Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Kommentar zum Laubenheimer Steinbruch: Frischer Blick

     

    Kommentar von Carina Schmidt Lokalredakteurin Mainz

     

     

    MAINZ - Die Bauschuttdeponie im Laubenheimer Steinbruch ist so gut wie beerdigt. Mit dieser Nachricht dürften in Weisenau und Laubenheim etliche Sektkorken geknallt haben.

     

    Der Widerstand von Bürger:innen und Ortsbeiratsmitgliedern war groß. Aber war er auch berechtigt? Schief gelaufen ist von städtischer Seite aus mindestens eins: Die Bürger:innen wurden nicht von Anfang an mit ins Boot genommen.

     

    Ein Kommunikationsversäumnis, das leider System hat: Die Klärschlammverbrennungsanlage und die Schiffsanlegestelle sind nur zwei weitere Beispiele. Dass von den Deponie-Gegnern teilweise Behauptungen gestreut wurden, die Verwaltung werde die Bürger vergiften, war allerdings grenzwertig. Manche Argumentation passte in das Schema von Verschwörungsmythen.

     

    Und doch ist es der Bürgerinitiative zu verdanken, dass das Thema Hangstabilität untersucht wurde. Letztlich ein zentrales Argument gegen das Projekt.

     

    Mit frischem Blick darauf dürfte es Umweltdezernentin Janina Steinkrüger und dem ebenfalls neuen Werkleiter des Entsorgungsbetriebs, Michael Potthast, leichter gefallen sein, das Projekt zu beerdigen, als ihren Vorgängern.

     

    Außerdem rückt die Kommunalwahl näher und dass man mit dem Thema in Mainz keinen Blumentopf gewinnen kann, dürfte beiden schon unmittelbar nach Amtsantritt klar gewesen sein.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 13.04.2022

     

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    Kommentare: 1
    • #1

      Dr. Jürgen Fröhlich (Donnerstag, 14 April 2022 13:51)

      Sehr geehrte Frau Schmidt,
      Ihr Kommentar wäre sicherlich näher an der Wahrheit geblieben, wenn Sie die Fahlässigkeit des Entsorgungsbetriebes in den Fokus genommen hätten. Das Beantragen von 140 verschiedenen Abfallarten - davon 40 als hoch giftig oder genotoxisch deklariert - für eine Deponie in direkter Nähe zum Wohngebiet, kann vom Blickwinkel eines Fachmanns nicht als Verschwörungstheorie abgetan werden. Es freut mich, dass mittlerweile die einst vorgeschlagenen Punkte, wie die Deponierung in Framersheim, endlich Gehör finden.