Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    WI-Kurier - Deponie-Erweiterung 

    Mülldeponie im Steinbruch Ostfeld wird erweitert - Neuer Bereich für Bau- und Abbruchschutt

    Von Manfred Knispel


    WIESBADEN - Die Wiesbadener Mülldeponie wird größer. Die neue Deponie der Klasse I im Steinbruch Ostfeld soll bis zu 30 Hektar groß werden und unmittelbar an die bestehende Deponie Dyckerhoffbruch anschließen. Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Dienstag eine entsprechende Vorlage der Betriebskommission der Entsorgungsbetriebe ELW beschlossen.

    30 Hektar neue Deponie Klasse I. Grafik: ELW Entsorgungsbetriebe, Bearbeitung: VRM/sb


    Auf einer solchen Deponie können mäßig belasteter Erdaushub und Bauschutt und vergleichbare mineralische gewerbliche Abfälle entsorgt werden. Die vorhandene 70 Hektar große Deponie hat die Klasse 2.
    Sie ist für belastete, jedoch nicht gefährliche Abfälle bestimmt, etwa für vorbehandelten Hausmüll. „Der Bau einer Deponie Klasse I legt die Grundlage für die langfristige Entsorgungssicherheit im Gebiet der Landeshauptstadt“, sagt der für die ELW zuständige Dezernent Oliver Franz (CDU).

    Die ELW würden in die Lage versetzt, zukünftig Abfälle belastungsgerecht auf die zwei Deponieklassen zu verteilen und dadurch sicherzustellen, dass die bestehende Deponie Klasse II nicht unnötig mit schwach belasteten Abfällen verfüllt werde.

    17 Hektar seien bereits im Flächennutzungsplan für Wiesbaden sowie im Regionalplan Südhessen für den Bau einer Deponie ausgewiesen. Für die weiteren 13 Hektar müsse hingegen vor einem Planfeststellungsverfahren erst eine Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgen. Auf der neuen Deponie könnten bis zu 7,5 Millionen Kubikmeter schwach belastete Abfälle abgelagert werden, das entspreche rund 12,8 Millionen Tonnen.

    Wiesbadener Abfallgebühren: Preis und Leistung stimmen


    „Der Vorteil für die Wiesbadener Industrie- und Gewerbebetriebe sind belastungsgerechte und dadurch wirtschaftliche Entsorgungsentgelte“, sagt Franz. Wiesbaden habe im Vergleich der 100 größten Städte in Deutschland das beste Preis-Leistungsverhältnis im Bereich der Abfallgebühren, erklärte der Dezernent weiter. Der Bau der Deponie trage dazu bei, dass diese niedrigen Abfallgebühren auch in Zukunft stabil blieben.


    Mangels Alternativen würden zurzeit schwach belastete Abfälle ebenfalls in der Deponie Klasse II entsorgt. Die neue Deponie entlaste damit die bereits vorhandene und verlängere deren Laufzeit. Die bestehende Deponie hat noch eine Kapazität von 2,2 Millionen Tonnen, was nach ELW-Angaben einer Laufzeit bis 2018 entspricht.

    Aber auch wirtschaftlichen Gewinn haben die ELW im Blick. Bei steigender Nachfrage nach Entsorgungsmöglichkeiten der Klasse 1 habe im Rhein-Main-Gebiet außer Wiesbaden nur noch die Deponie Büttelborn langfristige Ablagerungsmöglichkeiten.
    Wiesbadener Kurier
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