Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Kommentar zum Baggersee: Transparent

    Julia Sloboda (Foto: VRM)
    Julia Sloboda (Foto: VRM)

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    Julia Sloboda Stellvertretende Redaktionsleiterin Mainz

     

    MAINZ - Natürlich findet der Vorschlag, einen Baggersee in Mainz zu errichten, große Zustimmung. Wer wünscht sich in diesen Tagen nicht etwas Abkühlung in nächster Nähe? Diese Sehnsucht hat sich die Bürgerinitiative gegen die Bauschuttdeponie zu Nutze gemacht.

     

    Während mit der Diskussion über Deponieklassen und Abstandsregelungen außerhalb von Weisenau und Laubenheim nicht viel Stimmung zu machen ist, hat zum Thema Baggersee jeder eine Meinung.

     

    So ist die geplante Bauschuttdeponie inklusive verlockend klingender Alternativnutzung plötzlich in aller Munde.

     

    Die Stadtverwaltung tut gut daran, nun sehr transparent darzulegen, warum im Steinbruch kein Baggersee entstehen wird. Die genannten Gründe sind plausibel. Und doch scheint es ein Hintertürchen zu geben. Wenn es technisch hinzubekommen wäre, das Grundwasser vor der Verschmutzung durch Badegäste zu schützen, könnte die Anlage eines Sees theoretisch möglich sein. Gleichzeitig müssten die offenen Grundwasserstellen verschüttet werden, um der Verpflichtung nachzukommen.

     

    Die Sache hat zwei Haken: Es gibt einen Stadtratsbeschluss (48 zu 8 Stimmen im Dezember 2015) für die Errichtung einer Deponie – man bräuchte also zunächst einmal eine Kehrtwende des politischen Willens. Zum Zweiten wäre die Schaffung eines grundwasserschützenden Baggersees sicher teuer. Und für eine verschuldete Stadt wie Mainz nicht bezahlbar.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 12.08.2020

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