Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    Sa

    21

    Mai

    2016

    AZ-Artikel - Von Freibad-Träumen und Lärm-Frust

    Foto: Robert Kindl -Weisenauer Steinbruch | 2015.07.11-047
    Foto: Robert Kindl -Weisenauer Steinbruch | 2015.07.11-047

    Von Michael Heinze

     

    Von Freibad-Träumen und Lärm-Frust

     

    ZUKUNFTSWORKSHOP Weisenauer leben in breitem Spannungsfeld

     

    WEISENAU - Der Autobahnlärm von der A 60 nervt die Weisenauer noch in vielen hundert Metern Entfernung. Das betonte CDU-Ortsbeiratsmitglied Annette Wöhrlin beim zweiten Zukunftsworkshop im Stadtteil, bei dem sich alles um den Themenkomplex Umwelt, Sport, Naherholung drehte.

     

    Hundekot ein Reizthema

     

    „Dieser Lärm ist genauso ein Thema wie Bahn- oder Fluglärm“, sagte Wöhrlin vor 30 engagierten Einwohnern im Kulturheim. Handlungsbedarf sehen die Einwohner auch, wenn es um Hundekot, die Sauberkeit auf den Wegen sowie eine Bauschuttdeponie am Rande des Orts – auf der Laubenheimer Seite des Steinbruchs – geht. „An den Weisenauer Steinbruch denkt keiner Hand anzulegen, der ist absolut tabu“, stellte Ortsvorsteher Ralf Kehrein (SPD) klar. „Wir sind immer noch leicht positiv, dass wir die geplante Deponie verhindern können“, verriet Antonio Sommese von der BI gegen eine Deponie im Steinbruch. „Im Zweifelsfall gibt es immer noch das Szenario eines Notausstiegs“, sagte Kehrein. „Solange noch kein Antrag eingereicht ist und es keine Genehmigung gibt, können wir gut damit leben.“

     

    Thomas Mann von der BI gegen Fluglärm klagte, dass die Weisenauer jede Menge Kerosin einatmen müssen. 2015 habe es 60 000 Überflüge gegeben, 2014 gar 80 000. „Wir sind der am schlimmsten von Fluglärm betroffene Stadtteil.“ Wie Kehrein bekräftigte, gibt es „in ganz Rheinland-Pfalz kaum einen Ort, der so stark von Fluglärm tangiert ist“. Auf der Wunschliste der Bürger stehen Messstationen für Fluglärm oder Feinstaub ziemlich weit oben.

     

    Nicht gerade reich gesegnet sind die Weisenauer mit Sportanlagen. Eine Tennis-Traglufthalle neben der bestehenden Tennishalle steht ebenso auf der Wunschliste wie eine neue Sporthalle – die nicht unbedingt riesig sein müsste. Ein Traum für viele wäre ein naturnaher See beziehungsweise ein Freibad oder ein zwischen Hüsch-Brücke und Portland-Brücke – alternativ an der Nato-Rampe – platziertes Badeschiff, mit dem sicheres Schwimmen im Rhein möglich wäre. Die SVW-Fußballer würden sich wohl mindestens ein neues Kleinfeld wünschen. Viele Tischtennis-Spieler sind nach Laubenheim oder in andere Stadtteile abgewandert, weil in Weisenau kein Vereins-Tischtennis gespielt werden kann. Der SVW hat eine Spielgemeinschaft mit der KMW – die auf der Ingelheimer Aue agiert. „Wir brauchen generell Kapazitäten, um Angebote von Vereinen wieder ins Programm nehmen zu können“, sagte TVW-Übungsleiter Ralf Reißer. „Wir haben ein Mengenproblem.“ Es knirsche auch deshalb, weil das Gymnasium Oberstadt die Friedrich-Ebert-Schule nutze. Wobei der Schulsport auch sehr wichtig sei. Einig war sich das Plenum, dass das Karree zwischen Autobahn, Aldi und Edelweiß-Scheier geradezu prädestiniert ist für eine neue Sporthalle. Kehrein könnte sich dort zusätzlich auch gut ein Kleinspielfeld vorstellen.

     

    Grünflächen nicht antasten

     

    Niemand sollte auf die Idee kommen, städtische Grünflächen oder Spielplätze in Weisenau oder Teile davon zu veräußern und einer Bebauung zuzuführen, so die einhellige Meinung der Bürger. Die Grünflächen im Heiligkreuz-Areal sollten extensiv bepflanzt, der Alte Friedhof auch nach seiner Stilllegung im Jahr 2021 als Park und ruhiger Ort erhalten bleiben. „Wenn auch nur ein Teil dieser Ideen umgesetzt wird, hat Weisenau stark davon profitiert“, so das Resümee von Ralf Kehrein nach der zweieinhalbstündigen Versammlung.

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung  - 21.05.2016

     


    Allegemeine Zeitung
    2016.05.21-AZ-Zukunftsworkshop.pdf
    Adobe Acrobat Dokument 663.4 KB

    Kommentar schreiben

    Kommentare: 0