Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Ortsbeirat will Klarheit über Deponieklassen

    Wird vom künftigen Deponiemüll im Steinbruch in Laubenheim Gefahr für die Gesundheit der Menschen ausgehen? Die Weisenauer Lokalpolitik verlangt Transparenz. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach
    Wird vom künftigen Deponiemüll im Steinbruch in Laubenheim Gefahr für die Gesundheit der Menschen ausgehen? Die Weisenauer Lokalpolitik verlangt Transparenz. Foto: Gregor Starosczyk-Gerlach

     

    WEISENAU – Was wird in der geplanten Deponie im Laubenheimer Steinbruch letztendlich gelagert? Sind die sogenannten Stoffe der Deponieklassen I und II, die aktuell beantragt worden sind, überhaupt mit dem ursprünglichen Stadtratsbeschluss zur Errichtung der Deponie kompatibel? Die Antworten auf diese Fragen beschäftigen nicht nur die Initiative „Mainz 21 – Nein zur Mülldeponie in Mainz“, sondern auch den Weisenauer Ortsbeirat seit Langem. „Wir bitten um mehr Transparenz, vernünftige Unterlagen und Informationen, damit wir den Bürgern sagen können, was der aktuelle Sachstand ist“, sagte Gitta Weber (SPD) in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Ein entsprechender Antrag fand die Unterstützung aller Mitglieder im Gremium. „Sie sprechen mir aus dem Herzen“, sagte Herbert Egner (FDP). Ihren Eindruck, dass die Verwaltung die Antwort meidet, bekräftigte Annette Wöhrlin (CDU).

     

    Bei der Kommunikation zwischen der Administration und der Bevölkerung würden unterschiedliche Fakten und Quellen herangezogen, um die Gefahr durch die beantragte Deponie zu beurteilen, fuhr Weber fort. Um Klarheit in der Materie zubekommen, verlangt der Ortsbeirat die Kopie der aktuellen Liste mit den zu deponierenden Abfallarten. „Diese entsprechen offensichtlich nicht der bisher bekannten und veröffentlichten Version“, so Weber.

     

    Des Weiteren will das Gremium die Begründung für die Aufnahme der jeweiligen Stoffe in der Aufstellung lesen. „Viele Abfälle, die gar nicht aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen kommen können, sind entgegen dem Stadtratsbeschluss in der Liste enthalten.“ Wo in der Stadt beziehungsweise im Landkreis gebe es zum Beispiel Bohrschlämme oder Abfallstoffe aus Erzgewinnung, fragte Weber. Darüber hinaus soll die Verwaltung darlegen, worin sie in einem Kalk-Steinbruch die geologische Barriere sieht, fuhr Weber fort. „Wo findet sich die auf einmal? In einem Karstgebiet ist sie nicht vorhanden, sondern muss technisch hergestellt werden.“

     

    Genauso verlangt der Antragsteller die Auflistung aller Änderungen in den Gutachten, die streng genommen überarbeitet werden müssten. „Das Lärmgutachten hat der TÜV ja als fehlerhaft erkannt.“ Die Expertisen zum Naturschutz und Verkehr seien zudem mittlerweile fünf Jahre alt. „In wie weit sind sie überhaupt gültig, da sich Fauna und Flora im Steinbruch weiterentwickelt haben?“, fragte die Lokalpolitikerin. Letztlich verlangt der Ortsbeirat, die Verwaltung möge erneut bei der Stadt Wiesbaden die Möglichkeit der Aufnahme der Abfälle aus Mainz und dem Landkreis in der Deponie im Amöneburger Dyckerhoff-Bruch anfragen. Weber berief sich dabei auf die jüngsten Äußerungen seitens der Wiesbadener Stadtverwaltung, die damit geworben habe, die Deponie im Dyckerhoff-Bruch sei ein Projekt für das ganze Rhein-Main-Gebiet. „Was bedeutet das für die geplante Deponie in Laubenheim?“

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 19.04.2021

     

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