Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    Do

    03

    Mär

    2016

    Merkurist -"Man kann den Abfall nicht nach Wiesbaden karren"

    Steinbruch Laubenheim

     

    "Man kann den Abfall nicht nach Wiesbaden karren"

     

    Im Dezember hat sich die Mehrheit der Stadtratsmitglieder für die Nutzung des ehemaligen Steinbruchs Laubenheim als Deponie ausgesprochen. Wie ist der aktuelle Stand?

     

    Die Bürgerinitiative Mülldeponie hat im Februar einen offenen Brief an Oberbürgermeister Michael Ebling gesandt. Darin fordern sie ein Treffen mit Ebling und Umweltdezernentin Katrin Eder. Die Mitglieder zeigen sich enttäuscht von der bisherigen Kommunikation zwischen Stadtführung und Bürgern: "So stellen wir uns eine demokratische, bürgernahe Politik nicht vor." Die Stadt weist diesen Vorwurf von sich. "Demokratie heißt auch, dass man sich damit arrangieren muss, wenn man zur Minderheit gehört", sagt Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Die Stadt habe sich mehrfach mit der Bürgerinitiative an einen Tisch gesetzt, alle ihre Fragen beantwortet und die Anwohner vor Ort informiert. Auch seien verschiedene Gutachten erstellt worden. "Irgendwann muss eine Entscheidung getroffen werden. Und im Stadtrat gab es letztendlich eine deutliche Mehrheit für den Plan", so Peterhanwahr.

     

    Anfang Dezember hatte der Stadtrat für die Mülldeponie im ehemaligen Steinbruch Laubenheim gestimmt - mit 47 Ja-Stimmen gegen acht Nein-Stimmen. Nun muss die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd über den Antrag auf Planfeststellung für die Deponie der Klassen DK I und DK II entscheiden. Umweltdezernentin Katrin Eder sagte, dass das Konzept für die Deponie in einigen Punkten der Bürgerinitiative entgegen gekommen sei. So werde ein Abstand von 360 Metern zu den nächsten Häusern festgesetzt, außerdem sollen kein Asbest und keine Schlacke abgelagert werden. Die Mitglieder der Bürgerinitiative konnten dadurch nicht beruhigt werden. Die Anwohner befürchten Schadstoffbelastungen und Geruchsbelästigung. Außerdem haben sie Bedenken, dass Müll aus anderen Teilen von Rheinland-Pfalz angeliefert werde.

     

    Es sei der Stadt klar, dass die direkten Anwohner keine Deponie in ihrer Nähe haben wollten, so die Pressestelle. Allerdings könne Mainz seinen Bauschutt auch nicht wie in der Vergangenheit teilweise bis nach Kaiserslautern fahren. "Das macht das Bauen teurer und ist natürlich auch ökologisch fragwürdig. Außerdem hat sich die Deponien dort gefüllt. Und man kann auch nicht einfach seinen Müll nach Wiesbaden karren", sagt Peterhanwahr.

    In Mainz werde sehr viel gebaut und eben für den dabei anfallenden Müll brauche es einen Ablageplatz. "Der Begriff Mülldeponie ist hier nicht richtig. Es handelt sich um Bauschutt. Giftmüll oder belastetes Material wird in Laubenheim nicht abgelagert werden", so Peterhanwahr. Auch werde die Deponie laufend streng kontrolliert werden.

     

    Der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd liegt nach ihrer Aussage noch kein Planfestellungsantrag der Stadt Mainz vor, für April sei aber ein Gespräch zum Status geplant. Von der Pressestelle der Stadt heißt es, der Antrag müsse eigentlich schon eingereicht sein. "Das Verfahren läuft auf jeden Fall, sodass dann der Steinbruch in absehbarer Zeit vollständig verfüllt wird", sagt Peterhanwahr. Danach werde das Gelände renaturiert, so wie dies auch bei der früheren Deponie in Budenheim geschehen sei.

     

    Quelle: Merkurist * Mainz - 03.03.2016

    Link = https://merkurist.de/mainz/natur-und-wissenschaft/man-kann-den-abfall-nicht-nach-wiesbaden-karren_KqU

     


    Merkurist * Mainz
    2016.03.03-Merkurist-Steinbruch-Web.pdf
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