Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

     · 

    Keine Stadtfarm im Steinbruch

     

    Die Stadt lehnt den Antrag des Weisenauer Ortsbeirats ab und verweist auf „naturschutzrechtlich festgeschriebene Ausgleichsflächen“. Die Argumentation stieß auf großes Interesse.

     

    Von MIH

     

    WEISENAU - Eine Stadtfarm samt Farm-Kita im renaturierten Steinbruch: Dieser Vision von Christdemokratin Annette Wöhrlin hat die Stadt nun eine klare Abfuhr erteilt.

     

    Mitte März war der CDU-Antrag vom Ortsbeirat bei zwei Enthaltungen der Grünen auf den Weg gebracht worden. „Bei den Flächen innerhalb des ehemaligen Steinbruchs handelt es sich um naturschutzrechtlich festgeschriebene Ausgleichsflächen“, so Gründezernentin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen; inzwischen nicht mehr im Amt). Diese dienten der Kompensation des massiven Eingriffs in Natur und Landschaft, der einst durch den Rohstoffabbau erfolgt sei.

     

    „Die Entwicklungsziele sind in einem landschaftspflegerischen Planungsbeitrag benannt und durch eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung rechtsverbindlich gesichert“, argumentierte die frühere Dezernentin. Eine Stadtfarm im Renaturierungsbereich stehe den Zielen dieser Vorgabe entgegen, das Projekt könne daher innerhalb des Steinbruchgeländes nicht wie angedacht umgesetzt werden. Den Vorschlag indes, das frühere Verwaltungsgebäude an der Wormser Straße in eine Kita umzuwandeln, wolle man „in die Projektgruppe Kita einspeisen“. „Immerhin etwas“, kommentierte Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD). Wöhrlin unterdessen befand, „interessant“ sei die Argumentation, dass es sich bei den Flächen innerhalb des ehemaligen Steinbruchs um naturschutzrechtlich festgeschriebene Ausgleichsflächen handele – schließlich gelte dies ja auch für jenen Steinbruch-Abschnitt, auf dem nach Willen der Stadt eine Deponie entstehen soll. „Das ist also eine sehr wichtige Info für uns, wir sollten in dem Punkt doch nochmal gemeinsam nachhaken“, so Wöhrlin. Nach ihrer Lesart ist „das Stadtfarm-Projekt nicht abgelehnt“, sondern nur „an dieser Stelle nicht möglich – insofern sei die schriftliche Antwort von Katrin Eder „nicht ganz entmutigend“.

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 29.06.2021

     

    Kommentar schreiben

    Kommentare: 0