Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch!

    Mi

    09

    Sep

    2015

    AZ-Artikel: Bürger fordern Stopp des "Müll-Irrsinns"

    • Die geplante Mülldeponie dient nicht den Bürgern, sondern nur finanziellen Interessen“
    • Bürgerinitiative spricht von einer „Müll-Allianz zwischen Stadt und Bauwirtschaft“


    „Keine Mülldeponie im Mainzer Steinbruch“ fordert die Bürgerinitiative „Mainz 21“. Rund 3.000 Mainzerinnen und Mainzer haben bereits die Petition gegen den „Müll-Irrsinn“ unterzeichnet. Wer sich noch anschließen will, bevor es zu spät ist, kann unter www.mainz21.de online unterschreiben.


    „Der Stadt Mainz geht es nicht etwa um die Sauberkeit der Stadt, sondern einzig und allein darum, über die neue Deponie Müllgebühren in Millionenhöhe einzufahren“, wirft Antonio Sommese, Sprecher von „Mainz 21“, Finanzexperte und Director in der „Denkfabrik“ Diplomatic Council (DC), die die Vereinten Nationen auch in Umweltfragen berät, der Stadt vor. „Dafür nimmt die Politik eine Allianz mit der Bauwirtschaft in Kauf, die den Bauschutt aus Kostengründen am liebsten in der eigenen Stadt aus kippt, statt ihn ein paar Kilometer weiter nach Wiesbaden zu fahren“, sagt Sommese.


    Der Finanzfachmann erläutert: „In Wiesbaden existiert seit langem eine gut funktionierende Deponie, die sich bereit erklärt hat, den Müll aus Mainz zu übernehmen. Man sollte meinen, dass damit das Problem gelöst ist. Aber weit gefehlt: Die Stadt Mainz vertreten durch die Umweltdezernentin Katrin Eder scheint sich am Müll ihrer Bürger bereichern zu wollen – und das auf dem Rücken der Bürger.“



    130 Meter hoher Müllberg nur 30 Meter von einem kinderfreundlichen Neubaugebiet entfernt

     

    „Nur wenige Meter von dem kinderfreundlichen Wohngebiet „Am Großberghang“, das bereits durch die Autobahn A60 und dem Fluglärm belastet ist“, sagt Robert Kindl, zweiter Sprecher der Bürgerinitiative „Mainz 21“, „wollen die Entsorgungsbetriebe eine Mülldeponie bauen“.

    Bis zu 130 Meter soll der Müllberg hoch werden und Stoffe


     

    wie Asbest, Bauschutt, Teer und verseuchten Tankstellenboden enthalten. Die von der Stadt Mainz für den Steinbruch vorgesehene Deponieklasse II umfasst unter anderem sogenannte persistente organische Schadstoffe. „Es handelt sich dabei um äußerst giftige Stoffe, die extrem langlebig sind, nur sehr langsam abgebaut werden und sich in Menschen und Tieren

    anreichern“, fügt Kindl hinzu.

     

    Für den Umgang mit diesen Stoffen gibt es aus Sicherheitsgründen zahlreiche besondere Verordnungen, angefangen mit der Stockholmer Konvention von 2004 für das „dreckige Dutzend“. In dieselbe Klasse fallen auch Benzol, Dioxine und Schwermetalle wie Quecksilber, Cadmium, Blei, Chrom und Nickel, die nach dem Wunsch der Stadt Mainz ebenfalls künftig im Steinbruch abgeladen werden sollen. Die Gefährdung durch diese Gifte und durch feinen Staub in der Luft beunruhigt die Anwohnerfamilien mit vielen kleinen Kindern sehr. Viele dieser Familien sind in das Neubaugebiet am Großberghang gezogen, weil im nur 30 Meter entfernten Steinbruch ursprünglich ein Naherholungsgebiet entstehen sollte – und nicht eine Mülldeponie mit belastenden Stoffen.


    „Bei Papierentsorgung und Energieversorgung arbeiten Mainz und Wiesbaden längst länderübergreifend erfolgreich zusammen. Es kann und darf nicht sein, dass dies beim Müll, wegen der Finanzverfilzung von Kommunalpolitik und Bauwirtschaft, nicht funktioniert“, fordert Antonio Sommese. Die Bürgerinitiative verweist zur Versachlichung der Diskussion auf die Zahlen: Selbst bei mehreren Großprojekten in Mainz würden nicht mehr als 15.000 bis 20.000 Tonnen Bauabfälle pro Jahr anfallen. Wiesbaden habe Kapazitäten von 300.000 Tonnen pro Jahr. „Die Wiesbadener Deponie ist bei weitem ausreichend für alle Abfälle aus Mainz. Es gibt keinen Grund für eine neue Mainzer Deponie“, fasst Antonio Sommese zusammen.


    Kommentar schreiben

    Kommentare: 0