Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    Deponie in Mainz: Noch keine Verträge

    Geht es nach der Stadt, soll im Laubenheimer Steinbruch eine Deponie für mineralische Abfälle entstehen. (Archivfoto: hbz/Kristina Schäfer)
    Geht es nach der Stadt, soll im Laubenheimer Steinbruch eine Deponie für mineralische Abfälle entstehen. (Archivfoto: hbz/Kristina Schäfer)

     

    Umweltdezernentin Katrin Eder erläuterte im Weisenauer Ortsbeirat die Kosten und Risiken der auswärtigen Entsorgung mineralischer Abfälle. Tenor: Die Preise steigen ständig.
     

    Von Michael Heinze

     

    WEISENAU - Rechtskräftige Verträge mit Dienstleistern oder Unternehmen zur Errichtung der geplanten DK2-Deponie im Laubenheimer Steinbruch hat die Stadt bislang nicht geschlossen. Das hat Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) auf eine SPD-Anfrage im Ortsbeirat klargestellt.

     

    Auf die Frage, welche finanziellen Risiken für die Bürger bestehen, falls die Genehmigungsbehörde das Vorhaben ablehne, nahm die Beigeordnete ausführlich Stellung. „Dann müssen die betroffenen mineralischen Abfälle weiter über lange, die Umwelt belastende Transportwege zu überhöhten Preisen auf auswärtigen Deponien entsorgt werden“, so Eder. „Dies ist jedoch nur möglich, soweit deren Eigentümer beziehungsweise Betreiber auch bereit sind, diese Abfälle anzunehmen.“ Hierzu bestehe keine Verpflichtung.

     

    Darüber hinaus könnten „quasi beliebige Annahmepreise“ verlangt werden. „Dämmmaterial aus Mainz konnte 2016 noch auf der Deponie Heßheim der Süd-Müll GmbH zu einem Preis von 230 Euro pro Tonne beseitigt werden“, erläuterte Eder.

     

    Zum 31. Oktober 2017 habe die Firma die Annahme der Mainzer Abfälle aus Kapazitätsgründen untersagt. Seither müssten die Dämmmaterialien zur Deponie Eiterköpfe des Abfallzweckverbandes Rhein-Mosel-Eifel transportiert werden. Der hier verlangte Preis habe anfangs bei 480 Euro pro Tonne gelegen und sei mit Wirkung vom 1. Januar 2020 auf 700 Euro erhöht worden.

     

    „Die Wiesbadener Entsorgungsbetriebe haben bereits im Mai 2019 angekündigt, dass sie Asbest aus Mainz nur noch bis Ende des Jahres annehmen – früher zu 80 Euro pro Tonne, seit 1. Januar 2019 zu 140 Euro pro Tonne und jeweils zuzüglich 77 Euro Abladegebühr pro Stunde“, so Eder weiter. „Wenn der Annahmestopp eintritt, muss Asbest ebenfalls auf der Deponie Eiterköpfe entsorgt werden.“ Wie lange dieser Entsorgungsweg beschritten werden könne, sei unklar.

     

    Zudem sei zu befürchten, dass der dem Entsorgungsbetrieb vom Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel im Mai 2019 angebotene Entsorgungspreis von 220 bis 260 Euro pro Tonne 2020 nochmals erhöht werde. Da der Stadtrat entschieden habe, Asbest von der Ablagerung auf der geplanten Deponie Laubenheim auszuschließen, könne Asbest auch nach der Genehmigung der Deponie hier nicht beseitigt werden.

     

    Die belasteten Aushubmassen etlicher großer Bauvorhaben in Mainz – unter anderem von Werner + Mertz und dem Entsorgungsbetrieb – hätten zuletzt auf weit entfernte Deponien in Kaiserslautern und Ochtendung gekarrt werden müssen. Dies habe die Vorhaben im sechsstelligen Bereich verteuert.

     

    Eder wörtlich: „Die teilweise exorbitanten Entsorgungskosten für mineralische Abfälle aus Mainz auf auswärtige Deponien führen zu einer Erhöhung der Annahmepreise auf den städtischen Recyclinghöfen und der Entsorgungspreise für städtische sowie gewerbliche Containerdienste.“

     

    Insbesondere bei privaten Bauvorhaben träfen sie die Bauherren in voller Höhe. Bei städtischen Bauvorhaben gingen die Kosten zu Lasten der Steuerzahler.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 20.11.2019

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