttet werden, um der Verpflichtung nachzukommen.

     

    Die Sache hat zwei Haken: Es gibt einen Stadtratsbeschluss (48 zu 8 Stimmen im Dezember 2015) für die Errichtung einer Deponie – man bräuchte also zunächst einmal eine Kehrtwende des politischen Willens. Zum Zweiten wäre die Schaffung eines grundwasserschützenden Baggersees sicher teuer. Und für eine verschuldete Stadt wie Mainz nicht bezahlbar.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 12.08.2020

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    Di

    11

    Aug

    2020

    ÖDP unterstützt Idee eines Badesees im Steinbruch

     

    Mehr Phantasie und bürgernahe Lösungen nötig

     

    Mainz. „Die ÖDP-Stadtratsfraktion Mainz unterstützt ausdrücklich die Petition von Robert Kindl und Antonio Sommese von der Bürgerinitiative Mainz21, einen Badesee im Weisenauer Steinbruch einzurichten“, so Fraktionsvorsitzender Dr. Claudius Moseler.

     

    Der ÖDP-Stadtrat erinnert daran, dass vor vielen Jahren, als die Erweiterung des Steinbruchs auf der Laubenheimer Höhe zur Diskussion stand, diese Idee auch schon Thema gewesen war.

     

    „Außerdem hat die ÖDP sich bisher konsequent gegen die Verfüllung des Steinbruchs mit belastetem Bauschutt positioniert.

     

    Dazu ist das Gelände viel zu wertvoll und man hätte andere Nutzungsmöglichkeiten.

     

    Es sind mehr Phantasie und bürgernahe Lösungen in der Politik nötig. Corona-Einschränkungen, Ferienzeit und Hitzewelle schreien hier nach einer neuen Lösung“, so Moseler. Angesichts der Räumung der geschützten Flächen am Mombacher Rheinufer und der zu geringen Schwimmbadkapazitäten in Mainz sollte sich die Stadt und der Entsorgungsbetrieb Mainz ernsthaft mit dieser Alternative Baggersee beschäftigen.

     

    „Die ÖDP wird nach den Sommerferien in den städtischen Gremien eine entsprechende Initiative auf den Weg bringen.“

     

    Quelle: ÖDP / 11.08.2020

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    Di

    11

    Aug

    2020

    Ein Baggersee für Mainz

    MAINZ – Zuletzt erreichte das Thermometer Werte weit über 30 Grad. Viele Menschen wollen sich deswegen im Wasser abkühlen, nur ist das Angebot, auch ohne die aktuelle Corona-Krise, in Mainz sehr überschaubar. So zumindest sieht es die CDU.

     

    Die Mainzer Schwimmbäder sowie die umliegenden Baggerseen dürfen die Badegäste Corona-bedingt nur mit Einschränkungen hereinlassen. Aus diesem Grund fordert eine Online-Petition, initiiert durch die Bürgerinitiative Mainz21, nun einen Baggersee auf dem Gelände des Laubenheimer Steinbruchs. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hannsgeorg Schönig und die CDU-Kreisvorsitzende Sabine Flegel finden die Idee eines Mainzer Baggersees charmant und fordern die Verwaltung auf, eine Realisierung auf dem Gelände des Laubenheimer Steinbruchs zu prüfen. „Der Gedanke einen Baggersee in Mainz zu errichten, ist vor dem Hintergrund immer weiter steigenden Temperaturen naheliegend und sehr plausibel“, so Schönig.

     

    Die 35-Grad-Marke werde in Zukunft wohl öfter fallen. Deshalb sei es notwendig, den Menschen ausreichend viele Abkühlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus könne ein Baggersee den Freizeitwert der Stadt erhöhen. „Ein Baggersee kann weitergehend erschlossen werden. So können nicht nur Bereiche zum Baden und Schwimmen, sondern auch Gastronomie- und Wassersportbereiche angeboten werden“, erklärt Schönig.

     

    Auch Sabine Flegel sieht in dem Wasser-Freizeitangebot der Stadt noch erhebliches Verbesserungspotenzial. „Durch die Corona-Krise ist der Zugang zum Wasser stark eingeschränkt“, so Flegel. Ein Beispiel hierfür sei der außer Betrieb befindliche Wasserspielplatz im Volkspark. „Die Stadt muss Familien mit Kindern die Möglichkeit geben, Planschen zu gehen. Für den Volkspark braucht es nun ein Konzept, wie der Wasserspielplatz unter Einhaltung der Hygieneregelungen umgehend wieder in Betrieb genommen werden kann“, fordert Flegel.

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 11.08.2020

     

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    11

    Aug

    2020

    Gonsenheimer CDU | Facebook Post

    Wir finden die Idee der Bürgerinitiative @mainz_21 , einen Baggersee im Laubenheimer Steinbruch zu errichten, charmant. Wir haben daher die Verwaltung aufgefordert, die Umsetzung zu prüfen.
    *Pressemitteilung*
    Stadt muss weitere Abkühlungsmöglichkeiten auch in der Corona-Krise zur Verfügung stellen
    Am vergangenen Wochenende erreichte das Thermometer Werte weit über 30 Grad.
    Auch in den kommenden Tagen werden uns diese hochsommerlichen Temperaturen noch erhalten bleiben. Viele Menschen wollen sich deswegen im Wasser abkühlen, nur leider ist das Angebot, auch ohne die aktuelle Corona-Krise, sehr überschaubar.
    Die Mainzer Schwimmbäder sowie die umliegenden Baggerseen dürfen die Badegäste Corona-bedingt nur mit Einschränkungen hereinlassen.
    Aus diesem Grund fordert eine Online-Petition, initiiert durch die Bürgerinitiative Mainz21, nun einen Baggersee auf dem Gelände des Laubenheimer Steinbruchs.
    Der CDU-Fraktionsvorsitzende Hannsgeorg Schönig und die CDU-Kreisvorsitzende Sabine Flegel finden die Idee eines Mainzer Baggersees charmant und fordern die Verwaltung auf, eine Realisierung auf dem Gelände des Laubenheimer Steinbruchs zu prüfen. „Der Gedanke einen Baggersee in Mainz zu errichten, ist vor dem Hintergrund immer weiter steigenden Temperaturen naheliegend und sehr plausibel“, so Schönig. Die 35-Grad-Marke werde in Zukunft wohl öfter fallen.
    Deshalb sei es notwendig, den Menschen ausreichend viele Abkühlungsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus könne ein Baggersee den Freizeitwert der Stadt erhöhen.
    „Ein Baggersee kann weitergehend erschlossen werden.
    So können nicht nur Bereiche zum Baden und Schwimmen, sondern auch Gastronomie- und Wassersportbereiche angeboten werden“, erklärt Schönig. Dies würde die Stadt noch attraktiver machen. Auch Flegel sieht in dem Wasser-Freizeitangebot der Stadt noch erhebliches Verbesserungspotenzial. „Durch die Corona-Krise ist der Zugang zu Wasser stark eingeschränkt“, so Flegel.
    Ein prominentes Beispiel hierfür sei der außer Betrieb befindliche Wasserspielplatz im Volkspark. „Die Stadt muss Familien mit Kindern die Möglichkeit geben, Planschen zu gehen. Für den Volkspark braucht es nun ein Konzept, wie der Wasserspielplatz unter Einhaltung der Hygieneregelungen umgehend wieder in Betrieb genommen werden kann“, fordert Flegel.
    Quelle: Gonsenheimer CDU | Facebook Post / 11.08.2020
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    11

    Aug

    2020

    Kommentar zur Baggersee-Petition: Zu spontan

    Nicholas Matthias Steinberg, Redakteur Lokalredaktion Mainz (Foto: Sebastian Stenzel)
    Nicholas Matthias Steinberg, Redakteur Lokalredaktion Mainz (Foto: Sebastian Stenzel)

    MAINZ - Dass es den Verantwortlichen der Bürgerinitiative, die sich seit Jahren gegen die Errichtung einer Bauschuttdeponie auf dem ehemaligen Steinbruch-Gelände in Laubenheim einsetzt, nicht an Hartnäckigkeit fehlt, ist bekannt.

     

    Und der Zeitpunkt der Baggersee-Forderung und deren Verknüpfung mit einer Onlinepetition sind clever gewählt.

     

    Denn Corona-Einschränkungen, Ferienzeit und Hitzewelle machen viele Menschen für solche Ideen empfänglich.

     

     

    Der Wunsch nach Abkühlung, generell nach Möglichkeiten der Freizeitgestaltung ist groß. Viele verbringen ihren Urlaub zuhause. Schwimmbäder stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen.

     

    Corona-Auflagen tragen ihren Teil dazu bei. Da klingt die Baggersee-Forderung durchaus charmant. Dabei ist sie nicht neu, wurde vor Jahren wiederholt formuliert.

     

    Und die Stadt hat seinerzeit auch begründet, wieso ein Baggersee keine Option sei.

     

    • Es gibt eine Verfüllungspflicht für den Steinbruch.
    • Außerdem drohe durch einen See eine Verunreinigung des Grundwassers.

     

    Der spontane Vorstoß der BI lässt zudem jahrelange Abwägungen zur Bauschuttdeponie außen vor – und damit auch eine Kernfrage:

    • Wohin mit dem Müll, mit dem Bauschutt, den die Neubauprojekte in der Umgebung hervorbringen? Das Entsorgungsproblem muss gelöst werden.

     

    Nach der Verfüllung soll das Areal künftig ohnehin dem Naturschutz und auch der Freizeitnutzung dienen. Doch es braucht auf absehbare Zeit weitere Alternativen für die Freizeitgestaltung im öffentlichen Raum. Denn die Region wächst, der Besucherdruck nimmt zu, unabhängig von Corona.

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 11.08.2020

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    11

    Aug

    2020

    ÖDP unterstützt Badesees-Idee im Steinbruch – Mehr Phantasie und bürgernahe Lösungen

    „Die ÖDP-Stadtratsfraktion Mainz unterstützt

     

    die Petition von Robert Kindl und Antonio Sommese von der Bürgerinitiative Mainz21, einen Badesee im Weisenauer Steinbruch einzurichten“,

     

    so Fraktionsvorsitzender Dr. Claudius Moseler. Der ÖDP-Stadtrat erinnert daran, dass vor vielen Jahren, als die Erweiterung des Steinbruchs auf der Laubenheimer Höhe zur Diskussion stand, diese Idee auch schon Thema gewesen war.

     

    „Außerdem hat die ÖDP sich bisher konsequent gegen die Verfüllung des Steinbruchs mit belastetem Bauschutt positioniert. Dazu ist das Gelände viel zu wertvoll und man hätte andere Nutzungsmöglichkeiten. Es sind mehr Phantasie und bürgernahe Lösungen in der Politik nötig.

     

    Corona-Einschränkungen, Ferienzeit und Hitzewelle schreien hier nach einer neuen Lösung“, so Moseler. Angesichts der Räumung der geschützten Flächen am Mombacher Rheinufer und der zu geringen Schwimmbadkapazitäten in Mainz sollte sich die Stadt und der Entsorgungsbetrieb ernsthaft mit dieser Alternative Baggersee beschäftigen. „Die ÖDP wird nach den Sommerferien in den städtischen Gremien eine entsprechende Initiative auf den Weg bringen.“

     

     

    Quelle: sensor-magzin.de / 11.08.2020

     

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    Mo

    10

    Aug

    2020

    Online-Petition für Mainz: „Wir brauchen einen Baggersee!“

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    10

    Aug

    2020

    Baggersee im Steinbruch?

    Alternativvorschlag zur Mülldeponie

    10.08.2020 | 08:08 Uhr

     

    Ein Baggersee für Mainz! Das fordern aktuell Vertreter der Bürgerinitiative „Mainz 21“ und haben dafür eine Online-Petition gestartet. Die Initiative Mainz 21 setzt sich seit mehreren Jahren gegen die Pläne ein, im alten Mainzer Steinbruch eine Mülldeponie zu errichten.

     

    Stattdessen schlagen die Vertreter der Initiative Robert Kindl und Antonio Sommese jetzt vor, aus dem Steinbruch einen Baggersee zu machen.

     

    Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfüge die Stadt Mainz über ein geeignetes Grundstück und somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen, heißt es in der Online-Petition. Weiter schreiben die Initiatoren: "Das Corona-Virus hat uns allen vor Augen geführt, wie wichtig unsere Heimat für uns alle ist. Somit gilt es in einer attraktiven Stadt mit guten Erholungsgebieten zu leben.

     

    " Die Petition hat innerhalb von drei Tagen fast 1.700 Unterstützer*innen gefunden. Bei einer Unterschriftenzahl von 1.800 muss zum Vorschlag eine Stellungnahme der Stadt erfolgen.

     

    Quelle: Anttenne Mainz 106.6 / 10.08.2020

     

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    09

    Aug

    2020

    Petition fordert Baggersee für Mainz im alten Portland Steinbruch

    Von Gisela Kirschstein

     

    Mainz stöhnt unter der Hitzewelle, am Wochenende suchten Tausende Abkühlung – vor allem am Rhein. Denn sämtliche Schwimmbäder in Mainz und Umgebung waren ausgebucht, auch Badeseen im Umland wurden wegen Überfüllung geschlossen. Da fordert eine Online-Petition einen Baggersee für Mainz – im alten Portland-Steinbruch.

     

    „Wir brauchen einen Baggersee!“ heißt der Aufruf auf der Plattform Openpetition.de, der sich an Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) richtet. Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfüge die Stadt Mainz „über ein geeignetes Grundstück und somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen“, begründen die Petitionssteller Robert Kindl und Antonio Sommese ihren Vorstoß: „Das Corona-Virus hat uns allen vor Augen geführt, wie wichtig unsere Heimat für uns alle ist. Somit gilt es in einer attraktiven Stadt mit guten Erholungsgebieten zu leben“, heißt es weiter.

     

    Daher wolle sich die Petition für ein Naherholungsgebiet im Mainzer Steinbruch mit einem Baggersee für alle Einwohner einsetzen. „Auch der Klimawandel zeigt deutlich, dass die Temperaturen in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden und gerade für die Sommermonate eine Abkühlung für jeden Bürger vorhanden sein muss“, begründen die Initiatoren ihre Petition. „Corona hat gezeigt, dass man alles ändern kann“, sagte Sommese am Sonntagabend auf Mainz&-Anfrage: „Man muss sich hinterfragen, was wirklich wichtig ist – und eine Naherholung ist bei einem Lockdown wirklich wichtig.“

     

    Tatsächlich zeigt dieser Sommer auf, wie wenig geeignete Abkühlungsmöglichkeiten es bei großer Hitze in Mainz und Umgebung gibt: Die beiden Mainzer Schwimmbäder können wegen der Corona-Pandemie nur deutlich reduzierte Besuchermengen einlassen, am Hitzewochende waren beide restlos ausverkauft. Dasselbe galt für das Freibad Maaraue, aber ebenso für Schwimmbäder der Umgebung wie Bingen oder Stromberg – wo also Abkühlung finden? Im Corona-Sommer wurde eindringlich von Reisen ins Ausland abgeraten, viele blieben zu Hause – auf der Suche nach kühlem Nass wurde am Wochenende jede Möglichkeit geradezu gestürmt.

     

    Einen Rheinstrand mit gefahrlosem Zugang zum Rhein gibt es in Mainz im gesamten Stadtgebiet nicht – von einem Rhein-Schwimmbad ganz zu schweigen. Am Wochenende vertrieb die Stadt Mainz zudem rigoros Erholungssuchende von den Mombacher Stränden – in dem dortigen Naturschutzgebiet sind Lagern, Picknicken und Baden verboten. „Wir brauchen mehr Raum und mehr Fläche für Naherholung, wir stürmen Badeseen in Raunheim und anderswo“, sagt auch Sommese: „Es ist doch nicht fair zu sagen, wenn Mainz voll ist, geht doch noch Raunheim.“ Die Mainzer müssten „zu den Nachbarn nach Hessen fahren oder ihr Leben beim Schwimmen im Rhein riskieren“, kritisiert der Weisenauer.

     

    Es werde mehr solcher Hitzesommer in Zukunft geben, „und das ist ja vielleicht auch nicht letzte Pandemie“, argumentiert Sommese weiter: „Es braucht mehr Naherholung, gerade auch gerade auch für die Menschen, die in der Neustadt in einer Wohnung ohne Balkon wohnen.“ Auch die ÖDP-Stadträtin Ingrid Pannhorst kritisierte in einem Kommentar auf Mainz&, die Einwohnerzahl von Mainz sei zwar stark gewachsen, gleichzeitig seien „sogar die ehedem schon spärlichen Freiräume weiter dezimiert worden, indem die Stadt Grünflächen für Wohnbebauung verscherbelte.“

    Im alten Steinbruch der Portland bei Mainz-Weisenau wünschen sich die Mainzer schon lange einen Badesee. – Foto: gik
    Im alten Steinbruch der Portland bei Mainz-Weisenau wünschen sich die Mainzer schon lange einen Badesee. – Foto: gik

    Die Idee eines Baggersees im alten Steinbruch ist im Übrigen keineswegs neu: Schon bei der Aufgabe des Steinbruchs durch das Zementwerk Weisenau kam die Idee auf, bislang hieß es jedoch immer, die Kosten für einen solchen See seien zu hoch. Die Stadt will stattdessen nun im alten Steinbruch eine Bauschuttdeponie bauen, die Bürgerinitiative „Mainz21 – Nein zur Mülldeponie“ kämpft dagegen. Sprecher der BI ist Antonio Sommese, der nun auch die Petition pro Baggersees startete. „Es sind die Umstände, wir sollten doch in Frage stellen, was wirklich wichtig ist“, begründet er die Petition, die Stadt könnte den Plan für die Deponie auch an anderer Stelle verwirklichen.

     

    Bei den Mainzer selbst stieß das Thema Baggersee derweil auf großes Interesse: Binnen zirka 30 Stunden nach ihrem Start hatten bereits 695 Menschen die Online-Petition für einen Baggersee im alten Steinbruch unterzeichnet, davon 572 in Mainz, fast 300 Kommentare wurden hinterlassen. „Ein See würde Mainz so sehr aufwerten“, schrieb eine Unterzeichnerin, diverse andere verwiesen auf den Klimawandel, die zunehmende Hitze und die überlasteten Mainzer Schwimmbäder: „Zwei öffentliche Schwimmbäder sind ein ziemlich schlechter Witz für eine Landeshauptstadt“, meinte ein Kommentator. Andere verwiesen auf die Gefahren beim Baden im Rhein, ein Badesee sei viel sicherer und könne Tote verhindern, schrieben mehrere.

     

    „Der kurze Text trifft sehr prägnant das Problem: es ist in der Mainzer Umgebung kein einziger See vorhanden, was es an heißen Tagen für viele Mainzer ohne Auto unmöglich macht sich chlorfrei zu erfrischen“, schrieb ein Unterzeichner. Auch die Umwelkt werde geschont, wenn nicht immer alle mit dem Auto zu den hessischen Seen gefahren werde – und was sei mit den menschen, die gar kein Auto hätten? „Die meisten Baggerseen in der Nähe liegen in Hessen“, argumentierte ein anderer Unterzeichner: „Für viele Familien und (nicht nur) junge Menschen wäre ein Baggersee in Mainz ein sehr willkommenes Freizeitangebot!“

     

    Info& auf Mainz&: Die Petition „Baggersee für Mainz“ findet Ihr hier im Internet. Mehr zu dem Thema fehlende Badestrände oder Seen in Mainz lest Ihr hier bei Mainz& – in unserem Kommentar: Baden verboten“ Mainz und die R(h)ein-Frage, unendlich ungelöst“. Der Kommentar entstand übrigens vor der Petition, beides vollkommen unabhängig voneinander – das Thema scheint ja nicht ganz unwichtig zu sein… Warum die Stadt Erholungssuchende und Badewillige aus dem Mombacher Naturschutzgebiet „Mombeach“ vertreibt, könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen.

     

    Quelle: Mainz& / 09.08.2020

     

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