Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    Weisenauer Ortsbeirat lehnt Mülldeponie Laubenheim-Nord strikt ab

    Von Michael Heinze

     

     

    Die Weisenauer wehren sich: „„Mainz darf nicht zur Kloake von Rheinland-Pfalz werden.“ Nur sechs Meter vom Zaun des nächsten Wohnhauses beginnt der Rand der Deponie.

     

    FORDERUNGEN

    Die Weisenauer Fraktionen haben gemeinsam einen acht Punkte umfassenden Forderungskatalog formuliert. Darunter fordern sie, dass auf der Deponie „keine Stoffe eingelagert werden, die giftige, krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe“ eingelagert werden.

     

    WEISENAU - Einstimmig hat der Ortsbeirat einen gemeinsamen Antrag von SPD, CDU und Grünen zur geplanten Deponie Laubenheim-Nord auf den Weg gebracht. Darin halten die Fraktionen auch nach der Einleitung des Genehmigungsverfahrens und der Offenlegung der Genehmigungsunterlagen daran fest, dass sie eine Deponie an dieser Stelle strikt ablehnen. „Für uns steht fest, dass dieses Projekt zu erheblichen zusätzlichen Belastungen für die Bürger des Stadtteils und insbesondere für die direkten Anwohner führt“, machten die Lokalpolitiker deutlich.

     

    „Die bisherigen Belastungen des Stadtteils durch Flug-, Bahn- und Verkehrslärm sowie Immissionen der anliegenden Industrie haben das Maß des Erträglichen erreicht.“ Der Ortsbeirat erwartet, dass die Stadtverwaltung die damals gegebene Zusage einhält, das Areal mit unbelastetem Material zu verfüllen. In diesem Zusammenhang haben die Fraktionen einen acht Punkte umfassenden Forderungskatalog formuliert.

    So soll unter anderem sichergestellt werden, „dass keine Stoffe eingelagert werden, die giftige, krebserzeugende, erbgutverändernde oder fortpflanzungsgefährdende Stoffe wie Dioxine, Quecksilber, Arsen oder Fasern wie Asbest und KMF beziehungsweise Spuren dieser Stoffe beinhalten“. Die Weisenauer wollen die Zusicherung haben, dass keine Abfallprodukte aus Müllverbrennungsanlagen deponiert werden und die versprochene Rekultivierung in maximal 15 Jahren beginnt – eine Verlängerung des Betriebs über diesen Zeitraum hinaus dürfe es nicht geben. Nicht zuletzt soll „eine transparente Kostenaufstellung mit allen Fakten bezüglich Planung, Errichtung, Betrieb und Nachsorge“ her.
    „Ich verstehe, dass die Abfälle ortsnah entsorgt werden sollen, aber Mainz darf nicht zur Kloake von Rheinland-Pfalz werden“, sagte die Chemikerin Dr. Gitta Weber („Ich bin bestimmt nicht die Ober-Naturschützerin“) von der Bürgerinitiative, die Mitinitiatorin des Antrags war. „Vom Rand der Deponie bis zum Zaun der nächsten Wohnhäuser sind es nur sechs Meter – das ist irre, das klebt direkt dran.“ Zum Vergleich: In Wiesbaden sei die Deponie 700 Meter weit von den nächsten Wohnhäusern entfernt – und hier seien weniger gefährliche Abfallstoffe genehmigt worden.

    Quelle: Allgemeine Zeitung - 07.09.2018 / Michael Heinze

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