Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Bauwirtschaft fordert Deponie im Mainzer Steinbruch

     

    Der Vize-Hauptgeschäftsführer des Verbands hat wenig Verständnis für Baggersee-Idee und verweist auf Notwendigkeit einer Deponie, um höhere Kosten für Auftraggeber zu vermeiden.

     

    MAINZ - (mhz). In die Diskussion um den Laubenheimer Steinbruch schaltet sich jetzt auch die Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz ein. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben die Interessen von rund 1200 bauausführenden Betrieben im Land.
    „Ein Badesee statt einer Ablagerungsfläche wäre ein Eigentor. Und ein sehr teures noch dazu“, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz, Thomas Weiler. Für Überlegungen, das laufende Genehmigungsverfahren abzubrechen und statt des dringend benötigten Ablagerungsraums einen Badesee zu verwirklichen, habe er wenig Verständnis.
    Vor allem das Vorurteil, die Unternehmen würden von der geplanten Ablagerungsmöglichkeit vorrangig profitieren, bezeichnet er als „Irrtum“. „Von einer ortsnahen Ablagerungsmöglichkeit profitieren alle unsere Auftraggeber und damit in allererster Linie die öffentliche Hand. Die öffentliche Hand ist mit Abstand der größte Abfallverursacher des Landes im Bereich der Böden“, so Weiler.
    Laut dem Verband schlügen die Entsorgungskosten bei Bauaufträgen teilweise mit über 25 Prozent des Auftragsvolumens zu Buche – was auch öffentliche Bauvorhaben wie Kitas und Schulen aber auch private Eigenheime oft auf die Kippe stelle. Jeder Transportkilometer koste Geld und verursache Umweltbelastungen.
    Bislang habe die Stadt die richtige Entscheidung getroffen. Die Chance auf die Deponie müsse genutzt werden, sonst würden die Beteiligten dafür in den kommenden 20 Jahren zur Kasse gebeten. Auch ein „Deponienotstand“ und nicht absehbare Preissteigerungen, die in der 2016er Deponiestudie des Landes befürchtet werde, gelte es zu vermeiden.
    Es sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen, dass die Unternehmen die Kosten an ihre Kunden weitergäben. „Auch wenn die Unternehmen im Interesse der Auftraggeber immer nach der finanziell besten Lösung suchen, müssten und könnten sie zur Not auch den Aufwand für weitere Transportwege, etwa zur Deponie Eiterköpfe nach Ochtendung oder zur Deponie in Kaiserslautern, kalkulieren“, sagt Weiler, die könnten dann an die Kunden weitergegeben werden. Schnellschüsse in der Politik müssten daher verhindert werden.
    Quelle: Allgemeine Zeitung / 10.09.2020

     

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