Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Weiter Ärger um Mülldeponie im Mainzer Steinbruch

    Die Bürgerinitiative ist verärgert über Umweltdezernentin Katrin Eder und wirft ihr Untätigkeit vor.

     

    Von Alexander Schlögel

    Der Entsorgungsbetrieb möchte im Mainzer Steinbruch eine Mülldeponie einrichten, eine Bürgerinitiative möchte dies verhindern. (Archivfoto: Lukas Görlach)
    Der Entsorgungsbetrieb möchte im Mainzer Steinbruch eine Mülldeponie einrichten, eine Bürgerinitiative möchte dies verhindern. (Archivfoto: Lukas Görlach)

     

    LAUBENHEIM - Es hatte sich abgezeichnet: Wie von ihr angekündigt, blieb Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) dem Online-Meeting der Bürgerinitiative (BI) „Mainz 21 – Nein zur Mülldeponie im Mainzer Steinbruch“ fern. Die Initiative hatte gehofft, dass die Dezernentin ihnen einmal selbst Rede und Antwort stehen würde, warum vorgesehen sei, in Zukunft so viele potenziell gefährliche Abfälle im ehemaligen Laubenheimer Steinbruch zu vergraben (diese Zeitung berichtete mehrfach). Mehr als 30 Personen nahmen an der virtuellen Konferenz teil – neben Mitgliedern der Bürgerinitiative vor allem Anwohner und Parteienvertreter.

     

    BI-Vorsitzender Antonio Sommese warf Eder „Untätigkeit“ vor. Nichts sei passiert, seitdem sie vor einem Jahr erklärt habe, dass sie die „Abfallschlüssel“ überprüfen lassen wolle. Zudem habe sie im September gesagt, die Positivliste der Deponie mit „rund 42 teils gefährlichen Stoffen“ sei die Idee der Genehmigungsdirektion SGD Süd gewesen und das zu akzeptieren „aus heutiger Sicht ein Fehler“. Sommese bekräftigte, sie fühlten „sich als Bürger zweiter Klasse und nicht ernst genommen“. Eder müsse sich „auch den unangenehmen Dingen stellen“ und keine „Politik des Aussitzens“ betreiben. Zugleich signalisierte er der Dezernentin, die BI sei auch bereit, „hinter der Tür mit ihr das Gespräch zu suchen“.

     

    Der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) möchte ebenso, dass Eder „endlich dort auftritt, wo sie schon lange erwartet wird“. Einen Seitenhieb gab es von Sommese für die Hechtsheimer Ortsvorsteherin Tatiana Herda Muñoz (SPD), die eine Stellungnahme schuldig geblieben sei. Sie handele „fahrlässig und ignorant“, indem sie sich nicht um die Neubürger kümmere, die neben der Deponie wohnen sollen. ÖDP-Stadtrat-Fraktionsvorsitzender Dr. Claudius Moseler nahm die Landesregierung in die Pflicht: „Diese Deponien dürfen nicht in Gebieten sein, wo Menschen drumherum wohnen.“

     

    Beim Entsorgungsbetrieb beurteilt man die Situation hingegen weiterhin anders. Das wurde nun wieder im Werkausschuss deutlich, in dem das neue Abfallwirtschaftskonzept der Stadt für die kommenden zehn Jahre vorgestellt wurde. Projektingenieur Bernd Ewering hebt auf die Ziele „Gewährleistung einer langfristigen Entsorgungssicherheit für mineralische Bauabfälle aus dem Großraum Mainz und dadurch die Reduzierung von Transportkosten zu Entsorgungsanlagen außerhalb von Mainz“ ab. Im Konzept ist außerdem zu lesen, der Entsorgungsbetrieb komme damit „seiner Verpflichtung nach, die Entsorgungssituation bei den mineralischen Bauabfällen in die abfallwirtschaftlichen Planungen einzubeziehen“. Es stehe „im Interesse des Gemeinwohls der Stadt Mainz, weil der Mangel an regional gleich verteilten Deponiekapazitäten zu Engpässen, Schwierigkeiten und Missständen bei der Entsorgung von Erdaushub und Bodenabfällen“ führe.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online | 11.12.2020

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