Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

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    Laubenheimer sehen Deponie entspannter

    Der Leiter des Mainzer Entsorgungsbetrieb wollte jetzt den Mitgliedern des Ortsbeirats die Angst vor dem Projekt nehmen: „Da staubt gar nichts mehr“.

     

    Von Helene Braun

    LAUBENHEIM - Nach drei Tagen der Anhörung durch die SGD Süd (die AZ berichtete mehrfach) machte Hermann Winkel, Leiter des Entsorgungsbetriebs, als Betreiber jetzt im Ortsbeirat Laubenheim noch einmal mit den wichtigsten Punkten zur 2015 vom Stadtrat beschlossenen Deponie der Klassen I und II im Steinbruch Laubenheim-Nord bekannt.

     

    Bislang hatten sich Ortsvorsteher Gerd Strotkötter (SPD) und der Ortsbeirat mit einer Meinungsbildung zurückgehalten, obwohl die Diskussion mit der Bürgerinitiative schon Jahre geht. Hermann Winkel schickte voraus: „Niemand will das haben, aber wir brauchen es.“

     

    Was die Abfallschlüssel angeht, sagte Winkel: „Wir sind nicht unbeweglich. Wir haben zugesagt, dass wir den Abfallkatalog durchgehen und die Stoffe rausnehmen, die sowieso nicht in Mainz vorkommen.“ Das dürfte beruhigen, denn die Gegner hatten befürchtet, man könne später leicht durch einen Antrag mehr und mehr giftige Abfälle quasi „unter der Hand“ zulassen. Was den Bewohnern Angst mache, seien vor allem die Stäube, erklärte Winkel weiter. „Es ist nicht so, dass ein Lkw voll Staub ankommt und den in die Landschaft kippt.“ Er komme schon verpackt an. „Da staubt überhaupt nichts mehr.“

     

    Insgesamt sei trotz der geringen Abstände zu drei Stadtteilen die Irrelevanzgrenze nirgends überschritten außer im geplanten Wohngebiet Hechtsheimer Höhe, das aber dennoch unter der Gefährdungsgrenze liege. Nachliefern müsse der Gutachter in Bezug auf den Lärm die Spitzenwerte. Er habe lediglich mit den Durchschnittswerten gerechnet. Und wenn ein Unfall passiert? Menschen machen Fehler. Gabriele Müller (Grüne) fürchtete, es könne dann zu lange dauern, bis man reagiere. „Im Extremfall schließen wir, dann machen wir die Tore zu“, sagte Winkel. Mit Messpunkten um die Deponie herum könne man die Stäube kontinuierlich messen und nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität bestimmen.

     

    Herausgenommen aus dem Katalog wird auch die Schlacke aus der Müllverbrennungsanlage, was Franz Horak (Grüne) stutzig machte. „Wenn die weit weniger gefährlichen Schlacken nicht wieder dazukommen, sind es wirklich 40 Jahre, die es dauert, bis die Deponie voll ist.“ Im Gegensatz zu Ortsbeirat Weisenau und Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) hatten die Laubenheimer keine weiteren Einwände. Dr. Christian Hecht (FDP) sagte: „Als Laie mit naturwissenschaftlichem Background und durch nähere Beschäftigung mit der Thematik bin ich dazu gekommen, dem Projekt positiv gegenüberzustehen.“

     

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 19.12.2019

     

     

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