Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Trotz Wohnraummangel: Stillstand auf der Hechtsheimer Höhe

     

    420 Wohneinheiten sollen im Quartier „Hechtsheimer Höhe“ entstehen. Seit 2016 laufen die Planungen der Stadt Mainz, doch zu sehen ist bisher nichts. Das hat Gründe.

     

    Von Julia Sloboda

    Stellvertretende Redaktionsleiterin Mainz

     

    Schon 2017 wurde der Siegerentwurf für die „Hechtsheimer Höhe“ vorgestellt. Dort sollte eigentlich ein neues Quartier mit 420 Wohneinheiten entstehen. (Archivfoto: hbz/Stefan Sämmer)
    Schon 2017 wurde der Siegerentwurf für die „Hechtsheimer Höhe“ vorgestellt. Dort sollte eigentlich ein neues Quartier mit 420 Wohneinheiten entstehen. (Archivfoto: hbz/Stefan Sämmer)

     

    MAINZ - Ein Häuschen mit Garten. Der Wunsch von vielen, aber in Mainz schwer zu finden. Sobald dieser Vorwurf auf den Tisch kam, wurde von der Stadtverwaltung auch auf das Neubaugebiet „Hechtsheimer Höhe“ (Bebauungsplan He 130) verwiesen. 420 Wohneinheiten sind dort geplant, davon zwei Drittel als Ein- und Zweifamilien- bzw. Reihenhäuser. Bereits im Sommer 2016 wurde der städtebauliche Rahmenplan für das Quartier erstmals den Hechtsheimer Bürgern vorgestellt. Schon damals war klar, dass noch einige Jahre ins Land gehen würden, bis auf der Hechtsheimer Höhe mal die angepeilten 950 Menschen wohnen. Doch passiert ist auf dem Ackerland zwischen dem Wohngebiet Frankenhöhe und dem Laubenheimer Steinbruch bisher immer noch nichts. Im Gegenteil. Auf der Internetseite der städtischen Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVG), der etwa 80 Prozent der Fläche gehören, ist derzeit zu lesen: „Aufgrund von Verzögerungen beim Bebauungsplanverfahren kann derzeit nicht realistisch kalkuliert werden, wann die Umsetzung des Baugebietes erfolgen wird.“

     

     

    Was ist passiert? Der Grund für die Verzögerungen wurde Mitte April in einem anderen Zusammenhang bekannt. Damals hatte Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) das geplante Aus für die Deponie im Laubenheimer Steinbruch verkündet. Als einen Grund nannte Steinkrüger die Stabilität des Hanges. Im Laufe des Bebauungsplanverfahrens zur Hechtsheimer Höhe sei beim hydrologischen Gutachten nämlich herausgekommen, dass diese Stabilität nicht der europäischen Norm entspreche. Aktuell werde geprüft, wie diese Hangstabilität hergestellt werden könne. Steinkrüger rechnet im Herbst mit Ergebnissen der Prüfung. Und bis dahin?

     

    Interessent bemängelt Informationspolitik

     

    „Wir werden den Bebauungsplan erst einmal nicht fortführen“, erklärte Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) im Gespräch mit dieser Zeitung. Bis die Fragen unter anderem zum Umgang mit dem Hang beantwortet seien, ruhe das Verfahren. „Ich halte das Baugebiet aber weiter für machbar“, so Grosse. Die Dezernentin hatte bereits vor eineinhalb Jahren gesagt: „Wir brauchen dieses Wohngebiet dringend.“

     

    Für Interessenten, die auf der Liste der GVG stehen, heißt es nun: abwarten. Einer von ihnen hat den Kontakt zu dieser Zeitung aufgenommen. Aus Angst, Nachteile im Bewerbungsverfahren zu haben, will er seinen Namen jedoch nicht in der Öffentlichkeit lesen. Er bemängelt die fehlende Kommunikation seitens der GVG. „Wir haben uns 2020 auf die Interessentenliste geschrieben. Mitte 2021 hieß es dann, dass es Verzögerungen gebe und erst im Jahr 2024 oder 2025 die Vermittlung losgeht. Jetzt, knapp ein Jahr später, kam eine E-Mail, dass gar keine Aussage über die Zukunft getroffen werden kann.“ Aufgrund der spärlichen Informationen habe sich bei ihm das Gefühl eingestellt, dass im Hintergrund nicht am neuen Wohngebiet gearbeitet werde. In Mainz Wohnraum zu bezahlbaren Preisen zu finden, „kann man vergessen“, fügt der Interessent hinzu. Zwar halte er hier weiter die Augen offen, „aber es kann gut sein, dass wir aus Mainz rausziehen“.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 27.05.2022

     

     

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