Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    Ortsvorsteher Kehrein über geplante Mülldeponie: „Ich bin ein absoluter Gegner“

    Weisenau wächst - nicht zuletzt auch wegen des geplanten Heiligkreuz-Viertels. Was den Stadtteil lebenswert macht und welche Herausforderungen hier warten, darüber hat Merkurist mit Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) gesprochen.
    Weisenau wächst - nicht zuletzt auch wegen des geplanten Heiligkreuz-Viertels. Was den Stadtteil lebenswert macht und welche Herausforderungen hier warten, darüber hat Merkurist mit Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) gesprochen.

     

     

    Der Weisenauer Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) wurde im Juni in seinem Amt bestätigt. Inzwischen geht er in seine dritte Amtszeit. Im Merkurist-Interview spricht Kehrein über die Probleme in Weisenau, die geplante Mülldeponie im Steinbruch und darüber, was seinen Stadtteil ausmacht.

     

     

     

     

     

     

    Welche Probleme gibt es derzeit im Stadtteil?

     

    Da gibt es zum einen die Diskussion um die geplante Mülldeponie im Laubenheimer Steinbruch, eine Deponie, auf der Abfälle der Stufe DK1 (mäßig belastete, nicht gefährliche Abfälle) und DK2 (belastete, gefährliche Abfälle) entsorgt werden sollen. Die Deponie läge relativ nah am Wohngebiet Am Großberg, das betrifft aber auch Teile von Hechtsheim. Ich habe sehr viel Verständnis für die Bürger, die sich über die Folgen einer solchen Deponie natürlich Gedanken machen.

     

    Thema Oberbürgermeister-Wahl: Trifft es Sie als SPD-Politiker, dass Nino Haase in Weisenau besser abgeschnitten hat als der SPD-Kandidat Michael Ebling?

     

    Es ist für Weisenau eine ganz neue Situation, dass ein Nicht-SPD-Kandidat mehr Stimmen als der SPD-Kandidat erhält. Ich denke, diese Entwicklung hängt mit der Diskussion um die Mülldeponie zusammen. Dafür habe ich zum Teil Verständnis, insbesondere für die Menschen, die direkt in dem Bereich an der Deponie wohnen. Einige von ihnen waren offenbar der Meinung, dass Nino Haase ein Stück näher an sie rangekommen ist. Das muss man akzeptieren. Es trifft mich aber, weil ich der Meinung bin, dass Michael Ebling unter dem Strich der richtige Oberbürgermeister für Mainz ist.

     

    Wie steht es denn aktuell um das Projekt Mülldeponie im Steinbruch?

     

     

    Aktuell stehen wir vor einer Anhörung, denn das Projekt muss ja zunächst genehmigt werden. Die Stadt Mainz hat die Genehmigungsunterlagen mit den ganzen Gutachten, die von der SGD-Süd gefordert worden sind, eingereicht. Nun sollen die Bürger gehört werden, die Einwände vorgetragen haben. Ich würde mir wünschen, dass diese Anhörung öffentlich stattfindet. So könnten alle Bürger, die interessiert sind, an der Veranstaltung teilnehmen. Nach meiner Kenntnis findet die Veranstaltung am 10./11. Dezember statt.

     

    Mit welchen Fragen kommen die Weisenauer wegen der Mülldeponie auf Sie als Ortsvorsteher zu?

     

     

    Viele Bürger interessiert, welche Schadstoffe dort abgeladen werden sollen und ob diese gesundheitsgefährdend für ihre Kinder sein könnten. Ich finde, wir sind es den jungen Weisenauern schuldig, dass wir genau hingucken. Wir müssen auch Wetterlagen und Winde im Auge behalten. Es geht besonders um die Jahre, in denen die Stoffe dort verkippt werden und zum Beispiel durch Wind weggetragen werden. Das kann man nicht einfach eingrenzen und es wird auch über die Deponie hinaus belastenden Staub in ganz Weisenau geben.

     

    „Das soziale Leben in Weisenau ist wunderbar intakt.“

     

    Wie stehen Sie selbst zur Deponie?

     

    Ich bin ein absoluter Gegner. Wir hatten über viele Jahre, als „HeidelbergCement“ noch Eigentümer des Steinbruchs war, ein ganz klares Konzept. Der Steinbruch sollte mit unbelastetem Bodenmaterial wieder aufgefüllt werden. Dafür gibt es auch eine große Nachfrage. Als die Entsorgungsbetriebe das Gelände übernommen haben, wurde plötzlich eine andere Nutzung vorgesehen.

     

     

    Quelle: Merkurist von Autor von Merkurist.de Peter Kroh / 16.11.2019

    Das komplette Interview mit Ortsvorsteher Weisenau Herrn Ralf Kehrein
    2019.11.16-Merkurist-Interview-Ralf_Kehr
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