Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    „Es wird kein Risiko in Kauf genommen“

     

     

    Die Mainzer Dezernentin Katrin Eder nimmt Stellung zur geplanten Bauschuttdeponie im Steinbruch. Viele Bürger in Weisenau sorgen sich wegen der Deponie.

     

    Von Michael Heinze

     

    Die im Steinbruch geplante Bauschuttdeponie bereitet vielen Bürgern in Weisenau Sorgen. So befürchtet man Risiken für die Gesundheit. (Archivfoto: Sascha Kopp)
    Die im Steinbruch geplante Bauschuttdeponie bereitet vielen Bürgern in Weisenau Sorgen. So befürchtet man Risiken für die Gesundheit. (Archivfoto: Sascha Kopp)

     

    WEISENAU - Wie ein Damoklesschwert schwebt die im Steinbruch geplante Bauschuttdeponie DK I/II über den Köpfen vieler Weisenauer. Auf eine Anfrage der SPD-Fraktion im Ortsbeirat nahm die grüne Umweltdezernentin Katrin Eder nun Stellung.

     

    Die Sozialdemokraten hatten wissen wollen, wie sich die 30 000 prognostizierten Lkw-Anlieferungen pro Jahr mit den Klimaplänen der Stadt zur Luftreinhaltung vereinbaren lassen. „Lkw-Anlieferungen sind generell unvermeidbar, um den Steinbruch verfüllen zu können“, kommentierte Eder. „Ebenso unvermeidbar sind die Lkw-Transporte für die Entsorgung der täglich in der Stadt anfallenden Bauabfälle.“

     

    Könnten die nicht zur Verwertung geeigneten Bauabfall-Anteile – soweit sie für die Deponie Laubenheim zugelassen sind – dort auf sehr kurzen Transportwegen entsorgt werden, profitiere der Klimaschutz gleich doppelt. Auf die Frage, warum man das Risiko in Kauf nehme, dass Schadstoffe aus der Deponie in den Rhein als Trinkwasserquelle gelangten, meinte Eder: „Es wird kein Risiko in Kauf genommen. Dem dauerhaften Schutz von Boden und Grundwasser gebührt oberste Priorität.“ Der Schutz werde durch ein Mehrkomponentensystem aus einer geologischen Barriere und einem technischen, im DK-II-Bereich sogar doppelten Basisabdichtungssystem gewährleistet. „Sollte tatsächlich eine der Schutzkomponenten unwirksam werden, was extrem unwahrscheinlich ist, greifen die anderen Komponenten“, versicherte die Beigeordnete.

     

    Auf die Frage, warum der Abfallschlüssel Holz neben anderen nicht-mineralischen Abfällen wie Filterstäuben, Kunststoffen, Siebrechenrückständen und Klärschlämmen beantragt worden sei, obwohl doch nur mineralische Abfälle deponiert werden sollten, erläuterte Eder: Ob derartige Abfälle dann auf eine Deponie entsorgt werden dürften, hänge davon ab, ob sie die gesetzlichen Grenzwerte für den Anteil organischer Stoffe eingehalten würden. Darüber hinaus würden staubende Abfälle in reißfesten Kunststoffsäcken deponiert. „Selbstverständlich war nie angedacht, reine Holz- und Kunststoffabfälle der Verwertung vorzuenthalten und zu deponieren“, so die Dezernentin. „Für alle Abfälle gilt, dass sie nur dann auf der Deponie Laubenheim deponiert werden dürfen, wenn die Grenzwerte der Deponieverordnung für DK I- und DK II-Abfälle eingehalten werden.“

     

    Wissen wollte die SPD zudem, warum man in Kauf nehme, dass giftige Stäube ins Wohngebiet vordringen. Dies werde man „durch zielgerichtete Maßnahmen“ verhindern, so Eder. Das Deponie-Vorhaben sei UVP-pflichtig. Grundlagen der Umweltverträglichkeitsprüfung seien diverse Fachgutachten etwa für Schall, Staub oder Hydrogeologie, die man für den Standort Steinbruch Laubenheim erstellt habe. Gesundheitsrisiken für die Nachbarschaft und Umweltrisiken seien nicht zu befürchten, Filterstäube von der Annahme ausgeschlossen.

     

    Darüber hinaus stellte die Dezernentin klar, dass es bei den beantragten Abfallschlüsseln sehr wohl Mengenbegrenzungen gebe. Auf die Frage, warum man die Pläne für die Deponie weiter verfolge, wenn Bauschutt demnächst ohnehin komplett recycelt werden müsse, befand Eder, Bauschuttrecycling sei ein wichtiger Baustein zu nachhaltigem Bauen und werde künftig eine immer größere Rolle spielen. Trotz etwaiger neuer Gesetze gehe man davon aus, dass in Zukunft Bedarf an zusätzlichen Deponiekapazitäten besteht. „Nicht alles kann und darf recycelt werden.“

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 22.03.2021

     

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