Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Geplante Mülldeponie versetzt Bürger in Rage

     

    LAUBENHEIM – Seit 2009 kämpfen Bürger gegen die Mülldeponie, die im Laubenheimer Steinbruch errichtet werden soll. Die Stadt Mainz plant eine Sonderabfalldeponie für die Deponieklassen I und II, die von der Bürgerinitiative strikt abgelehnt wird, zumal sich später herausstellte, dass Stoffe bis zur Deponieklasse IV dort gelagert werden sollen.

     

     

    Zur Vermeidung die dort lebenden Menschen und die Umwelt zusätzlichen, nicht kalkulierbaren Risiken auszusetzen, besteht die BI auf eine Verfüllung des Steinbruchs mit unbelastetem Erdaushub – wie ursprünglich von der Stadt Mainz gegenüber der Heidelberger Zement gefordert und genehmigt wurde.

     

    „Über 40 gefährliche Stoffe sollen hier deponiert werden“, so BI-Mitglied Gitta Weber. Unter anderem handele es sich um Filterstaub aus Abgasreinigung, wie die Weisenauer Chemikerin und im Mai 2015 Begründerin der BI, zu berichten weiß. „Unserer Ansicht nach untergräbt die Verwaltung die politische Entscheidung des Stadtrates und wir möchten die ungefilterte Rückmeldung der Mitglieder haben, was Sie davon halten bzw. wie Ihre Meinung dazu ist“, begründete BI-Sprecher Antonio Sommese die Einladung aller Stadtratsfraktionen.

     

    Der Stadtratsbeschluss vom Dezember 2015 sieht einen Mindestabstand der Deponieklasse II von 360 Metern vor, der Abstand zu dem neu geplanten Wohngebiet „Hechtsheimer Höhe“ beträgt nur 240 Meter.

     

    Nach Webers Aussage sei der Schutzabstand ohnehin sehr kurz bemessen. „Es gibt Deponien, die bedeutend weniger schädliche Stoffe beherbergen, mit 1000 Metern Abstand“, fügte die Chemikerin hinzu. Die ehemals 1000 Meter Abstandsgrenze, wurde kurzfristig aus der Deponieverordnung eliminiert. Hinzukommt, dass der Müll, der in Laubenheim deponiert werden soll, teilweise aus erbgutveränderten Stoffen bestehe.

     

    Stadträtin Sabine Flegel (CDU) zeigte sich entsetzt, dass die Stadtratmitglieder nicht über den Vorfall informiert wurden und zeigte vollstes Verständnis für die BI.

     

    Auch Mareike von Jungenfeld (SPD) hatte Verständnis für die Initiative. Einzig Ellen Kubica und Mathias Gill von den Grünen versuchten, die erhitzen Gemüter abzukühlen, was Umwelt und Gesundheit der Anwohner betrifft.

    Kubicas Aussage, die Meterzahl beeinflusse in keinster Weise eine Gefahr, provozierte Entrüstung bei dem BI-Sprecher. „Ihr produziert Bürger zweiter Klasse“, war der entsetzte Ausruf Sommeses aufgrund der Gleichgültigkeit von seiten der Grünen.

     

    Weisenaus Ortsvorsteher Ralf Kehrein appellierte an Mathias Gill (Grüne), er möge doch die Angelegenheit noch einmal sehr kritisch überdenken.

     

    Quelle: Lokale Zeitung / 27.06.2020

     

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