Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    AZ-Artikel - Für Transparenz und Beteiligung

    Foto: BI "Keine Mülldeopnie im Mainzer Steinbruch"
    Foto: BI "Keine Mülldeopnie im Mainzer Steinbruch"
    Auch Kinder fordern ihre Rechte: Das Thema Mülldeponie steht bei Bürgern (großen wie kleinen) an vorderer Stelle. Foto: hbz/Michael Bah
    Auch Kinder fordern ihre Rechte: Das Thema Mülldeponie steht bei Bürgern (großen wie kleinen) an vorderer Stelle. Foto: hbz/Michael Bah

    Von Marius Meiß

     

    KUNDGEBUNG Bemühungen der verschiedenen Initiativen sollen gebündelt werden / Fluglärmgegner fehlen

     

    MAINZ - Wer oder was trägt Schuld, wenn sich manches bürgerliche Interesse nicht in konkrete Politik verwandelt? Ihre Antwort lieferten rund 50 Mitglieder verschiedener Bürgerinitiativen (BI) am Samstagvormittag mit einer "Kundgebung für Transparenz und Bürgerbeteiligung" auf dem Schillerplatz.

     

    "Wir wollen nicht länger angelogen werden", erklärte Antonio Sommese für die Initiative gegen eine Mülldeponie im Weisenauer Steinbruch. Gleichzeitig gehe es um "einen Auftakt" - denn Ziel sei der Aufbau eines landesweiten Netzwerks der BI.

     

    "Gemeinsam wollen wir mehr Gehör finden", betonte Sommese, da man einzeln nicht ernstgenommen werde. Unter www.mainz21.de besteht im Internet bereits eine Webseite, die künftig die Bemühungen der verschiedenen Initiativen sichtbar bündeln soll.

     

    Doch mit einer Stimme zu sprechen, könnte schwierig werden, wie bereits die Kundgebung zeigte, an der sich auch die BI gegen die Klärschlammverbrennungsanlage in Mombach sowie Windkraftgegner aus dem Hunsrück beteiligten. Denn zum einen offenbarten die Redner der Kundgebung zum Teil sehr unterschiedliche Gründe für ihre Ablehnung, vom Missmanagement bei öffentlichen Gesellschaften über ökologische Bedenken bis zum pauschalen Vorwurf, Politik ignoriere die Interessen der Bevölkerung. Zum anderen beteiligte sich keine der breit aufgestellten BI gegen den Fluglärm an der Veranstaltung. Als Grund dafür gab Sommese "organisatorische Schwierigkeiten" an.

     

    Nicht gespart wurde bei der Kundgebung an Angriffen auf die Mainzer Stadtspitze. "Wir haben uns auf Oberbürgermeister Ebling und Umweltdezernentin Eder verlassen", sagte etwa Manfred Brötz für die BI gegen die Klärschlammverbrennung, doch das Versprechen einer Prüfung des Projektes sei gebrochen worden. Mitstreiter Hans Pracht witterte gar Korruption bei Eder: "Es kann eigentlich nur um einen gutdotierten Vorstandsposten für eine einzelne Dame gehen." Auch Sommese sprach davon, dass Politiker vor Wahlen "alles versprechen" - doch "danach rammen sie uns das Messer in den Rücken".

     

    Ähnlich äußerte sich Petra Kindl von der Interessengemeinschaft Großberghang. "Als wir dort kauften, sagte Frau Eder, das Gebiet sei ein familienfreundliches Prestigeprojekt", so Kindl, "und nun bekommen wir eine Deponie vor die Nase gesetzt". Sie ist sicher: "Die wussten das bereits."

     

    Ebenfalls vor Ort waren mit Britta Werner (Piraten) und Gerhard Wenderoth (Freie Wähler) zwei Direktkandidaten für die Landtagswahl. Werner, die für einen genossenschaftlich finanzierten Badesee im Steinbruch warb, wandte sich dabei gegen persönliche Angriffe auf politische Vertreter.

     

    "Es fehlt ein vernetztes Gesamtkonzept", diagnostizierte Werner und fügte eine grundsätzliche Kritik an. "Nicht jeder Fleck der Stadt darf kommerziellen Interessen unterliegen."

     

     

    Quelle: Allgemeine Zeitung  - 07.03.2016

     


    Allegemeine Zeitung
    2016.03.07-AZ-Transparenz-Web.pdf
    Adobe Acrobat Dokument 622.6 KB

    Kommentar schreiben

    Kommentare: 0