Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Kommentar zur Baggersee-Petition: Zu spontan

    Nicholas Matthias Steinberg, Redakteur Lokalredaktion Mainz (Foto: Sebastian Stenzel)
    Nicholas Matthias Steinberg, Redakteur Lokalredaktion Mainz (Foto: Sebastian Stenzel)

    MAINZ - Dass es den Verantwortlichen der Bürgerinitiative, die sich seit Jahren gegen die Errichtung einer Bauschuttdeponie auf dem ehemaligen Steinbruch-Gelände in Laubenheim einsetzt, nicht an Hartnäckigkeit fehlt, ist bekannt.

     

    Und der Zeitpunkt der Baggersee-Forderung und deren Verknüpfung mit einer Onlinepetition sind clever gewählt.

     

    Denn Corona-Einschränkungen, Ferienzeit und Hitzewelle machen viele Menschen für solche Ideen empfänglich.

     

     

    Der Wunsch nach Abkühlung, generell nach Möglichkeiten der Freizeitgestaltung ist groß. Viele verbringen ihren Urlaub zuhause. Schwimmbäder stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen.

     

    Corona-Auflagen tragen ihren Teil dazu bei. Da klingt die Baggersee-Forderung durchaus charmant. Dabei ist sie nicht neu, wurde vor Jahren wiederholt formuliert.

     

    Und die Stadt hat seinerzeit auch begründet, wieso ein Baggersee keine Option sei.

     

    • Es gibt eine Verfüllungspflicht für den Steinbruch.
    • Außerdem drohe durch einen See eine Verunreinigung des Grundwassers.

     

    Der spontane Vorstoß der BI lässt zudem jahrelange Abwägungen zur Bauschuttdeponie außen vor – und damit auch eine Kernfrage:

    • Wohin mit dem Müll, mit dem Bauschutt, den die Neubauprojekte in der Umgebung hervorbringen? Das Entsorgungsproblem muss gelöst werden.

     

    Nach der Verfüllung soll das Areal künftig ohnehin dem Naturschutz und auch der Freizeitnutzung dienen. Doch es braucht auf absehbare Zeit weitere Alternativen für die Freizeitgestaltung im öffentlichen Raum. Denn die Region wächst, der Besucherdruck nimmt zu, unabhängig von Corona.

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung Online / 11.08.2020

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