Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

Leider wurde das Banner seinerzeit durch die Stadt oder andere abgehängt und wir hatten es nicht wieder bekommen 🙁
Ja zum Baggersee, hatten wir am 09.09.2015 schon auf unserem Banner stehen. © Robert Kindl
Baggersee für Mainz
Baggersee für Mainz

 

 

Wir brauchen einen Baggersee!

 

 

 

Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfügt die Stadt Mainz über ein geeignetes Grundstück und somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen.

 

Das Corona-Virus hat uns allen vor Augen geführt, wie wichtig unsere Heimat für uns alle ist. Somit gilt es in einer attraktiven Stadt mit guten Erholungsgebieten zu leben.

 

 

 

Daher möchten wir im Mainzer Steinbruch ein Naherholungsgebiet mit einem Baggersee für alle Einwohner. Auch der Klimawandel zeigt deutlich, dass die Temperaturen in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden und gerade für die Sommermonate eine Abkühlung für jeden Bürger vorhanden sein muss.

 

 

 

 

Online-Petition für Mainz: „Wir brauchen einen Baggersee!“

 

Zwei Weisenauer haben am Wochenende eine Online-Petition gestartet, in der sie einen Baggersee für Mainz fordern. Die Reaktionen sind überwältigend.

 

Von Michael Heinze

 

MAINZ - Das Echo ist gewaltig: Unter dem Motto „Wir brauchen einen Baggersee!“ haben Robert Kindl und Antonio Sommese am bislang heißesten Wochenende des Jahres eine Online-Petition gestartet und bis Montag, 11.20 Uhr, konnten die beiden rührigen Weisenauer – vielen besser bekannt als die treibenden Kräfte bei der Bürgerinitiative MAINZ21 „Nein zur Mülldeponie in Mainz“ – auf der größten deutschen Petitionsplattform unter www.openpetition.de bereits 877 Unterstützende für ihr Anliegen gewinnen.

 

Hier geht's zur Mainzer Baggersee-Petition

 

Und stündlich werden es mehr. Adressat der Bittschrift ist Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). 1800 Unterschriften werden benötigt, damit openPetition von den zuständigen Entscheidungsträgern eine Stellungnahme einfordert, so ist es auf der Homepage zu lesen. 39 Prozent waren am späten Montagvormittag bereits erreicht.

 

„Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfügt die Stadt über ein geeignetes Grundstück und somit über die Möglichkeit, uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen“, finden Sommese und Kindl. Hintergrund: Das Corona-Virus habe „uns allen vor Augen geführt, wie wichtig unsere Heimat für uns alle ist“. Gerade in diesen Zeiten sei es von elementarer Bedeutung, „in einer attraktiven Stadt mit guten Erholungsgebieten zu leben“. Daher wolle man „im Mainzer Steinbruch ein Naherholungsgebiet mit einem Baggersee für alle Einwohner“ schaffen. Nicht zuletzt der Klimawandel zeige deutlich, dass die Temperaturen in den nächsten Jahren weiter anstiegen und „gerade für die Sommermonate eine Abkühlung für jeden Bürger vorhanden sein“ müsse.

 

Die Unterzeichner sind sich einig, dass eine naturnahe Badegelegenheit zwischen Weisenau, Hechtsheim und Laubenheim – eventuell auch als Naturerlebnisbad nach Bingerbrücker Vorbild – ein richtig cooles Ding wäre. „Das wäre eine sinnvolle Nutzung des Steinbruchs als Naherholungsgebiet und gleichzeitig würde man die Mülldeponie mit ihren Schadstoffen vermeiden“, heißt es in einem Kommentar. Ein anderer schwärmt von einem Baggersee als einer „wohnortnahen Erholung“. Ein dritter findet: „Es wäre sehr sinnvoll, wenn man bei diesen Temperaturen auch die Möglichkeit hätte, in einem Baggersee in Mainz schwimmen zu können – das würde auch das schöne Mainz noch attraktiver machen.“

 

Andere Kommentatoren weisen darauf hin, der Rhein sei zum Baden zu gefährlich und es müssten „naturbelassene Alternativen“ her. Eine attraktive Naherholung sei ein wichtiger Standortfaktor, verbessere die Lebensqualität vieler Mainzer signifikant und ein schöner See ziehe zudem „weitere Touristen und damit Einkünfte nach Mainz“. Ein Baggersee sei „eine deutlich bessere Idee als eine Mülldeponie“.

 

Auch skeptische Stimmen

 

Zumal es in der direkten Nähe „leider keine Badeseen“ und mithin keine Möglichkeit gebe, sich chlorfrei zu erfrischen – und die wenigen halbwegs erreichbaren in Leeheim, Gimbsheim oder Eich dann überfüllt seien. Lediglich zwei öffentliche Schwimmbäder seien „ein ziemlich schlechter Witz“ für eine Landeshauptstadt. „Wir fahren immer nach Gimbsheim, so wie viele weitere Mainzer auch“, schreibt ein Kommentator. Mainz wäre näher und er fände es prima, wenn der neue Baggersee auch für Stand Up Paddling offen stünde.

 

Während es also ganz viele Pro-Argumente gibt, ist da durchaus auch die eine oder andere skeptische Stimme, die der Meinung ist, ein Baggersee an dieser Stelle habe der Stadt gerade noch gefehlt – im negativen Sinne. So sei zum einen der ehemalige Kalksteinbruch „teilweise als Deponie vorgesehen“, zum anderen müsse man „nicht noch das letzte Fleckchen, das stadtnah ein wenig Ruhe bietet, in einen Remmi-Demmi-Halli-Galli-Ort verwandeln“. Kritik, die gewiss auch der eine oder andere Steinbruch-Anwohner teilt, dem der Autolärm von der A60 und der Fluglärm vom Doppelstrahlanflug auf den Rhein-Main-Airport schon vollkommen ausreicht und dem etwaige neue Belastungen durch Menschenmassen, Umweltverschmutzung, Parksuchverkehr und Co. ein echter Graus sind.

 

Quelle: AZ-Bericht / 10.08.2020

 

Artikel auf Mainz& von Gisela Kirschstein

 

Mainz stöhnt unter der Hitzewelle, am Wochenende suchten Tausende Abkühlung – vor allem am Rhein. Denn sämtliche Schwimmbäder in Mainz und Umgebung waren ausgebucht, auch Badeseen im Umland wurden wegen Überfüllung geschlossen. Da fordert eine Online-Petition einen Baggersee für Mainz – im alten Portland-Steinbruch.

 

„Wir brauchen einen Baggersee!“ heißt der Aufruf auf der Plattform Openpetition.de, der sich an Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) richtet. Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfüge die Stadt Mainz „über ein geeignetes Grundstück und somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen“, begründen die Petitionssteller Robert Kindl und Antonio Sommese ihren Vorstoß: „Das Corona-Virus hat uns allen vor Augen geführt, wie wichtig unsere Heimat für uns alle ist. Somit gilt es in einer attraktiven Stadt mit guten Erholungsgebieten zu leben“, heißt es weiter.

 

Daher wolle sich die Petition für ein Naherholungsgebiet im Mainzer Steinbruch mit einem Baggersee für alle Einwohner einsetzen. „Auch der Klimawandel zeigt deutlich, dass die Temperaturen in den nächsten Jahren weiter ansteigen werden und gerade für die Sommermonate eine Abkühlung für jeden Bürger vorhanden sein muss“, begründen die Initiatoren ihre Petition. „Corona hat gezeigt, dass man alles ändern kann“, sagte Sommese am Sonntagabend auf Mainz&-Anfrage: „Man muss sich hinterfragen, was wirklich wichtig ist – und eine Naherholung ist bei einem Lockdown wirklich wichtig.“

 

Tatsächlich zeigt dieser Sommer auf, wie wenig geeignete Abkühlungsmöglichkeiten es bei großer Hitze in Mainz und Umgebung gibt: Die beiden Mainzer Schwimmbäder können wegen der Corona-Pandemie nur deutlich reduzierte Besuchermengen einlassen, am Hitzewochende waren beide restlos ausverkauft. Dasselbe galt für das Freibad Maaraue, aber ebenso für Schwimmbäder der Umgebung wie Bingen oder Stromberg – wo also Abkühlung finden? Im Corona-Sommer wurde eindringlich von Reisen ins Ausland abgeraten, viele blieben zu Hause – auf der Suche nach kühlem Nass wurde am Wochenende jede Möglichkeit geradezu gestürmt.

 

Einen Rheinstrand mit gefahrlosem Zugang zum Rhein gibt es in Mainz im gesamten Stadtgebiet nicht – von einem Rhein-Schwimmbad ganz zu schweigen. Am Wochenende vertrieb die Stadt Mainz zudem rigoros Erholungssuchende von den Mombacher Stränden – in dem dortigen Naturschutzgebiet sind Lagern, Picknicken und Baden verboten. „Wir brauchen mehr Raum und mehr Fläche für Naherholung, wir stürmen Badeseen in Raunheim und anderswo“, sagt auch Sommese: „Es ist doch nicht fair zu sagen, wenn Mainz voll ist, geht doch noch Raunheim.“ Die Mainzer müssten „zu den Nachbarn nach Hessen fahren oder ihr Leben beim Schwimmen im Rhein riskieren“, kritisiert der Weisenauer.

 

Es werde mehr solcher Hitzesommer in Zukunft geben, „und das ist ja vielleicht auch nicht letzte Pandemie“, argumentiert Sommese weiter: „Es braucht mehr Naherholung, gerade auch gerade auch für die Menschen, die in der Neustadt in einer Wohnung ohne Balkon wohnen.“ Auch die ÖDP-Stadträtin Ingrid Pannhorst kritisierte in einem Kommentar auf Mainz&, die Einwohnerzahl von Mainz sei zwar stark gewachsen, gleichzeitig seien „sogar die ehedem schon spärlichen Freiräume weiter dezimiert worden, indem die Stadt Grünflächen für Wohnbebauung verscherbelte.“

 

Die Idee eines Baggersees im alten Steinbruch ist im Übrigen keineswegs neu: Schon bei der Aufgabe des Steinbruchs durch das Zementwerk Weisenau kam die Idee auf, bislang hieß es jedoch immer, die Kosten für einen solchen See seien zu hoch. Die Stadt will stattdessen nun im alten Steinbruch eine Bauschuttdeponie bauen, die Bürgerinitiative „Mainz21 – Nein zur Mülldeponie“ kämpft dagegen. Sprecher der BI ist Antonio Sommese, der nun auch die Petition pro Baggersees startete. „Es sind die Umstände, wir sollten doch in Frage stellen, was wirklich wichtig ist“, begründet er die Petition, die Stadt könnte den Plan für die Deponie auch an anderer Stelle verwirklichen.

 

Bei den Mainzer selbst stieß das Thema Baggersee derweil auf großes Interesse: Binnen zirka 30 Stunden nach ihrem Start hatten bereits 695 Menschen die Online-Petition für einen Baggersee im alten Steinbruch unterzeichnet, davon 572 in Mainz, fast 300 Kommentare wurden hinterlassen. „Ein See würde Mainz so sehr aufwerten“, schrieb eine Unterzeichnerin, diverse andere verwiesen auf den Klimawandel, die zunehmende Hitze und die überlasteten Mainzer Schwimmbäder: „Zwei öffentliche Schwimmbäder sind ein ziemlich schlechter Witz für eine Landeshauptstadt“, meinte ein Kommentator. Andere verwiesen auf die Gefahren beim Baden im Rhein, ein Badesee sei viel sicherer und könne Tote verhindern, schrieben mehrere.

 

„Der kurze Text trifft sehr prägnant das Problem: es ist in der Mainzer Umgebung kein einziger See vorhanden, was es an heißen Tagen für viele Mainzer ohne Auto unmöglich macht sich chlorfrei zu erfrischen“, schrieb ein Unterzeichner. Auch die Umwelkt werde geschont, wenn nicht immer alle mit dem Auto zu den hessischen Seen gefahren werde – und was sei mit den menschen, die gar kein Auto hätten? „Die meisten Baggerseen in der Nähe liegen in Hessen“, argumentierte ein anderer Unterzeichner: „Für viele Familien und (nicht nur) junge Menschen wäre ein Baggersee in Mainz ein sehr willkommenes Freizeitangebot!“

 

Info& auf Mainz&: Die Petition „Baggersee für Mainz“ findet Ihr hier im Internet. Mehr zu dem Thema fehlende Badestrände oder Seen in Mainz lest Ihr hier bei Mainz& – in unserem Kommentar: Baden verboten“ Mainz und die R(h)ein-Frage, unendlich ungelöst“. Der Kommentar entstand übrigens vor der Petition, beides vollkommen unabhängig voneinander – das Thema scheint ja nicht ganz unwichtig zu sein… Warum die Stadt Erholungssuchende und Badewillige aus dem Mombacher Naturschutzgebiet „Mombeach“ vertreibt, könnt Ihr hier bei Mainz& nachlesen.

 

Quelle: Mainz& / 09.08.2020