Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    3070 Unterschriften für einen Baggersee in Mainz

     

    Ihre Forderung nach einem Baggersee haben die Weisenauer Initiatoren mit der Übergabe einer Petition an Michael Ebling bekräftigt. Und sie konnten dem OB ein Versprechen abnehmen.

     

    Von Marie Pieper
    Antonio Sommese (l.) übergab OB Michael Ebling die Unterschriftenliste. (Foto: hbz/Michael Bahr)
    Antonio Sommese (l.) übergab OB Michael Ebling die Unterschriftenliste. (Foto: hbz/Michael Bahr)

     

    MAINZ - Es ist perfektes Badewetter, als die beiden Weisenauer Robert Kindl und Antonio Sommese Oberbürgermeister Michael Ebling ihre Petition am Dienstag übergeben.

     

    Die Forderung: Ein Baggersee für Mainz auf dem Grundstück des Laubenheimer Steinbruchs. „Das Votum ist eindeutig“, sagt Sommese. 3070 Unterschriften haben sie seit Anfang August gesammelt. „Die Mainzer brauchen leicht erreichbare Erholungsgebiete.“ Gerade die Corona-Zeit habe allen vor Augen geführt, „wie wichtig unsere Heimat für uns ist“. Ebling nimmt die Petition gerne an und stimmt dieser Ansicht grundsätzlich zu: „Mainz braucht Naherholung am Wasser.“ Die Stadt tätige daher auch immense Investitionen, zum Beispiel mit der Übernahme des Taubertsbergbads. Wie es mit der Petition weitergeht, könne aber nur gemeinsam im Stadtrat entschieden werden.

     

    Die Zukunft des Laubenheimer Steinbruchs sorgt bereits seit Jahren für Diskussionen. Die Stadt Mainz plant dort nämlich keinen Baggersee, sondern eine Mülldeponie. Dafür hatte der Stadtrat im Dezember 2015 sowie erneut im August 2019 mit breiter Mehrheit gestimmt. Die Petition erhielt daher bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung Gegenwind. Hermann Winkel, Werkleiter des Entsorgungsbetriebs, erklärte, „dass aus Gründen des Grundwasserschutzes ein Badesee mit allen einhergehenden Begleiterscheinungen an dieser Stelle nicht zulässig“ sei. Während ein Badesee direkten Kontakt zum Grundwasser hat, würde die Deponie mit drei Dichtungskomponenten gesichert werde. So soll „kein Schadstoff jemals Kontakt zum Grundwasser bekommen“.

     

     

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    Deponie soll notfalls vor Gericht verhindert werden

     

    Für Kindl und Sommese, die auch hinter der Bürgerinitiative „MAINZ21 – Nein zur Mülldeponie in Mainz“, stecken, ist diese Antwort nicht ausreichend. Wo eine Mülldeponie errichtet werden dürfte, müsse auch ein Baggersee möglich sein. Sie sorgen sich um die Folgen der Abfalllagerung und sehen vor allem die Nähe zum Wohngebiet sehr problematisch. Sie wollen die Deponie in jedem Fall verhindern – „im Notfall auch vor Gericht“.
    Dem Oberbürgermeister können sie an diesem Nachmittag immerhin das Versprechen abnehmen, „die Forderung im Stadtrat zu prüfen“.
    Quelle: Allgemeine Zeitung / 08.09.2020

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