Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    Kritik angesichts der Deponiepläne der Stadt Mainz wächst

     

    WEISENAU - Die Deponie Laubenheim-Nord im früheren Steinbruch-Gelände ist eines der Aufreger-Themen im Stadtteil –

     

    und alle im Ortsbeirat vertreten Parteien ziehen an einem Strang:

    Eindringlich haben die Lokalpolitiker ihre Forderung artikuliert, „das Gelände des ehemaligen Steinbruchs wie bisher mit unbelastetem Aushub zu verfüllen, um ökologische, wirtschaftliche und gesundheitliche Gefahren für die Weisenauer Bürger zu vermeiden“.

     

    Deponie in Wohnort-Nähe: Die Sorge der Menschen vor Umweltgefahren bleibt unverändert hoch.    Foto: Sascha Kopp
    Deponie in Wohnort-Nähe: Die Sorge der Menschen vor Umweltgefahren bleibt unverändert hoch. Foto: Sascha Kopp

     

    Vehemente Forderung: Nur unbelastetes Material

    „Wir stehen dem Ganzen kritisch gegenüber“, bekräftigte Dr. Gitta Weber (SPD). „Wenn wir sagen, dass maximal nur unbelasteter Erdaushub eingefüllt werden darf, fordern wir nichts Neues.“

     

    In den Augen von Robert Opara (Grüne) bestehen „in der Bevölkerung viel zu viele offene Fragen, die von der Stadtverwaltung noch nicht befriedigend beantwortet worden sind“.

     

    Weber malte auf Rückfrage das Horrorszenario an die Wand, „wenn die eingebaute Folie kaputt geht und die Deponie wieder ausgegraben werden muss – diese Millionenkosten müssten auch bezahlt werden durch den Entsorgungsbetrieb“. Als extremes Negativbeispiel nannte sie die Deponie Wicker, wo sich ein Defizit von 100 Millionen Euro eingestellt habe.

    Das Wohngebiet liegt in einer unglaublichen Nachbarschaft zur Deponie“, raufte sich Annette Wöhrlin (CDU) die Haare. „Es gibt im gesamten Bundesgebiet keine Mülldeponie, die so nah an der Wohnbebauung liegt.“

     

    Wöhrlin wörtlich: „Es ist eine für die Weisenauer Bürger unzumutbare Entscheidung der Stadt – das gibt eine mittlere Katastrophe, der man entgegen sehen kann.“ Deswegen lehne man es „strikt ab, dort auch nur irgendwie belastetes Material zu verfüllen“. Die Planungen der Stadt seien schlichtweg fatal.

    Jasper Proske von den Linken erklärte, er habe seine Zuversicht noch nicht eingebüßt. „Es gibt jede Menge Projekte dieser Sorte, die durch einen Sinneswandel der Politik noch gestoppt worden sind.“ Sein Vorschlag sei „eine neutrale Infoveranstaltung zur Thematik – das hat ja eine ganz andere Wirkung, als wenn das immer nur die BI oder andere Parteien machen“.

     

    Nicht begeistert von Proskes Idee zeigte sich Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD). „Ich sehe ein Problem, wenn der Ortsbeirat so eine Veranstaltung auf die Beine stellt. Die BI hat die richtigen Fachleute an der Hand und ich würde mich fachlich lieber auf die Leute der BI verlassen.“

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung / 21.09.2019

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