Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Nach Deponie-Aus im Steinbruch: Kommt jetzt doch der Baggersee?

    Das Aus für die Bauschutt-Deponie im Mainzer Steinbruch könnte den Weg für neue Möglichkeiten freimachen. Die CDU erinnert jetzt an einen alten Vorschlag: ein Baggersee im Steinbruch.

     

    von Ralf Keinath

     

    Viele Jahre sorgte die geplante Bauschutt-Deponie im Steinbruch zwischen Weisenau und Laubenheim für Ärger. Seit vergangener Woche steht fest: Die Deponie kommt nicht (wir berichteten). Zum einen könnte laut Stadt jetzt der frühere Plan verwirklicht werden, den Mainzer Bauschutt in Wiesbaden zu entsorgen. Zum anderen hätte der Bauschutt der Mombacher Hochbrücke wegen Asbest-Belastung anders als geplant nicht im Laubenheimer Steinbruch abgelagert werden können. Außerdem müsste aufwändig geprüft werden, ob der Hang an der Hechtsheimer Höhe stabil genug ist.

     

    Mehrere Mainzer Parteien zeigten sich nach dem Deponie-Aus erleichtert. „Die Stadt hat sich mit dem Projekt verrannt“, teilte etwa die CDU in einer Meldung mit. „Die CDU hatte das Projekt nur mit großen Bedenken mitgetragen, da es nicht unumstritten war, aber für die CDU die Entsorgungssicherheit auch ein wesentliches Argument darstellt.“ Gleichzeitig brachte die Partei einen alten Vorschlag wieder ein: einen Badesee im Steinbruch.

     

    Petition „Baggersee für Mainz“

     

    Im August 2020 war zu dem Thema sogar eine Petition gestartet worden: „Baggersee für Mainz“. In der Petition hieß es: „Mit dem Laubenheimer Steinbruch verfügt die Stadt Mainz über ein geeignetes Grundstück und hat somit die Möglichkeit uns alle in den heißen Sommermonaten eine erfrischende Pause zu gönnen.“ Deshalb solle dort ein Naherholungsgebiet mit einem Baggersee erreichtet werden.

     

    Ein Projekt, das die CDU als machbar ansieht. „Das ursprüngliche Argument, dass ein Badesee aus Sicht des Grundwasserschutzes nicht umsetzbar sei, klingt wenig überzeugend“, so die Partei. Schließlich werde in der Region rund um die Gemeinde Eich bei Worms trotz vieler Badeseen in der Nähe Trinkwasser gefördert – auch durch die Mainzer Stadtwerke. „Es ist zwar ärgerlich, dass für die Planungen der Deponie bereits Geld ausgegeben wurde, aber nun ergeben sich neue Möglichkeiten für die Stadt Mainz und für die Bürgerinnen und Bürger von Laubenheim, Hechtsheim und Weisenau“, so der CDU-Kreisvorsitzende Thomas Gerster.

     

    Der Schutz des Trinkwassers war eines der Gegenargumente, das die damalige Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) eingebracht hatte. Ein weiteres Argument lautete, dass „Heerscharen von Menschen mit den damit verbundenen negativen Begleiterscheinungen, wie Verunreinigung, Lärmbelästigung oder Belastung durch Verkehr angezogen“ würden. Zudem sei die verkehrsmäßige Erschließung des Geländes ein Problem.

     

    „Großer Bedarf an Bademöglichkeiten und Freizeitflächen in Mainz“

     

    Auf Merkurist-Anfrage teilen Gerster und der CDU-Fraktionsvorsitzende Hannsgeorg Schönig mit, dass Eder „die Begleiterscheinungen eines Badesees mit ihren Äußerungen absichtlich dramatisiert“ habe. „Die Stadt wollte zu diesem Zeitpunkt die Deponie verteidigen und keine Alternativen in Erwägung ziehen. Somit war auch kein sachlicher Diskurs möglich.“

     

    Da die Deponie jetzt allerdings vom Tisch sei, sei nun Platz für einen „Meinungsbildungsprozess, der auf Fakten und nicht auf Mutmaßungen beruht“. Deshalb solle die Realisierung eines Badesees zumindest geprüft werden. „Diese Prüfung wird zeigen, ob das Projekt umgesetzt werden kann und welche Effekte eine Realisierung des Projekts hätte. Wir gehen allerdings davon aus, dass die negativen Effekte eines Badesees handhabbar wären.“

     

    Auch an anderen Badeseen würden sich keine Müllberge auftürmen. Die Lärm- und Verkehrsbelastung müsse ebenfalls mit einem Gutachten beleuchtet werden. „Wenn genügend Stellplätze eingeplant werden und die Ein- und Ausfahrt intelligent angelegt wird, dann sollte es aus verkehrstechnischer Sicht keine Probleme geben“, so die CDU.

     

     

    Quelle: Merkurist / 22.04.2022

     

     

     

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