Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Steinbruch Mainz-Laubenheim: Trendwende oder Entwicklung?

     

    Das Ende der geplanten Bauschuttdeponie war Thema im Werkausschuss des Entsorgungsbetriebes. Wie dies zu beurteilen ist, wird unterschiedlich bewertet.

     

    Von Alexander Schlögel

     

    Der Laubenheimer Steinbruch und die nun nicht entstehende Bauschuttdeponie waren Thema im Werkausschuss des Entsorgungsbetriebs. Foto: Sascha Kopp
    Der Laubenheimer Steinbruch und die nun nicht entstehende Bauschuttdeponie waren Thema im Werkausschuss des Entsorgungsbetriebs. Foto: Sascha Kopp

     

    MAINZ - Das Ende der geplanten Bauschuttdeponie für die Deponieklassen I und II im Laubenheimer Steinbruch nimmt nun auch seinen politischen Weg.

     

    Eine entsprechende Beschlussvorlage - die der Öffentlichkeit bisher noch nicht zugänglich gemacht ist - wurde nun im Werkausschuss des Entsorgungsbetriebes einstimmig auf den Weg gebracht.Im letzten Stadtrat vor der Sommerpause am 20. Juli dürfte das Projekt damit endgültig begraben werden.

     

    Dr. Claudius Moseler (ÖDP) erklärte in dem Gremium, seine Fraktion begrüße die "Trendwende". Sie hätten "es immer für schwierig gehalten, dieses Projekt mitten im Stadtgebiet zu realisieren". Dr. Moseler hob auch "das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort" hervor, deren Einsatz zum "mehrfachen Nachdenken" über das Projekt geführt habe. Nun gelte es, "die Entwicklung auf dem Gelände nicht aus dem Blick zu verlieren". Da gehe es zum einen um eine Renaturierung, zum anderen aber auch um die Frage, wie es dort mit dem Baugebiet weitergehe und wie es mit den geologischen Verhältnissen aussehe.

     

    "Da würde ich gerne noch mal wissen, wann und wie das genau geplant ist." Auch sei noch nicht komplett geklärt, was nun mit dem Bauschutt aus Mainz passiere - beispielsweise mit dem, der beim Abriss der Mombacher Hochbrücke entstehe.

     

    Grün- und Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) verwies beim Thema Baugebiet auf Baudezernentin Marianne Grosse (SPD): "Auch für sie ist es eine neue Situation. Es wird geguckt, welche Auswirkungen es hat." Da sei auch der Bau- und Sanierungsausschuss gefragt. Es gebe Auflagen zur "Renaturierung unter dem Aspekt der Naherholung und des Naturschutzes".

     

    Nun werde geschaut, "wie wir diese Auflagen erfüllen können". Auch sie als Umweltdezernentin präferiere "eine Lösung zur Bewahrung dieses besonderen Naturcharakters". Sie hoffe auch, dass im Zuge des Rückbaus der Brücke das Material aufbereitet und "dem Wirtschaftskreislauf wieder zu Gute kommen" könne. Solche Verfahren seien auch wichtig, "um Deponien in der Zukunft zu verkleinern oder zu vermeiden".

     

    Martin Kinzelbach (SPD) hakte zudem noch einmal bei Dr. Moseler ein: "Man kann nicht stehen lassen, dass man die Trendwende positiv zur Kenntnis nimmt." Die gebe es nicht. Auch das mit dem Bürgerengagement sah er anders: "Wir haben uns die letzten elf Jahre in dem Ausschuss sehr intensiv mit dem Projekt befasst." Das Projekt sei "teilweise in den Parteien und Fraktionen der betreffenden Ortsteile nicht unumstritten" gewesen. Einiges habe man "dafür ausgehalten und auch intern die eine oder andere Schramme abbekommen, dafür, dass wir an dieser Stelle in der Verantwortung für den Betrieb eine solche Planung mitgegangen sind".

     

    Schließlich habe man als Mitglied des Ausschusses "auch eine andere Rolle und Verpflichtung". Man habe die Planungen "immer wieder hinterfragt und verändert, sich aber auf einen Prozess begeben", der sehr lange gedauert habe. Der Ausschuss habe das "in einer ganz hohen Einmütigkeit getan", was gerade bei größeren Projekten auch für die Betriebsführung wichtig sei, damit sie wisse, "ob sie so ein Projekt weiter vorantreiben kann".

     

    Eher sei das Aus "vielleicht eine unumstößliche Folge von sich geändert habenden Rahmenbedingungen". Vielleicht könne man "etwas Neues und Schöneres entwickeln als einen Deponiestandort".

     

    Norbert Solbach (CDU) betonte, sich der Meinung Kinzelbachs anzuschließen. Steinkrüger abschließend: "Wenn sich Rahmenbedingungen bei einem langfristigen Projekt ändern, steht es auch noch mal auf dem Prüfstand."

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 20.06.2022

     

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