Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Mainzer Müll Magazin 02/21

     

    Was darf auf die Deponie?

    Nur auf knapp 20 Prozent (11 von insgesamt 56 ha) des Steinbruchs dürfen nach den Stadtratsbeschlüssen vom 2.12.2015 und 28.08.2019 „gering belastete mineralische Abfälle“ deponiert werden. Mineralische Deponie-Abfälle sind nach Bundesdeponierecht klassifiziert. Und das geschieht in 5 sogenannten Deponieklassen (DK 0 bis IV).

     

    Für den ehemaligen Steinbruch ist bei der zuständigen Genehmigungsbehörde SGD Süd die Deponierung der Klassen DK I und DK II beantragt.

     

    Zu diesen beiden Klassen zählen hauptsächlich Erdaushub und Bauschutt von Hoch- und Tiefbau. Damit auch garantiert nur das, was zulässig ist, deponiert wird, müssen alle Abfälle vor der Deponierung gemäß den gesetzlichen Vorschriften durch anerkannte und unabhängige Prüflabors untersucht werden. Somit wird nur abgelagert, was auch unter den Gesichtspunkten der Umweltverträglichkeit auf die Deponie darf.

     

    Neben der inhaltlichen Begrenzung auf die beiden genannten Abfall-Klassen ist auch eine örtliche Begrenzung für die Deponie-Abfälle per Stadtratsbeschluss erfolgt: Diese dürfen nur aus Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen stammen.

     

    Der Entsorgungsbetrieb ist ein kommunales Unternehmen der Landeshauptstadt Mainz. Das bedeutet, dass wir uns in Mainz um die Abfall-Entsorgung aus der Region kümmern. „Wir für Sie vor Ort“ macht aus unseren „Kundinnen und Kunden“ auch unsere Nachbar*innen.

     

    Wir schützen unsere Nachbar*innen – und unsere Mitarbeiter*innen. Penible Eigen- und Fremdüberwachung stellt sicher, dass die umliegenden Wohngebiete, aber auch das eigene Deponiepersonal nicht gefährdet werden.

     

    Wie funktioniert das? Die Technische Umsetzung

    Rein technisch gesehen ist das Projekt einfach zu beschreiben:

    Der Boden wird zum Grundwasser hin komplett abgedichtet.

     

    Die Verfüllung erfolgt ausschließlich mit den zugelassenen mineralischen Abfällen der beiden Deponieklassen I und II (und das wiederum nur in dem ausgewiesenen Teil-Areal, das knapp 20 Prozent der Gesamtfläche ausmacht).

     

    Die Oberfläche wird zum Schluss gegen den Eintrag von Niederschlägen abgedichtet, anschließend begrünt und mit Biotopen aufgewertet.

     

    Im letzten Schritt wird das Areal des ehemaligen Steinbruchs der Öffentlichkeit zurückgegeben und das Gelände den Mainzer*innen zur „stillen“ und umweltverträglichen Naherholung zur Verfügung gestellt.

     

    Für die Umsetzung jedes einzelnen dieser Teilschritte steht ein umfangreiches Team aus Naturwissenschaftler*innen und Landschaftsplaner*innen sowie Ingenieur*innen und erfahrenen Facharbeiter*innen bereit.

     

    Die Planung ist von unabhängigen Gutachten und behördlichen Genehmigungen geprägt, damit alles ordnungsgemäß läuft. Letztlich entscheidet die Genehmigungsbehörde (SGD Süd), ob das beantragte Projekt umweltverträglich durchgeführt werden kann und dem neusten Stand der Technik entspricht.

     

    Das ist uns wichtig

    Weder Sie noch Ihre und unsere Familien, Nachbarn und Freunde dürfen gefährdet werden. Das gilt auch für die Mitarbeiter*innen des Entsorgungsbetriebes.

     

    Ganz klar: Wir haben dafür zu sorgen, dass die Abfälle, die in Mainz anfallen, möglichst auch in Mainz entsorgt werden können. Das ist selbstverständlich, wenn man den Umwelt- und Naturschutz in diesem Punkt ernst nimmt. Es wäre verantwortungslos, teuer und vor allem umweltbelastend, diese Stoffe auf Deponien in anderen Regionen zu entsorgen und dafür auch noch hunderte Kilometer per LKW durch Deutschland zu fahren.

     

    Leider geschieht es nun einmal, dass Mainzer Bürger*innen oder Unternehmer*innen beispielsweise bei Baumaßnahmen auf insbesondere durch Schutt belastete Böden stoßen. Bei der Erneuerung von Straßen fallen oft teerhaltige Asphaltdecken an. Auch beim Abriss von Gebäuden sind nicht alle Abfälle verwertbar. Diese Massenabfälle werden seit Schließung der Deponie Budenheim für sehr viel Geld über weite Strecken durch Deutschland zu auswärtigen Deponien gefahren.

     

    Die damit verbundenen Entsorgungskosten können über 20 Prozent der gesamten Baukosten betragen und so manches Eigenheimprojekt für private Bauherren unbezahlbar machen – oder die Allgemeinheit (beispielsweise bei städtischen Baumaßnahmen) übergebührlich belasten.

     

    Schauen wir bei diesen Punkt ganz genau hin: Die gleiche Problematik besteht für die Stadt Mainz und ihre Steuerzahlenden beim Bau von Kindertagesstätten, Schulen, Sporthallen, sozialen Wohnungsbau etc. sowie Infrastrukturprojekten. Auf der neuen, stadteigenen Deponie in Mainz-Laubenheim können Bauabfälle zu vernünftigen Preisen ortsnah und verlässlich kontrolliert und nach dem jeweilig neuesten Stand der Verfahrenstechnik entsorgt werden.

     

     

    Quelle: Mainzer Müll Magazin / 26.03.2021

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