Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

gefahrstoffe

Folgende Stoffe sind für die Mülldeponie im Mainzer Steinbruch geplant:

 

  • Asbest
  • Bauschutt
  • Teer
  • Straßenaufbruch
  • verseuchter Boden aus Tankstellen
  • etc.

 

Quelle: SPD Infoblatt vom 18.07.2015

Welche Gift- und Schadstoffe können das sein und was bewirken diese?

Hier eine Auswahl besonders gefährlicher Stoffe, die in unterschiedlichen Konzentrationen und Gemischen in den gefährlichen Abfällen enthalten sein können:

POPs = persitente organische Schadstoffe: Dies ist eine Gruppe extrem giftiger organischer Stoffe. Sie sind extrem langlebig, werden nur sehr langsam abgebaut und reichern sie sich in Menschen und Tieren an. Für den Umgang mit diesen Stoffen gibt es besondere Verordnungen (angefangen mit der Stockholmer Konvention 2004 für das „dreckige Dutzend“).

 

  • Dioxine und Furane
  • PCBs (polychlorierte Biphenyle)
  • PAKs (polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe)
  • Benzol
  • Phenole (z.B. PCP)
  • MKW (Mineralölkohlenwasserstoffe)
  • Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium, Blei, Chrom, Nickel etc.

Immer wieder kommt es zu Dioxin-Katastrophen: 1976, als der schwere Chemieunfall in Seveso, schlimme Krankheiten und Erbschäden verursachte und zum ersten Mal die extreme Giftigkeit dieses Stoffes deutlich wurde. Der letzte Skandal liegt nur wenige Monate zurück, als gefährliche Materialien unter Tierfutter gemischt wurden und sich in Geflügel und Eiern anreicherten. Und dies, obwohl es mittlerweile klare Verbote und Vorschriften zum Umgang mit Dioxinen gibt. Dioxine gehören zu den giftigsten vom Menschen erzeugten Stoffen. Sie entstehen u.a. als unerwünschte Nebenprodukte bei bestimmten Verbrennungsprozessen und bei der Verarbeitung bestimmter chlorierter Kohlenwasserstoffe. Dioxine kommen auch in den gefährlichen Abfällen vor, die BKS hier bearbeiten und zwischenlagern will. In bestimmten Verbrennungsprozessen bei der Müllverbrennung und bei der Abfallmitverbrennung werden besonders hohe Dioxin-Konzentrationen erzeugt. Diese werden in den Filterstäuben oder Filterkuchen, aber auch in Asche und Schlacke gesammelt. Dioxin befindet sich auch im Klärschlamm oder in Abwässern. Alle diese Abfälle finden sich auf der Liste der gefährlichen Stoffe, die bei uns bearbeitet und gelagert werden sollen!

POPs bedeutet persistente organische Schadstoffe.In dieser Gruppe sind eine ganze Reihe von extrem gefährlichen Giftstoffen zusammengefasst. 2004 wurden mit der Stockholmer Konvention begonnen, diese Stoffe aus dem Verkehr zu ziehen. Am Anfang stand das Verbot des "dreckigen Dutzend", mittlerweile werden immer mehr Stoffe in die Liste aufgenommen. Die Verbote bzw. Reglementierungen für diese Stoffe sind allerdings noch nicht überall umgesetzt. Ein Problem stellen auch die vielen Altbestände dar, die es weltweit noch gibt. Die Entsorgung dieser gefährlichen Stoffe ist ein noch nicht gelöstes weltweites Problem. Zur Gruppe der POPs gehören u.a. alte Pflanzenschutzmittel, polychlorierte Biphenole (PCBs), bestimmte Flammschutzmittel, sowie Poly- oder perflourierte Chemikalien. Zu den POPs gehören aber auch Dioxine und die ähnlich wirkenden Furane, die als nicht gewollte Nebenprodukte in Verbrennungsprozessen wie z.B. bei der Müllverbrennung entstehen. Diese Chemikalien sind so gefährlich, weil sie sehr langlebig sind, sich in Lebewesen anreichern und für Menschen und Umwelt sehr giftig sind. POPs können Krebs erzeugen, das Erbgut schädigen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. POP-haltige Abfälle sind grundsätzlich so zu entsorgen, dass die enthaltenen Schadstoffe komplett zerstört werden. Da dies nicht immer machbar ist, müssten die belasteten Abfälle eigentlich in Sondermülldeponien unter Tage verbracht werden. Einige dieser Stoffe sind in den gefährlichen Abfällen enthalten, die bei uns bearbeitet und gelagert werden sollen!

PAKs (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) entstehen bei unvollständigen Verbrennungsprozessen. Einige PAKs, wie z.B. Benzo(a)pyren sind krebserzeugend – einer der schädlichen Stoffe im Zigarettenrauch. PAKs können sich in Pflanzen im Boden anreichern und so in die Nahrungskette gelangen. Problematisch ist, dass noch lange nicht alle PAKs identifiziert und analysiert sind, so dass von einer stärkeren Gefährdung auszugehen ist, als aktuell gemessen und angegeben wird.

MKW (Mineralölkohlenwasserstoffe) belasten die Umwelt, belasten Böden oder Gewässer. Selbst in sehr geringer Konzentration können Benzin, Heiz- oder Maschinenöle unser Grund- oder Trinkwasser verseuchen.

Mittlerweile ist die Herstellung und Verwendung von PCB (polychlorierte Biphenole) in Deutschland verboten. Allerdings stellt die Entsorgung der Altlasten ein großes Problem dar. PCBs sind z.B. als Kühl- und Isolierflüssigkeiten in Transformatoren, in Lacken und Klebstoffen enthalten . PCB wird nur sehr langsam abgebaut und reichert sich daher im Körper an und kann dann zu schweren Vergiftungen führen: die Hautkrankheit Chlorakne, sowie Schädigungen der Leber und des Nervensystems.

Schädliche Schwermetalle können aus diversen Industriebereichen in die Abfälle und in die Nahrungskette gelangen. So findet sich Cadmium u.a. in Klärschlamm und Abfällen, sowie in den Rückständen aus der Metallgewinnung, aus der Kunststoffindustrie, oder der Farb- und Lackherstellung. Quecksilber gelangt z.B. über die Kunststoffproduktion, über das Recycling von Elektroschrott, durch Abfälle bzw. Klärschlamm in die Umwelt. Blei entsteht z.B. in der Glasproduktion. Cadmium wirkt schon in geringen Mengen hochgiftig auf Pflanzen und Mikroorganismen. Im menschlichen Körper kann es u.a. Nierenschädigungen verursachen. Quecksilber ist extrem giftig. Blei kann bei hoher Dosis zu akuten Vergiftungen führen, die Symptome wie Erbrechen oder Koliken bewirken oder sogar zum Tod führen können. Blei lagert sich auch im Körper ab. Chronische Bleiaufnahme kann zu unterschiedlichen Gesundheitsschäden führen. Chromstäube oder lösliche Chromverbindungen sind gesundheitsschädlich, wie z.B.: Arsen, Nickel, Chrom

Kommen können in den Abfällen der Altölentsorgung, von Gießereien, der Kunststoffherstellung bzw. auch in Farben und Lacken vorkommen. Phenol kann Krebs erzeugen (Haut und die Atemorgane) und bei chronischer Vergiftung die Nieren schädigen.

PCP (Pentachlorphenol) wurde in Holzschuztmitteln verwendet, ist allerdings wegen der Giftigkeit mittlerweile verboten. Allerdings kommt es in Altlasten (z.B. im Bauschutt) immer noch vor. PCP kann unterschiedliche Krankheiten auslösen und ist eindeutig als krebserzeugend eingestuft.

Auszug aus der Liste der gefährlichen Abfälle


Auszug aus der Liste der gefährlichen Abfälle, die von der BKS im Rahmen des Antrags zur Errichtung der sogenannten Bodenbehandlungsanlage neu beantragt werden:


AVV Nr. Woher kommen die gefährlichen Stoffe?
Um welche Abfälle geht es?
01 0505 Aus Bohrungen:
Ölhaltige Bohrschlämme und -abfälle
01 0506 Aus Bohrungen:
Bohrschlämme und andere
04 0219 Aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung:
Schlämme, die gefährliche Stoffe enthalten
05 0103 Aus der Erdölraffination:
Bodenschlämme aus Tanks
06 0502 Aus anorganisch-chemischen Prozessen:
Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
06 1304 Aus anorganisch-chemischen Prozessen:
Abfälle aus der Asbestverarbeitung
06 1305 Aus anorganisch-chemischen Prozessen:
Ofen- und Kaminruß
07 0111 Aus organisch-chemischen Prozessen:
Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten (aus Herstellung, Zubereitung, Anwendung und Vertrieb organischer Grundchemikalien)
07 0611 Aus organisch-chemischen Prozessen:
Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten (aus Herstellung, Zubereitung, Anwendung und Vertrieb von Fetten, Schmierstoffen, Seifen, Waschmitteln, Desinfektionsmitteln, Körperpflegemitteln)
07 0711 Aus organisch-chemischen Prozessen:
Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten (aus Herstellung, Zubereitung, Anwendung und Vertrieb von Feinchemikalien und Chemikalien)
08 0113 Aus Herstellung, Zubereitung, Anwendung und Vertrieb von Beschichtungen, Klebstoffen, Dichtmassen und Druckfarben:
Farb- und Lackschlämme, die organische Lösemittel oder andere Gefährliche Stoffe enthalten
08 0314 Aus Herstellung, Zubereitung, Anwendung und Vertrieb von Beschichtungen, Klebstoffen, Dichtmassen und Druckfarben:
Druckfarbenschlämme, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0104 Aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen:
Filterstäube und Kesselstaub aus Ölfeuerung
10 0116 Aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen:
Filterstäube aus der Abfallmitverbrennung, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0118 Aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen:
Abfälle aus der Abgasbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0120 Aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen:
Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, Die gefährliche Stoffe enthalten
10 0122 Aus Kraftwerken und anderen Verbrennungsanlagen:
wässrige Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, Die gefährliche Stoffe enthalten
10 0207 Aus der Eisen- und Stahlindustrie:
Feste Abfälle aus der Abgasbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0213 Aus der Eisen- und Stahlindustrie:
Schlämme und Filterkuchen aus der Abgasbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0319 Aus der thermischen Aluminium-Metallurgie:
Filterstaub, der gefährliche Abfälle enthält
10 0321 Aus der thermischen Aluminium-Metallurgie:
Andere Teilchen und Staub, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0325 Aus der thermischen Aluminium-Metallurgie:
Schlämme und Filterkuchen aus der Abgasbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0407 Aus der thermischen Bleimetallurgie:
Schlämme und Filterkuchen aus der Abgasbehandlung
10 0503 Aus der thermischen Zinkmetallurgie:
Filterstaub
10 0506 Aus der thermischen Zinkmetallurgie:
Schlämme und Filterkuchen aus der Abgasbehandlung
10 0603 Aus der thermischen Kupfermetallurgie:
Filterstaub
10 0607 Aus der thermischen Kupfermetallurgie:
Schlämme und Filterkuchen aus der Abgasbehandlung
10 0815 Aus der sonstigen thermischen Nichteisenmetallurgie:
Filterstaub, der gefährliche Stoffe enthält
10 0817 Aus der sonstigen thermischen Nichteisenmetallurgie:
Schlämme und Filterkuchen aus der Abgasbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
10 0905 Aus Eisen- und Stahlgießereien:
Gefährliche Stoffe enthaltende Gießformen und Sande vor dem Gießen
10 0907 Aus Eisen- und Stahlgießereien:
Gefährliche Stoffe enthaltende Gießformen und Sande nach dem Gießen
10 0909 Aus Eisen- und Stahlgießereien:
Filterstaub, der gefährliche Stoffe enthält
10 0913 Aus Eisen- und Stahlgießereien:
Abfälle von Bindemitteln, die gefährliche Stoffe enthalten
10 1005 Aus Nichteisenmetallgießereien:
Gefährliche Stoffe enthaltende Gießformen und Sande vor dem Gießen
10 1007 Aus Nichteisenmetallgießereien:
Gefährliche Stoffe enthaltende Gießformen und Sande nach dem Gießen
10 1009 Aus Nichteisenmetallgießereien:
Filterstaub, der gefährliche Stoffe enthält
10 1013 Aus Nichteisenmetallgießereien:
Abfälle von Bindemitteln, die gefährliche Stoffe enthalten
10 1113 Aus der Glasindustrie:
Glaspolier- und Glasschleifschlämme, die gefährliche Stoffe enthalten
10 1117 Aus der Glasindustrie:
Schlämme und Filterkuchen aus der Abgasbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
12 0114 Aus Prozessen der mechanischen Formgebung sowie der physikalischen und mechanischen Oberflächenbehandlung von Metallen und Kunststoffen:
Bearbeitungsschlämme, die gefährliche Stoffe enthalten
16 0708 Aus der Reinigung von Lagertanks und Fässern:
ölhaltige Abfälle
16 0709 Aus der Reinigung von Lagertanks und Fässern:
Abfälle, die sonstige gefährliche Stoffe enthalten
17 0901 Bau- und Abbruchabfälle,
die Quecksilber enthalten
17 0902 Bau- und Abbruchabfälle,
die PCB enthalten
19 0113 Aus der Müllverbrennung oder Pyrolyse:
Filterstaub, der gefährliche Stoffe enthält
19 0115 Aus der Müllverbrennung oder Pyrolyse:
Kesselstaub, der gefährliche Stoffe enthält
19 0205 Aus der physikalisch-chemischen Abfallbehandlung:
Schlämme, die gefährliche Stoffe enthalten
19 0211 Aus der physikalisch-chemischen Abfallbehandlung:
Sonstige Abfälle, die gefährliche Stoffe enthalten
19 0304 Aus Abfallbehandlungsanlagen:
Als gefährlich eingestufte teilweise stabilisierte Abfälle
19 0306 Aus Abfallbehandlungsanlagen:
Als gefährlich eingestufte verfestigte Abfälle
19 0402 Verglaste Abfälle und Abfälle aus der Verglasung:
Filterstaub und andere Abfälle aus der Abgasbehandlung
19 0811 Aus industriellen Abwasserbehandlungsanlagen:
Schlämme aus der biologischen Behandlung von industriellem Abwasser, die gefährliche Stoffe enthalten
19 0813 Aus industriellen Abwasserbehandlungsanlagen:
Schlämme, die gefährliche Stoffe aus einer Behandlung von industriellem Abwasser enthalten
19 1005 Aus dem Schreddern von metallhaltigen Abfällen:
Andere Fraktionen, die gefährliche Stoffe enthalten
19 1105 Aus der Altölaufbereitung:
Schlämme aus der betriebseigenen Abwasserbehandlung, die gefährliche Stoffe enthalten
19 1303 Aus der Sanierung von Böden:
Schlämme, die gefährliche Stoffe enthalten
19 1305 Aus der Sanierung von Grundwasser:
Schlämme, die gefährliche Stoffe enthalten